Zweifellos ein gutes Buch.
Zweifellos eine gute Aufteilung. (Wer die Kommentare anderer chinesischer Strategen überlesen will, überlese sie. Wer diese Ergänzung wünscht, lese sie)
Zweifellos auch ein gutes Vorwort zur Übersetzung.
Dies gilt für die Übersetzungen von Thomas Cleary, Patrick Lindley und Samuel B. Griffith in gleicher Weise. (Ich habe sie alle gelesen und verglichen.)
Im Gegensatz zu den Übersetzungen von Clary und Lindley auch für das Auge durch eine anderes Druckbild und die Einfügung von Bildern ansprechend. (Das können andere anders sehen.)
Ich stimme natürlich einigen Vorrezensoren zu: Manchmal scheinen die Texte wie die Sprüche aus einem chinesischen Glückskeks. Doch erschließt sich ihre Tiefe erst, wenn man sie nicht wie eine Betriebsanleitung anwendet ("Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehn...") sondern über ein Problem mit ihnen meditiert. Wer mit der Hand schreibt, auf Kopisten achtet und seine Gedanken in Stichpunkten, wie für einen Vortrag, erstellt, verdichtet notwendigerweise.
Aber:
Alle bisher genannten sind, wie auch diese Ausgabe, Übersetzungen des englischen Texts, die wiederum den chinesischen Text übersetzt.
Seit die direkte Übersetzung "Sun Tsu: Die Kunst des Krieges" von Klaus Leibnitz aus dem chinesischen ins Deutsche mit einer guten Kommentierung eines Sinologen vorliegt sind sie für den Normalleser obsolet.
Natürlich ist es weiterhin interessant, alle vier Ausgaben zu lesen, zu vergleichen und aus ihnen zu lernen.
Und natürlich (aber ich trage Eulen nach Athen) ist Krieg eher als "Auseinandersetzung" zu lesen.
Denn die Überlegungen - so banal sie auch klingen mögen - gelten auch in Wirtschaft, Politik, Verein, Freundschaft, Ehe .... Zur Anwendung oder (in den beiden letzteren Fällen) auch nur zur Analyse.
Und wer sie liest, sollte die 36 Strategeme mit einbeziehen.