Das Werk ist in sechs Abschnitte gegliedert, von denen der erste und derletzte dem Staat bzw. der Religion als den tragenden Kräften gewidmet ist. Die vier dazwischen liegenden Abschnitte behandeln die Entwicklung des Individuums, die Wiedererweckung des Altertums, die Entdeckung der Welt und des Menschen sowie die Geselligkeit und die Feste als besondere Merkmale des neuen Zeitalters. Der Autor beschränkt sich räumlich auf das italienische Gebiet und zeitlich auf das 15. und frühe 16. Jahrhundert, nicht ohne notwendige Rückgriffe auf das Mittelalter. Während die Menschen im Mittelalter in einer von der Religion bestimmten Ordnung lebten, sind jetzt die moralischen Werte verloren gegangen. In dieser chaotischen Zeit versuchen die Humanisten und Künstler einen Standpunkt zu finden, sind jedoch macht- und ruhmsüchtig und setzen sich und ihr Schaffen absolut. Dennoch entfalteten sich vor diesem wirren Hintergrund ein neues Menschenideal, dem umfassende Bildung als hohes Gut galt, und eine kulturelle Blüte von noch heute sichtbarer Ausprägung. Burckhardt beschreibt die wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen der Zeit von den Entdeckungsreisen des Kolumbus über die Sternkunde, die Botanik, die Zoologie bis zur Kunst der Poesie bei R Dante Alighieri, Giovanni R Boccaccio oder Francesco R Petrarca. Des Weiteren widmet er sich der neuen Stellung der Frau in der Renaissance. In den höheren Ständen erhielten Frauen die gleiche Bildung wie die Männer und erbrachten auch bemerkenswerte künstlerische Leistungen in Malerei und Dichtkunst. Schliesslich untersucht Burckhardt die moralische Situation des Landes einschliesslich der Kirchen und ihrer Vertreter. Er stellt fest, dass Italien sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts in einer schweren sittlichen Krise befand, die sich auf alle gesellschaftlichen Kräfte auswirkte. Der Glauben war erschüttert und das Misstrauen gegenüber der Kirche gross.


