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Die Kunst der Lektüre
 
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Die Kunst der Lektüre [Gebundene Ausgabe]

Harold Bloom , Angelika Schweikhart
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Bertelsmann, München; Auflage: 1. Auflage. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570003345
  • ISBN-13: 978-3570003343
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 14,7 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 471.419 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der renommierte amerikanische Literaturwissenschaftler Harold Bloom lädt ein zu einer Reise durch die Weltliteratur - von William Shakespeare über Thomas Mann bis zu Toni Morrison. Mit leichter Hand entführt er in die Welt der kurzen Geschichten, der großen Romane, der Dramen und der Gedichte.

Umschlagtext

"Für das richtige Lesen gibt es keine allein ans Ziel führende Methode, auch wenn es einen Hauptgrund gibt, warum man lesen sollte. Uns sind schrankenlos Informationen zugänglich; wo aber findet sich Weisheit? Wenn man Glück hat, begegnet man einem besonderen Lehrer, der einem helfen kann, aber letztlich bleibt man allein und muss ohne weitere Vermittlung zurechtkommen. Das richtige Lesen ist eines der großen Vergnügen des Alleinseins, denn es ist meiner Erfahrung nach das heilsamste Vergnügen."

Harold Bloom, Doyen der amerikanischen Literaturszene, lädt uns angesichts der chaotischen Informationsflut ein zu einer Reise zu wichtigen Stationen der Weltliteratur und beschreibt, wie Lesen uns dazu bringen kann, unser wahres Selbst zu entdecken.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
In dem Werk "die Kunst der Lektüre" von Harold Bloom werden die großen bekannten, sowie auch die unbekannten Autoren und deren Meisterwerke offenbart.Man erfährt von Werken nicht unbedingt die ganze Geschichte, sondern eher ihre Quintessenz, ihre tiefere Bedeutung. Ziel dieses Werks ist es nicht, den Inhalt von zum Beispiel Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" 'zu erzählen, damit man diesen Welzer nicht mehr lesen muss, vielmehr möchte der Autor erreichen, dass wir es einmal lesen möchten. Denn der Autor möchte die Liebe zum Lesen, zum Lesen der wahren Literatur erwecken, was ihm mit diesem Buch wohl auch gelungen ist bzw. gelingen wird. Weiterhin sieht Bloom nicht nur ein Vergnügen hinter dem Lesen, nein er sieht auch etwas pragmatisches. Er vermittelt, dass man durch wirkliches Erfahren der Stücke, wie z.B. der Stücke seines Lieblings Shakespeare, einen Spiegel vorgehalten bekommt, in dem man sein bis dato noch unbekanntes Ich erkennen wird. So wird das Lesen dieses Buches nicht nur eine Reise durch die Weltliteratur, sondern auch eine Reise durch das eigene Ich, mit dem Ziel der Identitätsfindung. Also verfolgt man bei diesem Buch ein ganz und gar egoistisches Ziel. Wer das Buch "Bildung" von Dietrich Schwanitz kennen und lieben gelernt hat, wird in diesem Buch eine gelungene Ergänzung zum Literaturteil wiedererkennen. Für mich persönlich ist dieses Buch ein voller Erfolg und jeder der die letzte Seite dieses Buches zuschlagen wird, kann sich als Künstler der Lektüre feiern lassen. Falls jemand erwägt dieses Buch zu kaufen, soll er sich doch gleich noch ein Fremdwörterlexikon bestellen, denn er wird es bitter nötig haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Hamlet: Was gibt es Neues?
Rosenkranz: Nichts, mein Prinz, außer dass die Welt ehrlich geworden ist.
Hamlet: So steht der jüngste Tag bevor; aber eure Neuigkeit ist nicht wahr.

Das Lesen sei die Stärkung des Selbst. So Harold Bloom und er wartet auf mit den Genien dieser Welt, sei es mit dem Blick auf die Kurzgeschichte (z.B. Tschechow, Maupassant, Hemmingway), mit Blick auf Lyrik (z.B. Shakespeares Sonette, Miltons verlorenes Paradies oder Shelley und Keats, die Hochromantiker Englands), mit Blick auf die großen Romane (Cervantes, Dostojewski, Proust, Mann, Melville), mit Blick auf die Stücke (Shakespears Hamlet, Ibsen, Wilde). Wie und Warum wir lesen sollten? So die Frage des Untertitels des sehr interessanten und anregenden Buches. Bloom, Literaturwissenschaftler und Verfechter der habtilen Lesefreuden jenseits der Invasion von elektronischen Medien, stellt sich dem Untergang des Lesens von Büchern entgegen. Doch diese Gegendarstellung zum Aktuellen ist nicht eine rein Bloomsche. Vielmehr nimmt er seine Helden und Genien in den Ring und ficht mit ihnen gegen eine Welt, die sich den Einsichten großer Literatur entzogen hat.

Richtiges Lesen ist wie Umgraben seiner selbst, wie wir bei Martin Walser lesen konnten. Für Bloom ist es ein Schritt auf einen Spiegel zu, der uns, den Leser, in dem was wir lesen neu positionieren kann. Lernen durch Lesen heißt, sich einem neuen Bewusstsein zuzuwenden, die Einbildungskraft zu erweitern, sich seiner Phantasie anheimzugeben. Lesen ist somit eine Distanz zur Umwelt, um diese neu zu sehen. Es gibt keinen theoretischen Leitfaden. Es gilt, Erfahrung durch Lesen zu erweitern, Handlungsmodelle vor dem Handeln mental zu erleben und mit neuer Selbsterkenntnis neue Sozialkompetenz zu erwerben. Die großen Charaktere aus den dargestellten Beispielen erzeugen eine Vertrautheit über das erfahrene Leben hinaus, wenn man es als Leser zulässt. Sie zeigen aber auch die Herkunft des Gegebenen und beraten indirekt, sich den Schwierigkeiten entgegenzustellen, dem Leben in seiner Vielfalt zu trotzen oder es mit ihnen zu lieben.

Aus Hamlet kennen wir die Szene, in der Hamlets Lob auf Horatio diesen zum besten aller Menschen macht. Und doch, so muss man meinen, ist es Shakespears geliebtes Publikum, und damit der Leser, den, wie Horatio, die Leidenschaft nicht zum Sklaven machen soll, sondern er in des Künstlers Herzens Herzen gehegt wird. Nicht mehr sagt Shakespeare, als dass das Publikum ein stoisch weises ist, weil es zwischen Leben und Schauspiel, Leben und Roman zu unterscheiden weiß.

Hier noch im Lob, später in der Prophezeiung unserer Beschränkungen. 400 Jahre später erkennen wir, dass auch riesiges Wissen über unser Bewusstsein nur wenig dazu beiträgt zu erkennen, was nicht bewusst ist. Jenes Geheimnis, was den Willen durchkreuzt, jene Entschliessung durch des "Gedankens Blässe angekränkelt". Hamlets Tod ist ein Ende, welches Hoffnung auf Mut im Angesicht des Endes vorbildet.

"Nicht dir obliegt es, das Werk zu vollenden, du bist aber auch nicht frei, dich ihm zu entziehen." (Rabbi Tarphon) Also, warum lesen? Warum schreiben? Ist es die Macht des Geistes über das Universum des Todes, die in den großen Literaten sich offenbart? Im Widerspruch zu Tarphon nun Shakespears endgültig letzte Zeilen von "Die beiden edlen Vettern": "Und lasst und dankbar sein für das, was ist / Und hadern nicht mit Euch, den über uns / Allmächtig Waltenden. Kommt jetzt mit mir, / Und was die Zeit verlangt, dass lasst uns tun!" In dieser Ambivalenz liegt vielleicht die Kunst der Lektüre, in diesem Balanceakt der Grund für die Fragen: Wie und Warum wir lesen sollten?
~~
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