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Kommentar: 1. Aufl. kart. Gebraucht München : Goldmann, 1991. 456 S. ; 18 cm ,Taschenbuch - Paperback - kart.- gutes Exemplar ------Preis inklusive MwSt.-------
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Die Löwin von Aquitanien Taschenbuch – April 1993

58 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 463 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: 4. (April 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442411580
  • ISBN-13: 978-3442411580
  • Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 3,2 x 18,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (58 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 198.920 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Mit dem Schreiben fing Tanja Kinkel mit 13 Jahren an. Heute ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Obwohl sie neben historischen Romanen, die von der Gründung Roms bis zum 2. Weltkrieg spielen, auch Thriller, Jugendbücher, Fantasy, ja Gegenwartsliteratur und Essays geschrieben hat, tauchen fast alle ihre Bücher auf den großen Bestsellerlisten auf. Wie der Spiegel schon 1998 dazu schrieb: so selbstverständlich wie Ebbe und Flut. Das liegt zum einen sicher daran, dass die promovierte Germanistin etwas zu all diesem Themenmischmasch zu sagen hat, als auch daran, daß Reiselust, Humor, Romantik, Abenteuer und Informationhunger immer befriedigt werden wie auch die Überzeugung: ja, so kann es gewesen sein. Weitere Informationen unter: www.tanja-kinkel.de.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Tanja Kinkel, 1969 in Bamberg geboren, verfasste bereits im Alter von acht Jahren ihre erste Erzählung. Heute ist die promovierte Germanistin eine der erfolgreichsten Autorinnen historischer Romane. Ihre Bücher erobern regelmäßig die Bestsellerlisten und werden in viele Sprachen übersetzt. »Wenn es nicht wahr ist, dann ist es eine gute Geschichte«, so zitiert Tanja Kinkel ein italienisches Sprichwort und umschreibt damit zugleich ihr persönliches Erfolgsrezept.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Aquitanien

Ich weiß nicht, wach ich oder währt Mein Schlaf noch, wirds mir nicht erklärt Nahzu hat sich mein Herz verzehrt In tiefer Qual -
Doch ist es keine Maus mir wert, Bei Sankt Martial!
Guillaume IX von Aquitanien

An dem Abend, als die zukünftige Erbin von Aquitanien gezeugt wurde, gab es weder Gewitter, seltsame Vogelflüge noch sonstige ausdeutbare Vorzeichen. Man könnte allerdings einen äußerst heftigen Zornesausbruch ihres Großvaters dafür in Anspruch nehmen. Doch die Höflinge um Guillaume IX waren seine Wutanfälle ebenso gewohnt wie sein schallendes Lachen, seinen funkelnden Witz oder seine Lieder. So sahen sie auch jetzt nicht beunruhigt, sondern milde belustigt zu, wie der Herzog von Aquitanien, Herr über die Gascogne, das Poitou, die Auvergne, Angouleme und Dutzende weitere Domänen, auf seinen ältesten Sohn und Erben einschrie, der den gleichen Namen trug.
»Hölle und Teufel, Guillaume, ich werde mir das nicht länger anhören! Was ich tue und mit wem ich ins Bett gehe, entscheide alleine ich!«
Guillaume der Jüngere sah unglücklich drein. Er besaß die riesige Gestalt seines Vaters, doch längst nicht dessen hitziges Gemüt, und obgleich ihm niemand mangelnde Tapferkeit nachsagen hätte können, haßte er im Grunde seines Wesens Streitereien. Gleichzeitig war er bei aller Friedfertigkeit aber auch halsstarrig, und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, hielt er mit der Zähigkeit eines unbeweglichen Menschen daran fest.
»Euer Gnaden«, entgegnete er nun, »es geht mir nur darum, daß Ihr sie behandelt, als wäre sie die Herzogin selbst und dadurch meine Stiefmutter. Unser ganzes Haus wird beschämt.«
»Was die Ehre unseres Hauses betrifft«, gab der Herzog gereizt zurück, »bestimme ich. Und bei Gott, mein Sohn, die Dame ist deine Schwiegermutter, also erweise ihr gefälligst den gebührenden Respekt und sprich mir nicht von Familienehre! Schließlich bist du mit ihrer Tochter verheiratet. Auch wenn man«, schloß er mit einem sarkastischen Unterton, »bis jetzt nicht viel davon merkt.«
Guillaume errötete bis an die Wurzeln seines ebenfalls roten Haares. Er zwang sich, ruhig zu bleiben, und erwiderte: »Genau darum geht es, Euer Gnaden. Diese Frau, die in den Augen der heiligen Kirche so gut wie Eure Schwester ist, zu Eurer Geliebten zu machen, ist Gott und den Menschen ein Greuel und...«
»Halt den Mund!« donnerte der Herzog. Er stand auf. Wenn er wollte, konnte Guillaume IX wahrhaft furchteinflößend wirken. Die Höflinge wichen ein wenig zurück. Doch wer einen weiteren Tobsuchtsanfall erwartete, täuschte sich.
»Guillaume«, sagte der Herzog beißend und kalt, »mir scheint fast, du bist eifersüchtig, was mich auch nicht weiter wundern würde. Schließlich muß man sich bei dem blassen Milchgesicht, mit dem du vermählt bist, jedesmal wie ein Märtyrer fühlen - falls du überhaupt in der Lage bist, dich bei ihr wie ein Mann zu verhalten!«
Totenstille herrschte. Guillaume hörte seinen eigenen schweren Atem. Auf den Gesichtern der Edelleute fand er etwas Mitleid, weit mehr Belustigung, doch in jedem Falle Vorsicht. Nur eine einzige kleine Gestalt trat vor, und Guillaume erkannte mit Entsetzen, daß sein siebenjähriger Halbbruder Raymond die ganze Szene miterlebt hatte. Raymond öffnete erschrocken den Mund, doch Guillaume schüttelte hastig den Kopf. Das werde ich ihm niemals verzeihen, dachte er, und starrte seinen Vater an. Vor dem Kind und dem ganzen Hofstaat. Zur Hölle mit ihm!
»Euer Gnaden«, sagte er knapp mit kalkweißem Gesicht, drehte sich um und verließ hochaufgerichtet die große Halle.
Aenor, Guillaumes zarte, sanftmütige Gemahlin, war selbstverständlich um ihrer Mitgift willen und aus politischen Gründen zu seiner Frau gewählt worden. Doch sie hielt sich für glücklicher als die meisten Frauen, denn sie hatte schnell gelernt, ihren Gemahl zu lieben, und so erkannte sie sofort seine Verstimmung, als er bei ihr hereinstürmte. Sie klatschte in die Hände und entließ ihre Damen. Während sie Guillaume schweigend einen Becher mit Wein eingoß und darauf wartete, daß auch die letzte Hofdame außer Hörweite war, wünschte sie, sie wären niemals nach Poitiers gekommen, um an diesem Weihnachtsfest des Jahres 1121 teilzuhaben.
»Er hat nicht auf dich gehört.« Es war eine Feststellung, keine Frage.
Guillaume schüttelte den Kopf. »Er wollte noch nicht einmal alleine mit mir sprechen«, antwortete er bitter, »er sagte, es gäbe in der Angelegenheit nichts, das nicht auch vom Stadtausrufer verkündet werden könnte.« Abrupt setzte er den Becher ab. »Vor ihnen allen... o mein Gott!« Er konnte ihr nicht wiederholen, was sein Vater ihm an den Kopf geworfen hatte.
»Glaub mir, ich weiß, wie es gewesen sein muß. Als ich zu meiner Mutter ging, lachte sie mir ins Gesicht.« Ihre Hand schloß sich um die seine. »Weißt du, daß die Leute in Poitiers begonnen haben, sie Dangerosa zu nennen oder la Maubergeonne?« Der letzte Name spielte darauf an, daß der Herzog seine Geliebte in dem prächtigen Burgturm Maubergeon untergebracht hatte, der von alters her der Wohnort der Herzogin von Aquitanien war. Guillaume hielt es für ein Glück, daß sich seine Stiefmutter Felipa in das Kloster Fontevrault zurückgezogen hatte, sonst hätte zweifelsohne auch sie diesen Streit miterlebt!
»Was hieltest du davon, wenn wir nun einen Mann der Kirche um Hilfe bitten würden, Bernhard von Clairvaux zum Beispiel? Er hat sich auch in der Vergangenheit nicht gescheut, gegen deinen Vater zu sprechen.«
Guillaume schüttelte den Kopf. »Das würde überhaupt nichts nützen. Denke nur an das letzte Mal. Er würde sich selbst vom Papst nichts sagen lassen.«
Der Herzog stand mit dem Klerus die meiste Zeit auf Kriegsfuß und war schon unzählige Male gebannt worden. Sein letzter Zusammenstoß mit dem für einen Abt noch verhältnismäßig jungen Bernhard von Clairvaux war ebenso berühmt wie berüchtigt; damals, vor etwa fünf Jahren, hatte Bernhard selbst, hier in Poitiers, in der Kathedrale Saint-Pierre die Exkommunikationsformel gegen Guillaume IX verlesen. Er hatte allerdings nicht damit gerechnet, daß der Herzog in die Kathedrale eindringen und ihm das Schwert an die Kehle setzen würde, um freundlich zu sagen: »So, jetzt sprich weiter, wenn du kannst.«
Hier waren zwei starke Willen aufeinandergestoßen. Bernhard von Clairvaux hatte, langsam und deutlich, Schweißperlen auf der Stirn, doch ansonsten ungebrochen, die Exkommunikation zu Ende gebracht. Danach hatte er seinen Nacken gebeugt und geflüstert: »Jetzt schlagt zu, wenn Ihr könnt!« Sekundenlang war das Schwert in der Luft gehangen, bis der Herzog es mit einem Auflachen wieder in die Scheide gleiten ließ und spöttisch meinte: »Nein, erwarte nicht von mir, daß ich dich ins Paradies schicke. Gehab dich wohl, kleiner Mönch.«
An dieses Ereignis erinnerte sich Guillaume jetzt, doch hatte er noch andere Gründe, sich nicht an die Kirche wenden zu wollen. Er wußte sehr genau, daß die Zusammenstöße seines Vaters mit dem Klerus allein dem Kampf um Macht dienten, und daß er selbst, wenn er einst Herzog wäre, für jede Hilfe und jeden Gefallen würde bezahlen müssen. Dies erwähnte er jedoch Aenor gegenüber nicht. »Er ist gottlos und böse, und ich hasse ihn! Das ist das Ende, ein für allemal. Von nun an werde ich ihm nur noch den Respekt erweisen, den ich ihm, meinem Lehnsherrn, schulde, aber nicht mehr!«
Aenor beugte sich über ihn und küßte ihn leicht auf die Lippen. Ihre niedergeschlagenen Lider verbargen ihre Gedanken. Seit ihrer Heirat hatte sie schon viele Streitereien zwischen dem Herzog und ihrem Gemahl erlebt. Doch Guillaume IX konnte, wenn er wollte, freundlich und gütig sein, Menschen bezaubern, als sei er ein Jahrmarktsgaukler, und er schien genau zu wissen, welche Saiten er im Herzen seines Sohnes anrühren mußte, um ihn immer aufs neue in hilfloser Liebe und Bewunderung an sich zu binden. Sie wußte, daß Guillaume sich in den zwanzig Jahren seines Lebens nichts mehr... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Aprilsdayqueen am 6. Dezember 2010
Format: Taschenbuch
Ich weiß nicht recht. Das ist das Gefühl, das sich in mir einstellt, wenn ich über das Buch nachdenke. Packend, nachgerade fesselnd beginnt Tanja Kinkel, die beim Verfassen des Buches grade mal 20 Jahre alt war, die Geschichte der kindlichen Alienor, Enkelin des großen Troubadours und Herzogs von Aquitanien, Guillaume IX. Aber Achtung: Es handelt sich hierbei um wenig mehr als ein historischer Roman, es ist beileibe keine Biografie, wie der Klappentext vermitteln möchte.

Der zunächst wirklich sehr amüsante und scharf beobachtende Schreibstil nimmt analog zur Geschichte stetig Fahrt und Spannung auf, bis... ja bis die Autorin der Versuchung erliegt, ihr gesamtes geschichtliches Wissen - und dieses muss beträchtlich sein - innerhalb eines wohl selbst auferlegten Textumfangs auszubreiten. Nebensächliche geschichtliche Handlungsstränge werden eingebaut und bleiben aber dabei so an der Oberfläche, dass man Mühe hat, Zusammenhänge zum Plot des Buches herzustellen. An dieser Stelle kippt das Buch, weg vom spannend zu lesenden historischen Roman, hin zum Kurzreferat über das Aquitanien des 12. Jahrhunderts, und das in atemberaubender Geschwindigkeit, die unnötig erscheint - gerne hätte das Buch 200 Seite mehr umfassen können, wenn dadurch die Figur der Alienor mehr Tiefe erlangt hätte und wichtige geschichtliche Ereignisse verständlicher beleuchtet worden wären. So ist das Buch weder ein reiners Unterhaltungsroman - hierfür verlangt es seinem Leser zu viel Konzentration ab - noch ein Werk für historisch Interessierte - hierfür ist es zu unpräzise und bisweilen schlicht falsch.
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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Anja Meyer VINE-PRODUKTTESTER am 1. Dezember 2004
Format: Taschenbuch
"Die Löwin von Aquitanien" wird immer einer meiner liebsten Historischen Romane sein. In meinem Beruf als Buchhändlerin bekome ich so manchen Historischen Roman in die Hände, das Genre ist ja momentan sehr angesagt. Leider ist da auch allzu oft viel
schnell runtergeschriebener Schund bei. Tanja Kinkels Romane zählen für mich ganz klar zu dem besten was man auf diesem Gebiet überhaupt bekommen kann!!!
Warum begeistert mich "Die Löwin..." so? Ganz klar, vor allem wegen der Hauptfigur! Eleonore (manchmal auch Alienor genannt) von Aquitanien ist für mich eine der faszinierendsten Frauen der Weltgeschichte. Sie war mit zwei Königen verheiratet, Louis von Frankreich und Henry Plantagenet, sie brachte 10 Kinder zur Welt (leider überlebte sie 8 davon) regierte zeitweilig für ihren Sohn Richard Löwenherz über England, und war ständig in Sachen Politik auf "Achse". Und das alles als Frau im 12 Jahrhundert wohlgemerkt! Leider ist Eleonore heute ziemlich unbekannt, was ich sehr schade finde! Ich selber habe sie erst als Mäzenin der Troubadoure kennenglernt, bis ich selber mal nachgeforscht habe und auf dieses wunderbare Buch gestossen bin. Tanja Kinkel ist eine fantastische Autorin, gerade was Romane übr Historische Persönlichkeiten angeht. Sie schafft es uns Eleonore wirklich nahe zu bringen, mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten, aber auch mit ihrer Lebenslust und ihrem Scharfsinn. Vielen Dank dafür!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Tigo am 5. März 2009
Format: Taschenbuch
Alienor von Aquitanien? Ja, den Namen hat man doch schon mal gehört ... aber wer war sie gleich noch? Die Inhaltsangabe weckt Interesse an dieser Frau, an diesem Buch.

Es ist gut untergliedert, nämlich in die einzelnen Zeitabschnitte ihres Lebens. Ihr Aufwachsen in Aquitanien, ihre Zeit als Königin von Frankreich an der Seite von Louis VII, ihr Leben mit Henry II und als Königin von England, ihre jahrelange Gefangenschaft, dann ihr Handeln als Mutter von König Richard Löwenherz sowie die letzten Jahre ihres Lebens, während ihr Sohn John an der Macht ist.

Wer wie ich in dieser Epoche nicht "daheim" ist, hat eine Vielzahl an Personen zu sortieren, was gelegentlich nicht ganz so einfach ist. Sehr hilfreich fand ich die angefügten Übersichten, die sowohl eine Landkarte mit den einzelnen Herzogtümern und Königreichen beinhalten sowie die entsprechenden Familienstammbäume. Trotz der verwirrenden Menge an historischen Persönlichkeiten, die in diesem Buch auftauchen, kann man der Sache damit gut folgen.

Ich habe mich bis zum Schluss nicht entscheiden können, ob ich Alienor mag oder nicht. Ihr Charakter prägt das Buch, machthungrig, ruhelos und zweifelsfrei auch gnadenlos. Gewiss war sie aber in dieser Zeit eine herausragende Persönlichkeit, die ihre Spuren hinterlassen hat. Während mich weder Louis noch Henry besonders beeindruckt haben, bin ich dem von der Autorin gesponnenen Faden gern gefolgt, und habe mich sehr für Richard Löwenherz begeistert. Sie sind allesamt gut skizziert, die einzelnen Charaktere sind sehr deutlich rausgearbeitet, was mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist insgesamt rund und das Buch liest sich flüssig weg.
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