Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, warum mir sein Wer sind wir, und wenn ja wie viele" so gut gefallen hat. Es ist diese Leichtigkeit wie Precht schreibt, eine Transparenz der Inhalte, die auch Menschen, die einfach nur am Lauf der Dinge interessiert sind, vielleicht auch ohne Abitur - die aber in der Lage sind, zu reflektieren, äußerst zufrieden macht. Warum ist der Mensch so wie er ist? Das ist die spannende Frage in der Kunst, kein Egoist zu sein. Vielleicht sind einige Kapitel anstrengender als andere, oder wecken das Gefühl, woanders noch mal nachlesen zu müssen, wichtig ist aber, dass Precht ein Aufbau gelingt, der in einer Aufforderung zur Aktion mündet. Insofern ist das Buch ein hoch politisches. Wahrheiten wie Z.B., Politiker, sind sie einmal gewählt, interessieren sich nur noch für ihre Wiederwahl oder warum Banker so sind, wie sie sind, mögen populistisch daher kommen - sie sind aber sogar - objektiv wahrnehmbar - wahr. Im Buch geht es um Moral und Haltung, was das ist, wo das herkommt und wo es hinführt. Und zum Ende hin entlässt uns Precht nicht ohne uns eine Aufgabe zu geben. Nämlich die, endlich mal wieder die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, vor der eigenen Tür zu kehren und dabei den Nachbarn ansprechen. Und dieser wieder den nächsten und so werden Netzwerke mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen entwickelt. Einfach machen ist die Devise, sich nicht auf irgendwen verlassen, vor allem nicht auf die Politik. Und er hat Beispiele wo dieser Gemeinsinn" geklappt hat. Das geht nur, wenn wir quasi den Fernseher abschalten, den Talkshows, Soaps und der Verblödungsindustrie aus Werbung, Medien und Politik, standhaft aus dem Weg gehen. Das ist die Kunst, kein Egoist zu sein. Soziale Kompetenz nicht als Worthülse vor sich her tragen sondern leben. Ein ganz wichtiges Buch, unbedingt lesen!