Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Öffnet die Augen in mancher Hinsicht, 7. September 2003
Von Ein Kunde
Dieses Buch sollte man trotz des nicht gerade sachlichen und obendrein irreführenden Titels gelesen haben. Hier dürfte fast jeder bei sich einige Dinge entdecken, die er nur anderen Menschen zuliebe tut, ohne es wirklich zu merken. Kirschner öffnet einem die Augen, wenn es darum geht, unser tägliches Handeln einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Warum handeln wir so, wie wir handeln? Oft stellt man fest, dass man bestimmte Dinge nur tut, weil sie von uns erwartet werden. Wir wollen nicht "anecken", nicht unangenehm auffallen, der Norm entsprechen. Wir tun Dinge, die uns nicht nützen, statt dessen nützen sie anderen. Das Bestreben, ein Egoist zu werden und zu sein mag von manchen negativ aufgefasst werden. Warum? Weil ein Egoist (in Kirschners Sinne) nicht mehr für Manipulationen zur Verfügung steht, sondern seine eigenen Interessen gegen andere durchsetzt. Ein Egoist entscheidet für sich selbst, hängt keinen Moden nach und redet niemandem nach dem Mund. Klingt unbequem? Nur für die, die uns manipulieren wollen. Wer nach der Lektüre übrigens die Lust auf weitere Bücher des Autors verspürt, kann sich diese sparen. Die Grundaussagen seiner Bücher sind alle mehr oder weniger gleich.
|
|
|
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Hat den Nagel nicht immer auf den Kopf getroffen, 18. Januar 2006
Vorweg ist zu sagen, dass ich wahrscheinlich mit 18 Jahren zu jung für dieses Buch war. Ich denke, um es gänzlich zu verinnerlichen und zu verstehen brauch man die nötige Lebenserfahrung. Ich habe ja so gut wie mein ganzes Leben noch vor mir. Nun gut. Ich lese Bücher generell über ca. 3 Wochen, weil ich kaum dazu komme, zu lesen. "Die Kunst ein Egoist zu sein" hat mich schon in den ersten Tagen in meinem Verhalten stark beeinflusst, wobei ich mich immer wieder ertappen musste. Beispielsweise habe ich den Entschluss gefasst, die Schule zu wechseln. Meine Eltern waren schockiert: "Auch, wenn du 18 bist, kannst du nicht einfach über unsere Köpfe hinweg entscheiden! Wir sind eine Gemeinschaft, wir hängen da mit dran." Trotz dieser Sprüche habe ich alles versucht, es durchzuziehen. Später hat es sich dann von selbst erledigt. Ich stimme mit Kirschner überein, dass wir uns statt unsere eigenen Maßstäbe festzulegen, immer an den vorgegebenen der Gesellschaft orientieren. Dass uns das an unserer Selbstentfaltung hindert, steht außer Frage. Er definiert den Begriff "Egoismus" völlig anders in seinem Buch und macht deutlich, dass es nicht einfach ist, ein guter Egoist zu sein - jedenfalls nicht für mich. Denn er sagt z.B., dass man für sein Leben die volle Verantwortung übernehmen müsse. Hier kommen auch die ersten kritischen Gesichtspunkte meinerseits. Dazu ein Beispiel: Ich habe für kurze Zeit in einem Callcenter gearbeitet. Als ich nach 2 Monaten mein Gehalt immer noch nicht auf meinem Konto hatte, habe ich mich entschlossen, Hilfe bei einer Gewerkschaft zu suchen. Damit habe ich also die Verantwortung auf andere abgewälzt. Warum aber keine Hilfe in Anspruch nehmen, wenn es für mich günstig ist, weil ich dieses und jenes aus eigenen Kräften nicht hätte bewerkstelligen können? Zur Umsetzung eines Wunsches kann man getrost auch Unterstützung anderer annehmen, ohne sich direkt davon abhängig machen zu müssen. Was daraus wird, werde ich noch erfahren. Ebenfalls gefällt mir Kirschners antisoziale Haltung nicht. Es kann zwar gut möglich sein, dass meine Freunde ständig versuchen, mich auszunehmen, aber ich habe mit Freunden bisher besser gelebt als ohne. Und hier geht es nicht nur um Prestige und Anerkennung, wie Kirschner behauptet. Er stellt es als schier unmöglich dar, beides, nämlich beliebt zu sein und seinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden, unter einen Hut zu bekommen und damit auch noch glücklich zu werden. Ich bin auch nicht von meinen Freunden abhängig, gehe zum Beispiel auch mal alleine weg, wenn alle etwas anderes vorhaben und trotzdem bin ich froh, sie zu haben. Weiterhin sagt er, dass man sich Schwierigkeiten immer stellen sollte. Das ist zwar richtig. Doch wenn man merkt, dass man einen größeren Nutzen daraus zieht, diesen aus den Weg zu gehen, weil man nur alles schlimmer machen würde - warum sollte ich das dann tun? Außerdem tut er so als können wir jeden einzelnen Wunsch, den wir haben erfüllen und uns von allem unabhängig machen. Wir können in vielen Fällen unsere Unabhängigkeit gar nicht bestimmen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt. Ich bin ein durchaus fauler Mensch und damit habe ich mich mittlerweile abgefunden. Trotzdem fühle ich mich gezwungen, mein Abitur zu absolvieren, weil ich ohne Abitur aufgeschmissen wäre. Am liebsten würde ich die Schule abbrechen und eine Ausbildung anfangen. Aber jeder verlangt Abitur. Was bleibt mir also übrig? Empört war ich über die Überschrift: "Warum so viele Frauen ihre Männer zu immer mehr Leistung antreiben." Auch die Ausführungen fand ich sehr fragwürdig, ich wollte das Kapitel schon überspringen. In diesem Teil stellt Kirschner Männer als die armen, armen Opfer der bösen Frauen dar. Ich musste die Tränen zurückhalten, so sehr hat es mich berührt. Dass sich die Machtverteilung in unserer Gesellschaft anders verhält, dürfte ja jedem klar sein. Außerdem tut er so, als würde nur der Mann arbeiten und die Frau faul zuhause auf der Couch liegen und nu darauf wartet, dass das Geld fließt. Na ja. Das Buch ist zwar von 1976, trotz alledem dürfte auch da die Emanzipation fortgeschrittener gewesen sein. Insgesamt hat mir das Buch gefallen und auch weitergebracht, zum Beispiel durch die Ausführungen, wie man ein Konzept entwickelt - so lässt es sich echt besser leben. Es ist durch die Kapitel, weitere Untertitel und Beispielen leicht zu lesen. Trotzdem: 3 oder 4 Sterne? Ich glaube 3. ;)
|
|
|
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kirschner predigt beinahe fernöstliche Gelassenheit!, 16. Januar 2003
Würde die Welt nicht besser aussehen, wenn sich jeder einmal mehr um seine eigenen Dinge kümmerte? Der Titel provoziert erstmal, da das Wort Egoismus negativ besetzt ist und die meisten von uns entgegengesetzt erzogen wurden. Kirschner empfiehlt aber keine aggressiven Egotrips, sondern zeigt auf, in wie weit unser Leben durch Fremdmanipulation und Verleugnung eigener Wünsche und Interessen geprägt ist. Es geht unter anderem darum, herauszufinden, was ich wirklich möchte oder in wie weit meine "Wünsche" fremdbestimmt sind (z.B. ein größeres Auto um den Nachbarn auszustechen, mehr Geld verdienen, damit die Frau einen weiteren Diamantring erwerben kann oder beruflicher Erfolg, nur um andere zu beeindrucken?) Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und persönliche Freiheit -hier einige exemplarische Aussagen Kirschners: "es ist nicht nötig, andere zu erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen", "wer wirklich gut ist, braucht niemanden, der es ihm ständig neu bestätigt" und "wenn man angegriffen wird, läßt sich der Gegner am besten mit seiner eigenen Aggressivität besiegen" (hier finden sich beinahe Anklänge zu ZEN-Buddhismus und japanischen Budo - Disziplinen).
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|