Das Buch ist zwar gut geschrieben und mitunter auch interessant, allerdings reiht es sich für mich ein in die Liste der Publikationen, die für die sich ständig verschlechternde Familiensituation mitverantwortlich sind. Denn im Grunde haben wir es hier mit einem ideologischen Werk zu tun: Die Autorin nimmt an, dass Menschen in Deutschland wieder ausreichend viele Kinder haben wollten, wenn nur endlich Familie und Beruf ordentlich miteinander vereinbar wären. Das Problematische daran ist bereits die Annahme, dass eine solche Vereinbarkeit prinzipiell möglich sei. Leider ist das nicht zutreffend. Gerade gut verdienenden Paaren, die sich ihr Kindermädchen vielleicht sogar selbst leisten könnten, fehlt es meist nicht an den Vereinbarkeitseinrichtungen, sondern an der Zeit. Wer nämlich einen Beruf mit hoher Verantwortung oder auch eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, dem fehlt die Zeit, sich ausreichend um die eigenen Kinder kümmern zu können. Warum dann also welche haben wollen?
Das Problem lässt sich übrigens - und das verschweigt das Buch leider - auch in den nordischen Ländern oder in Frankreich nachweisen: Allen Menschen wird zwar einerseits empfohlen, möglichst viel Bildung zu erlangen, doch andererseits geht damit ihr Kinderwunsch zurück. Ein Tag hat auch für gut ausgebildete Menschen nur 24 Stunden. Und deshalb bekommen auch in Schweden die Menschen umso weniger Kinder, je höher ihre Bildung ist. Für moderne, bildungsdurchlässige Gesellschaften ist so etwas desaströs.
Wir haben es hier mit einem generellen, durch die Gleichberechtigung der Geschlechter verursachten Problem zu tun, welches viel tiefliegender ist, als es sich die Autorin scheinbar überhaupt vorstellen mag. Und welches ganz anderer Maßnahmen bedarf, als solche, die uns die Autorin empfiehlt.