...das bestätigen auch die Rezensionen hier; die einen finden das Buch richtig klasse, andere raten davon ab. Generell ist es so, dass es nach wie vor keine allgemeine Fachliteratur fürs Filmemachen gibt. Denn das Schreiben von Drehbüchern, die Schauspielerei und eben die Regie erfordern vor allem persönliche Gaben, die man nicht aus Büchern lernen kann - aus Büchern erlernt man nur einen verschwindent kleinen Teil seiner fachlichen Skills. Deshalb sollte man seine Erwartungen an die filmische Fachliteratur nicht zu hoch ansetzen ! Auch dieses Buch macht niemanden zum Regisseur: David Mamet ist unzweifelhaft ein erfolgreicher Filmemacher, der zum Glück noch ganz an der Basis zuhause ist und sein Wissen als Dozent weitergibt, erkennbar Freude an seinem Beruf hat und nicht auf der Jagd nach dem Blockbuster-Business ist. Insofern ist auch sein Buch, das eine Zusammenfassung seines persönlichen Credos ist, ganz interessant zu lesen. Denn unterschiedliche Meinungen über grundlegende Gestaltungsfragen von Filmen kennenzulernen, ist immer interessant - und so gesehen ist auch die etwas einseitige Darstellung Mamets in bestimmten konzeptionellen Filmfragen durchaus lesenswert. Es muss aber klar sein, das Mamet hier eben SEINE Meinung wiedergibt, wie das jeder Dozent tut. Niemand wird nach der Lektüre des Buches wesentlich besser, aber auch nicht schlechter Regie führen können, als vorher. Denn, wie oben schon erwähnt, sind es vor allem kreative Begabung und gewisse "Soft Skills" die einen Regisseur ausmachen. Der nämlich ist am Set gleichzeitig Schinder und Driller, Spaßvogel und Trottel vom Dienst, Tröster und Therapeut. Wer Filme machen will, muss vor allem MACHEN und schleunigst hinein ins Business, als Praktikant im Rental, als Lampenschlepper oder Hilfskoch am Cateringmobil. Gute Regisseure kommen aus der Dramaturgie, vom Schnitt oder vom Schauspiel. Dort liegen die wesentlichen Lernfelder. Ein "Lehrbuch zur Regie" ist verzichtbar, denn Regie heißt auf deutsch "Spielleitung" und das lernt man durchs Tun und Ausprobieren, auch im Theater oder in der Video AG. Ein Buch zu lesen, so wie das von Mamet, schadet natürlich nie...