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Die Kunst des Hungers: Essays und Interviews
 
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Die Kunst des Hungers: Essays und Interviews [Taschenbuch]

Paul Auster , Werner Schmitz
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: Paperback. (2. Mai 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499227193
  • ISBN-13: 978-3499227196
  • Originaltitel: The Art of Hunger
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 410.695 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Paul Auster
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Ein amerikanischer Hungerkünstler

Essays und New Yorker Impressionen von Paul Auster

In der ersten Hälfte der siebziger Jahre lebte Paul Auster als unbekannter junger Schriftsteller in Frankreich. Er schrieb Gedichte, den Lebensunterhalt verdiente er sich mit Auftragsarbeiten. Es entstanden Lexikonbeiträge, Vorworte, Buchbesprechungen, miserabelst bezahlt alles: Seine Übersetzung der nordvietnamesischen Verfassung ins Englische etwa wurde mit einem billigen Abendessen honoriert, natürlich beim Vietnamesen. 1974, im Alter von achtundzwanzig Jahren, kehrte Auster in die Staaten zurück, ein Gescheiterter, in heroischer Unverdrossenheit an seiner lyrischen Produktion weiterhin festhaltend – mit dem zu erwartenden Erfolg.

«Mein Leben lang war ich dem Thema Geld aus dem Weg gegangen, und jetzt konnte ich plötzlich an nichts anderes mehr denken», heisst es dazu in der Chronik früher Fehlschläge, die vor zwei Jahren unter dem Titel «Von der Hand in den Mund» auch auf Deutsch erschienen ist. Als Produkt einer rigiden Schubladenplünderung nimmt sich der Band aus; es durfte dabei nicht bleiben. Nie wieder arm! scheint die Devise des mittlerweile weltweit gelesenen Schriftstellers zu sein; sie sieht sich bekräftigt in Austers jüngsten Textsammlungen. Der bereits im Frühjahr erschienene Essayband «Die Kunst des Hungers» ebenso wie der dieser Tage aufgelegte Reader «Mein New York» gehören wohl beide in die Sparte der Selbstverwertung; doch sie haben ihre Bedeutung nicht nur als Geschenke für die Fans.

Ein Aufsatz über Knut Hamsuns ersten Roman, «Hunger», bildet den programmatischen Anfang des Essaybandes, gefolgt von einer Hommage an Kafka. Bei beiden sieht Auster eine «Ästhetik des Hungers» am Werk, eine Kunst der Not und des Verlangens. Der darbende Künstler ist für Auster der Künstler schlechthin, der in gleichsam masochistischer Askese eine intime Verzweiflung weniger zu entwirren denn zu entfalten sucht. Selbstauszehrung wird umgesetzt in eine Kunst, die auf die Misere des Daseins antworten möchte – im «Wissen, dass es keine richtigen Antworten gibt». Die Bemühung, «sich selbst auszudrücken», soll ihre Ziele gerade da am ehesten erreichen, wo dieses Selbst als blinder Fleck in die opake Vielfalt der Welt eingeschrieben wird. Dass in deren Zentrum ein gleichsam babylonisches Vakuum der Worte steht, scheint die genuine Mangelerfahrung der Dichter zu sein; diese Leerstelle durch Duplizierung zum Sprechen zu bringen, sieht Auster als den aporetischen, häufig sehr real selbstmörderischen Auftrag der Literatur.

Dass dichterische Kompetenz nicht nur in allerlei seelischen Defiziten, sondern und nicht zuletzt auch in der Gefährdung durch missliche äussere Umstände zu höchsten Resultaten gelangen kann, ist der Schluss, den Auster aus seiner Lektüre zieht. Was den Essays des Amerikaners einen ganz eigenen Reiz verleiht, könnte darin zu finden sein, dass es (fast) ausschliesslich europäische Autoren sind, denen er seine Aufmerksamkeit widmet. Etliche der Texte wurden ursprünglich für amerikanische Zeitschriften geschrieben. So eignet denn Austers Ausführungen etwa zum Werk von Edmond Jabès, zu Mallarmés Anatole-Fragmenten wie auch zu Becketts Französisch ein deutlich pragmatischer Zug. Auster will seine Autoren nicht feiern, sondern vermitteln; dass er auf der Höhe der Theorien von Strukturalismus und Dekonstruktion ist, lässt die elegante Sprache zwischen den Zeilen stets ahnen.

Instruktiv zu lesen sind die den Band beschliessenden Interviews, in denen Auster auf die eigene schriftstellerische Produktion eingeht. «Schreiben ist für mich längst kein Akt des freien Willens mehr, es ist eine Sache des Überlebens», lautet hier die zentrale Aussage, die abermals auf das Motiv des in Existenzangst gründenden literarischen Unternehmens verweist. Ein Ausruhen auf dem Erreichten gibt es offenbar auch für den Erfolgsautor Auster nicht. Jedes Buch ist für ihn ein weiterer «Beweis meiner Unwissenheit», Koinzidenzen, Zufallserinnerungen, Dubiositäten aller Art spielen dabei eine entscheidende Rolle. Dass «ein Buch nur es selbst werden kann, insoweit der Autor es nicht versteht», bezeugt noch einmal Austers Verankerung in der europäisch-hermetischen Schule.

Die zunehmende Redundanz in Austers Werk erscheint als Programm eines Autors, der «im Grunde stets dasselbe Buch» schreibt. Als Modell dieses einen und einzigen Buches darf der Band «Mein New York» gelesen werden. Längere und kürzere Passagen aus den Romanen bilden einen neuen Textkörper, der sich nicht mehr auf die Machinationen von Plot und Figurenentwicklung einlassen muss. Die Stadt selbst wird zu einem Roman der Fragmente, konfiguriert im spezifischen Blick des Autors Paul Auster. «Es geht um Leben und Sterben und um den Versuch, zu begreifen, was wir hier eigentlich machen», heisst es dazu im Essayband. Dieses Hier ist für Auster vor allem einmal sein Lebensort New York. Es ist das ihm bestimmte, ihn bestimmende Babel, gebaut aus Kontingenz und Verlorenheit.

Bruno Steiger

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2000
Recht rund findet Andreas Kilb diesen Sammelband mit Essays und Interviews, deren Abfolge "auch eine künstlerische Entwicklung" markiere: die des Literaturkritikers Paul Auster nämlich, erst zum Herausgeber von Literatur und schließlich zum "Gegenstand der Literaturkritik" selbst. Das Auster nicht immer den literarischen Ansprüchen des Kritikers genügt, wird nicht verschwiegen. "Aber man liest ihn gern", meint Kilb. Die Kostproben, die der Rezensent anbietet, machen jedenfalls den Eindruck, daß hier besonders Auster-Fans auf ihre Kosten kommen können.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Die Kunst des Hungers" war mein erstes Buch von Paul Auster und ich stieß mehr aus Zufall darauf (weil mir der Titel gefiel *g*). Während des Lesens bereute ich meinen Kauf keine Sekunde lang. Nicht nur, dass mir durch Paul Auster manche Bücher verständlicher wurden, von manchen hörte ich auch zum ersten Mal und ich hätte sie mir ohne Auster wohl auch nie gekauft. "Die Kunst des Hungers" erzählt jedoch nicht nur von Büchern, sondern ebenso vom Bücher schreiben und lesen.
Kauft es einfach und denkt hinterher darüber nach!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Paul Auster`s Essays und Beschreibungen von Werken anderer Autoren haben mich begeistert. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, da es die verschiedenen Werke sehr tiefgehend betrachtet. Seine Abhandlungen (z.B. über Celan) bringen dem Leser diese Werke sehr nahe. Kein einziges Wort ist unnötig. Gibt es ein größeres Kompliment für einen Autoren?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Und lese jedes Wort - 12. September 2010
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
einmal gelesen ist es ein Wort, welches du mit Recht lieben und verteidigen darfst und kannst."
Dahár

Ich weiß nicht was ich erwartete, ob karge Buchbeschreibungen oder metaphysische Abhandlungen - keins von beidem habe ich gefunden.
Denn Auster bleibt auch in diesem Buch Auster, ein Mann der im Zwielicht, im Schatten zu schreiben scheint und trotzdem immer wieder so etwas wie die Schönheit gerade dieses Zwilichts, dieser Düsternis hervorhebt und sie "köstlich", ja geradezu liebevoll schön werden lässt. Erfahrene Auster (Roman-)Leser kommen deshalb ebenso auf ihre Kosten, wie die Leute, die dieses Buch lesen wollen um ein bisschen mehr über Auster selbst und über Literatur zu erfahren.
Das Buch ist in 4 Teile gegliedert:
1. Essays (13 Stück aus den Jahren 1970-1993)
2. Vorworte (zu Büchern die Auster übersetzt oder an deren Veröffentlichung er beteiligt war)
3. Interviews (1987-1992)
4. Warum schreiben? (Ein autobiographischer Essay der auch einzelne Gedanken aus dem "roten Notzibuch" beinhaltet)

Die Essays und auch die Vorworte sind zwar Texte, die man oberflächlich als SACHTexte beschreiben würde, doch haben sie diese ganz bestimmte Intensität und diese ganz bestimmte Tiefe dunklen Wassers, wie man sie auch aus Prosatexten von Auster kennt und einige der Essays lesen sich wie eine Geschichte über ein erfundenes, ein gleichsam imaginäres oder erdfundenes Buch, dessen Geschichte und Autor ebenfalls von Auster erdacht wurden. Das liegt zum Teil auch an der Auswahl der Autoren und Bücher - von einigen hatte ich noch nie gehört und konnte ihre Bücher auch in keiner deutschen Übersetzung finden. Die meisten sind (bis auf Kafka und Beckett) eher so eine Art Geheimtipp.
Die Interviews sind sehr aufschlußreich wenn man mehr über Austers Verständnis des Schreibens und des Autor-seins erfahren will und gleichsam können sich dort die Leser des Frühwerks (Erfindung der Einsamkeit, New-York-Triologie, Mond über Manhatten, Musik des Zufalls) viel von Auster über die Bedeutung dieser Bücher und über die Arbeit daran anhören.
Der letzte Teil ist sehr nah und erzählt oft von den Zufällen des Lebens, die ja auch Austers Werk oft begleiten und viel Einfluss auf seinen Weg als Mensch und als Schrifsteller genommen haben.

Ein bemerkenswertes, wirklich bemerkenswertes Buch, dass viele Türen zu den unterschiedlichsten Bücher und Welten aufstößt.
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