Dieses Buch sollte man trotz des nicht gerade sachlichen und obendrein irreführenden Titels gelesen haben. Hier dürfte fast jeder bei sich einige Dinge entdecken, die er nur anderen Menschen zuliebe tut, ohne es wirklich zu merken. Kirschner öffnet einem die Augen, wenn es darum geht, unser tägliches Handeln einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Warum handeln wir so, wie wir handeln? Oft stellt man fest, dass man bestimmte Dinge nur tut, weil sie von uns erwartet werden. Wir wollen nicht "anecken", nicht unangenehm auffallen, der Norm entsprechen. Wir tun Dinge, die uns nicht nützen, statt dessen nützen sie anderen.
Das Bestreben, ein Egoist zu werden und zu sein mag von manchen negativ aufgefasst werden. Warum? Weil ein Egoist (in Kirschners Sinne) nicht mehr für Manipulationen zur Verfügung steht, sondern seine eigenen Interessen gegen andere durchsetzt. Ein Egoist entscheidet für sich selbst, hängt keinen Moden nach und redet niemandem nach dem Mund. Klingt unbequem? Nur für die, die uns manipulieren wollen.
Wer nach der Lektüre übrigens die Lust auf weitere Bücher des Autors verspürt, kann sich diese sparen. Die Grundaussagen seiner Bücher sind alle mehr oder weniger gleich.