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Die Kunst, Unterschiede zu machen
 
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Die Kunst, Unterschiede zu machen [Gebundene Ausgabe]

Alexander Kluge
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (31. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518414488
  • ISBN-13: 978-3518414484
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 438.956 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Joachim Kaiser hat für Alexander Kluges neues Buch die Vorratskammer der Attribute aufgesucht: Witzig, hintergründig, unsentimental, ohne Pathos, originell, gelegentlich unplausibel, zwingend, grotesk und noch einiges mehr findet er diese "liebenswürdig kurze Zugabe" zu Kluges "Chronik der Gefühle". Manche der kurzen Prosastücke sind dort bereits enthalten, die neuen haben Kaiser gezeigt, dass Kluge noch immer "ein glänzender Prosaist" ist, wenn er auch mittlerweile "nachlässiger formuliert". Kluge tue, was sein Schaffen seit vierzig Jahren auszeichne, nämlich in biografischen Texte, Geschichten und Untersuchungen eine "wahrhaft entwaffnende Fülle von Realitäts-Partikeln" - von Stalingrad bis zur Oper - zu seiner eigenen "Prosa-Welt" zu kombinieren. Aufgefallen sind Kaiser die so überraschenden wie herausfordernden Denk-Wendungen in Kluges Texten, oft ist er beeindruckt, manchem will er widersprechen. Dennoch stimmt er G.W. Sebalds Wort vom "klügsten Schriftsteller der deutschen Nachkriegszeit" zu und hat am Ende nur noch eine "pedantische Bitte": Kluge möge doch, "so er weiterhin lustig-listig über Opern nachdenken möchte", musikhistorische Fehler vermeiden.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2003
Rezensentin Verena Lueken kann sich für dieses Buch nicht erwärmen und findet Kluge längst nicht mehr so klug wie einst. In seinem "sehr hohen Ton" hört sie denn auch kaum noch die "Melodie der versteinerten Verhältnisse", sondern leise bereits den "Jingle intellektuellen Markenschmocks". Der Band präsentiere Kluges Texte wie teure Restaurants das Desserttablett: abgestimmt auf einen Sinnhunger, den Kluge erst behaupte, dann jedoch nicht wirklich stille. Wie schon das Gesprächsbändchen "Verdeckte Ermittlung" weise auch dies Buch zurück auf die mehr als zweitausendseitige "Chronik der Gefühle". Im vorliegenden Fall handelt es sich der Rezensentin zufolge um eine kaum über hundertseitige Collage aus kurzen neuen Texten, die auf der Grundlage von Gesprächstranskripten einer Veranstaltung mit Reinhardt Kahl im "Philosophischen Café" entstanden seien. Wer Kluges "große Bücher" kenne, der werde also nichts Neues entdecken. Wer sie nicht kennt, fürchtet sie, den wird dies Buch darauf auch nicht neugierig machen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

»Kluges Prosa assoziiert ebenso zwingend wie grotesk, abwegig und absichtsvoll absurd. Das leise Lächeln des Autors bei alledem verstärkt des Lesers Verblüffung.« (Joachim Kaiser Süddeutsche Zeitung )

»Gleichwohl bietet dieses Bändchen nicht bloß eine Zwischengabe kluger und kurioser Einfälle, sondern eine komprimierte Theorie der nüchternen Gefühlsaufklärung; in Anbetracht der unterschiedlich temperierten Emotionen, die derzeit im clash der Kulturen aufeinandertreffen, gewinnt sie zudem an Brisanz.« (Andrea Köhler Neue Zürcher Zeitung )


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In einer der Geschichten Kluges heißt es, daß das Erzählen einen „gesellschaftlichen Leib" konstruiert, mit welchem der Mensch ein stimmiges, begreifbares Verhältnis zwischen „Unwahrscheinlichem und Wahrscheinlichem", zwischen Fiktion und Realität erfährt. Verantwortlich für dieses Erfahren sind die menschlichen Gefühle, dem wesentlichen Thema dieses Buches. Kluge schafft es mit seinen Geschichten die Abstraktivität von Gefühlen sichtbar zu machen indem er ihre Konsequenzen beschreibt. Jedes Gefühl hat seine Konsequenz. Gefühle sind die Produkte eines Wahrnehmungsprozesses und doch widersprechen sie, laut Kluge, dem Realitätsprinzip; Gefühle „glauben" nicht daran. Mit der Personifizierung von Gefühlen und in der Anerkennung ihrer Relevanz überwindet Kluge auch ihre Subjektivität: Gefühle sind zwar ein Teil des Unbewussten, aber damit auch ein wesentliches steuerndes Element menschlichen Handelns und Denkens. Literarisch-konkret: Gedanken sind „kristallisierte Gefühle".
Häufig vergleicht man den Autor Alexander Kluge mit einem Chronisten, doch dies greift zu kurz. Ein Chronist trägt die Ereignisse der Vergangenheit lediglich zusammen, Kluge versucht sie im nachhinein erzählend zu verändern. Er wird zum gestaltenden Chronisten, denn das Vergangene ist öde und reizlos, wenn wir es nur als historischen Fakt benutzen und die Urlust des Erzählens ist ja gerade die Konstruktion von Geschichten und - Geschichte. Kluge spricht hier von der „Vernetzung der Zeit". In der Literatur hat der Autor sein Korrektiv gefunden um in Zeitläufe einzugreifen. Dieses Eingreifen geschieht meist über die Konstruktion von Kausalbeziehungen zwischen Ereignissen und historischen Tatsachen, welche zuerst abwegig erscheinen (Wer vermutet schon einen Zusammenhang zwischen den van der Waalsschen Kräften menschlicher Zellen und der zerstörten Bibliothek von Alexandria?), aber über Gefühle, Empathie und Erinnerung nachvollziehbar werden und daraus ihren hohen literarischen Reiz gewinnen.
Auffällig wird Alexander Kluge als Optimist. In vielen der Geschichten ist das Hoffen und der Glaube an das Gute im Menschen zu finden - im Zweifelsfall an das Gute in dessen Zellen.
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