Kurzbeschreibung
Das von F. Landsberger in den frühen dreißiger Jahren veröffentlichte Werk über die Kunst und Ära der Goethezeit stellt den ersten kunsthistorischen Entwurf von Bedeutung dar, diese Epoche in ihrer Einmaligkeit für die gesamteuropäische Kultur zu würdigen. Durch ein nahezu ans Universelle grenzendes Wissen gelingt es Landsberger, das diffizile Beziehungsgeflecht von literarisch-philosophischen Strömungen, Architektur, plastisch wie malerisch-bildenden Künsten methodisch aufzuzeigen; um dann, von den erreichten Forschungsergebnissen ausgehend, die formalen wie inhaltlichen Elemente auf ihren Sinn innerhalb der Stilgeschichte zu bewerten. Den Band über die Goethezeit erneut verfügbar zu machen, darf als Beitrag und Intention des Verlages gelten, Weimar, die Kulturstadt Europas 1999, zu ehren und den Dichter, der Garant und Repräsentant einer ganzen Epoche gewesen ist. Vom frühen Klassizismus eines Winckelmann oder A.F. Oeser, bis zur gotisierenden Hochromantik und der Malerei der Nazarener, hat Goethe, zustimmend oder ablehnend, das Kunstschaffen der Generationen auf sich wirken lassen. Den speziellen Reiz, auch den sprachlichen, gewinnt Landsbergers Kunsthistorie durch eine Terminologie, welche neue Deutungen ermöglichte, vor allem mit Blick auf die Malerei. Vom Barock und Rokoko ausgehend bis zum Beginn des Realismus nach 1830, dient dieses Standardwerk der Vermittlung von Künstlerbiographien sowie der Vermittlung einer Vielzahl glücklich zu nennender kunstgeographischer Interpretationen. Die Meisterleistungen klassizistischer Kunst werden in den Hochburgen wie Rom, Wien, Dresden, München oder Berlin präsent, veranschaulicht durch Bildmaterial ersten Ranges. Als erfreuliche Tatsache ist abschließend zu konstatieren, daß Landsberger sich nicht nur auf die Nominierung berühmter Künstlerpersönlichkeiten kapriziert hat; undogmatisch und tolerant wird auch das Schaffen von weniger bekannten Künstlern einbezogen.