na ja, das mit den punkten ist jetzt blöd, ich habe das buch nämlich selber geschrieben, und ich finde keineswegs alle meine bücher gut - aber dieses!
gebe ich mir alle punkte, ist das irgendwie unangenehm, nenne ich keinen punkt, bekommt die gesamtwertung ein schiefes bild, das will ich auch nicht.
ich will aber unbedingt dem reinhold stansich ein bißchen widersprechen. zunächst schönen dank - eigentlich schreibt er ja sehr freundlich! aber etwas ganz wichtiges stimmt überhaupt nicht.
nein, in diesem buch steht nirgend - und schon gar nicht "völlig unabgeschwächt" -, dass mütter und väter fehler machen - und die haben dann furchtbare folgen. da steht haarscharf das gegenteil.
soll ich mal zitieren?
"nein, eine einzige kleine begebenheit, an der eine mutter mal schlechte laune hat, schadet keinem kind. all das wird unter der fülle schönerer erfahrungen schnell vergessen".
wer macht denn da schuldgefühle?
an derer stelle erzähle ich, dass ich selber in meiner familie gut geschätzt 70 prozent falsch mache, und 30 richtig. die aber mit viel liebe. und dann sage ich: die 30 prozent reichen. weil es nicht auf das richtig-machen ankommt, sondern auf die gefühle von eltern und kind.
ich rede zum beispiel davon, dass alle menschen ihr ganzes leben lang ihre "muttersprache" sprechen. mögen sie vier fünf weitere sprachen perfekt lernen - der klang, die lockung, der tonfall von "mama" schwingt in ihrer sprache ein leben lang mit.
so tief wirkt mama, ein leben lang. papa auch!
was für eine kraft das ist! darüber bin ich doch froh, und kriege keine schlechten gefühle...
ich erzähle aus der entwicklungspsychologie (sogar sehr vollständig, wer alles gelesen hat versteht hinterher sehr viel von entwicklungspsychologie, mehr als mancher fachmann!), ich berichte immer wieder mal von meiner kleinen tochter, ihrem hamster, der zeit auf dem spielplatz und mehr.
Ich spreche also von der freude der liebe. am reinsten und tiefsten ist sie im zusammensein mit kindern.
und ganz zuletzt: ich sage auch - wörtlich -, "dass die elternliebe, besonders die mutterliebe, der ursprung des humanen ist. die zukunft einer zivilen gesellschaft und kultur liegt bei den müttern".
das soll ein schlechtes gewissen machen?
das macht mut - und soll es auch.
im übrigen klingt bei Ihnen, lieber herr stansich, alles so, aber sei das buch ein bissel pädagogisch-sauertöpfisch. aber so ist es doch gar nicht, das haben Sie bestimmt gemerkt. es ist heiter, und oft nachdenklich, und manchmal ein bißchen traurig.
ich grüße Sie herzlich, und mit dank, trotz der kleinen einschränkungen
wolfgang bergmann
PS ... die fünf punkte, die ich mir selber gegeben habe, sind mir immer noch peinlich, aber wie soll ich es denn sonst machen? soll ich mich etwa selber in die pfanne hauen?
aber das urteil überlasse ich schon gern den lesern selbst, sie sollen nur wirklich wissen, was sie erwartet und worum es mir geht: um eine stützung von familie als elementarer wert, und um liebe als grundlage von allem (sonst ist die ganze erziehung nix wert!)