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Die Lästigen: Eine amerikanische Chronik in Erzählungen
 
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Die Lästigen: Eine amerikanische Chronik in Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Joyce Carol Oates , Gabriela Jaskulla , Susanne Röckel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Ab - die Andere Bibliothek (22. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821862378
  • ISBN-13: 978-3821862378
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 12,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 461.651 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Oates setzt Worte ein wie Skalpelle, die das Herz freilegen. Ihre Sätze sind von bestrickender, rhythmischer Vollendung." (bücher, 01. Mai 2011)

"Oates Erzählungen zeichnen ein tiefdunkles Gesellschaftsbild, aber dies so fein, dass man gegen alle Hoffnung für ihre Figuren hofft." (Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, 5. März 2011)

"Aufwühlend, traurig, klug." (Cosmopolitan, Juni 2011)

"Das Leben mit Scham und Schuld, die Furcht vor einem dunkleren Ich ..., das sind die Themen, die diese brillant bedrückenden Geschichten vorantreiben." (Frank Meyer, Deutschlandradio, 22. Juni 2011)

"Die Sprache dieser Erzählungen hatg etwas Penibles, unglaublich wendiges, gleichzeitig geschmeidiges, mitunter Katzenhaftes ... die sprachliche Umsetzung des Geschehens ist dabei so genau und brillant ... Es funkeln in diesen Texten fast bizarr Momente des Trostlosen und der Unentrinnbarkeit auf, in einer akkuraten Beiläufigkeit formuliert ... Ein großartiges Buch." (Salli Sallmann, rbb kulturradio, 12. Mai 2011)

"Ihre tastende, Widersprüche erlaubende, unonventionall interpunktierte Sprache dringt in Sphären des Tagtaumes und des Traumas, der Fantasie und Angst vor, die Dramaturgie ihrer komplexen, mit Vor- und Rückgriffen gespickten Erzählungen lässt den Leser kaum zu Atem kommen. Joyce Carol Oates ist fraglos eine der ganz großen Erzählerinnen unserer Tage." (Thomas Kliemann, General-Anzeiger, 26. April 2011)

"Die Bücher von Joyce Carol Oates lassen sich nicht als Notausgang benutzen: Wer liest, um der Realität zu entfliehen, muss eine andere Tür öffnen. Wer nicht hinaus will, sondern hinein, wem am Erkunden innerer Landschaften gelegen ist: Den führen "Die Lästigen" ans Ziel." (Ingrid Mylo, Badische Zeitung, 28. Mai 2011)

Kurzbeschreibung

"Die Tragödiendichterin des amerikanischen Traums" FAZ Die versammelten Geschichten von Joyce Carol Oates sind Entdeckungen: alle sind sie hierzulande noch unveröffentlicht. Von der Autorin und der Herausgeberin ausgewählte Momentaufnahmen vom amerikanischen Alltag. Von ihren Stories geht ein Sog aus, die Faszination dunkler Filme. Joyce Carol Oates-Leser wissen: der amerikanische Kontinent erschließt sich in ihren radikal subjektiven Geschichten, die eher verborgene Seiten dieses Landes zeigen. Im Blitzlicht ihrer Prosa werden krude Wirklichkeiten, Ränder und Abgründe erschreckend sichtbar. Es macht atemlos, wie Joyce Carol Oates in die Haut von Männern und Frauen schlüpft und aufsässigen sprachlosen Teenagern, verbitterten Arbeitern und heruntergekommenen Boxern genauso zu eigener Sprache verhilft wie Gelegenheitsdieben oder pädophilen Vätern. Das gewaltige literarische Werk der in alle Weltsprachen übersetzten amerikanischen Autorin Joyce Carol Oates türmt sich auf zu 300 Erzählungen und 60 Romanen, zu Novellen, Theaterstücken und Gedichtbänden. Aber diese in "Die Lästigen" versammelten, erstmals ins Deutsche übertragenen Erzählungen lassen erstmals sichtbar werden: Buch für Buch, Erzählung für Erzählung entfaltet sich das innere Programm der Joyce Carol Oates - die "eine" Geschichte, die sie obsessiv variiert -, ihre Amerikanische Chronik, die sich in diesen von einer großen Kennerin zusammen mit der Autorin ausgewählten Erzählungen verdichtet.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Düstere Bilder 14. April 2011
Gewalt, Vernachlässigung, unterdrückte Geheimnisse: In diesen 19 Erzählungen zeichnet Joyce Carol Oates düstere Bilder der amerikanischen Unter- und Mittelschicht. In wechselnden Perspektiven und mit unterschiedlicher Distanz zu den Figuren erzählt sie etwa in 'Nackt' bedrohlich nahe von einer weißen Frau, die von einer Gruppe schwarzer Kinder überfallen, geschlagen und ausgezogen wird; die Protagonistin in 'White Trash' dagegen spricht über sich selbst in der dritten Person und erzählt so von Melanie, die ein Verhältnis zu einem heruntergekommenen Jazzpianisten beginnt.
Im ausführlichen Vorwort der Herausgeberin zeigt sich schon, dass Gewalt das zentrale Motiv vieler Geschichten Oates' ist, was sich auch in diesem Band wiederspiegelt. Gewalt kann sich auch gegen Tiere richten, wie in 'Ihr habt mich gestreichelt, und ich lief euch nach', wo ein Ehepaar über einen Straßenhund zu streiten beginnt, der ihnen bis vor die Haustür gefolgt ist. Oder sie kann buchstäblich vergraben sein, wie in 'Gib Daddy einen Kuss', wo im Garten ein Kinderskelett ausgegraben wird ' und der Finder die noch intakte Halskette des Kindes an seine Stieftochter verschenkt.
Während die meisten Geschichten durch ihre Dichte und ihre eindringlichen Bilder bestechen ' so bleibt etwa die hellhaarige, reglose Mutterfigur, die am Ende der Brücke in 'Todesmutter' wartet, im Gedächtnis ' fallen einzelne aus dem Konzept, etwa 'Ewige Liebe', die durch ihre Kürze oberflächlich wirkt, oder 'Der Sammler der Herzen', die im Vergleich zu den anderen eigenwillig symbolisch verrätselt ist.
Insgesamt dennoch eine sorgfältige Auswahl aus Oates' über 400 Erzählungen, die einen guten Einblick in die Kurzprosa der vor allem als Romanautorin bekannten Autorin gibt und dem Anspruch des Untertitels, 'eine amerikanische Chronik in Erzählungen' zu präsentierten, gerecht wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Buchdoktor HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
In der Reihe "Die andere Bibliothek" erscheint seit ihrer Gründung 1984 durch Franz Greno monatlich ein Buch in bibliophiler Aufmachung. Bis 1997 noch in limitierte Ausgabe im Bleisatz gedruckt, ragen die inzwischen mit modernen Druckverfahren produzierten Bücher nach wie vor durch Satz und Papierqualität heraus. Eine Sammlung bisher nicht ins Deutsche übersetzter Kurzgeschichten von Joyce Carol Oates erscheint als Band 315 der Reihe. Diese "Neuigkeit" war noch vor meiner Sammelleidenschaft Grund, das Buch zu kaufen. Bis auf wenige Ausnahmen (zwei Erzählungen stammen aus den 60ern, eine war bisher noch unveröffentlicht) erschienen die von Gabriela Jaskulla ausgewählten Geschichten in den 90ern des 20. Jahrhunderts. Die Herausgeberin weist im Vorwort daraufhin, dass einige der Geschichten die Grenze des Genres Short Story überschreiten, weil sie sie sich nicht auf die für Kurzgeschichten charakteristische Einheit des Ortes beschränken. Die Herkunft von Oates Figuren, die zumeist zur vom Abstieg bedrohten weißen Mittelschicht der USA gehören, waren für die Herausgeberin inhaltliches Kriteriun für die Zusammenstellung dieses Bandes.

Oates zeigt in ihren Arbeiten die dunkle Seite des ehemaligen Landes der unbegrenzten Möglichkeiten. Sie legt (laut Jaskulla) ihren Lesern Gewalt als Leitmotiv der amerikanischen Biografie nahe, indem sie Situationen herausarbeitet, in denen Väter und Mütter ihre Familien nicht vor Eindringlingen von außen schützen können. Besonders deutlich wird diese Hilflosigkeit in "Wo ist hier?" als ein Fremder sich sein angebliches Elternhaus ansehen will und die Familie, die dort inzwischen wohnt, nicht weiß, wie sie den Mann wieder loswerden soll. Einige der Erzählungen beginnen in alltäglichen Familiensituationen (Gib Daddy einen Kuss, Ihr habt mich gestreichelt, Verklärte Nacht), andere stürmen mit Tod, Gewalt oder Selbstzerstörung direkt auf den Leser herein (Leidenschaft, Böses Schäferspiel, Todesmutter). Herausragend finde ich Joyces Fähigkeit aus der Perspektive von Kindern zu erzählen, die Gewalt erfahren haben oder denen Gewalterfahrungen unmittelbar bevorstehen (Todesmutter, Die Lästigen, Ewige Liebe). "Akt der Einsamkeit", "Nackt" und "Der feine, weiße Winterdunst" zeigen das problematische Zusammenleben Weißer mit Afro-Amerikanern. Bemerkenswert, wie die amerikanische Autorin ihre Leser zunächst mit der Vertrautheit in Paar- und Familien-Beziehungen einlullt, um kurz darauf die Fassade komplett zu zerstören (Gib Daddy einen Kuss) und die dahinter lauernde Gefährdung zu demaskieren. "Morgen" geht bis in die 60er zurück und beleuchtet die Affäre zwischen der verheirateten Studentin Lydia und ihrem erheblich älteren Dozenten. Lydia begehrt gegen ihre allzu früh geschlossene Ehe auf, nur um im Verhältnis zu Scott die Hausfrauenrolle zu wiederholen, die jene Zeit für Frauen vorgesehen hatte. Dass für Frauen im Wolfsrudel der Wissenschaftler noch kein Platz vorgesehen war, fiel Lydia noch nicht auf. "Das Omen" auf nur 6 Seiten hat mich mit seiner Symbolik und der knappen Landschaftsbeschreibung am stärksten beeindruckt.

"Die Lästigen" eignet sich für jene Leser als Einstieg in das Werk der verblüffend produktiven Joyce Carol Oates, die sich von der Fülle ihrer Veröffentlichungen - noch - überfordert fühlen.

Textauszug
"Eine Stimme klang in meinem Ohr: Hier sind wir! Es war früh, bevor die Sonne begonnen hatte, den Küstennebel aufzusaugen. Möwenschreie rissen mich aus dem Schlaf. Warum lauter als gewöhnlich? ' durchdringender, schauriger? Ich lag in meinem Bett und lauschte und kam zu dem Schluss, dass es sich um menschliche Schreie handelte, schrecklich anzuhören. Und doch ' so früh? Zu einer Zeit, zu der sicher noch niemand am Strand wäre, geschweige denn im Wasser, um zu schwimmen. An diesem abgelegenen, windigen Ort, auf einer schmalen Landzunge, drei Meilen vom nächsten Dorf entfernt und zwanzig Meilen vom nächsten Städtchen. Hier bestimmten der Atlantik und der Himmel das Dasein. Wie schnell wird, wenn man sein früheres Leben verlassen hat, die Landschaft dieses Lebens zu einer Abstraktion, wie eine Landkarte. Eine Landkarte, die man zusammenfalten und weglegen kann, und dann braucht man sie sich nie mehr anzusehen." (S. 305, Das Omen)
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