Florian Coulmas' Buch über Japan ist eine der schönsten neueren Erscheinungen, die sich diesem komplexen Thema widmen und dabei ein gut lesbares und verständliches Bild dieses Landes abgibt. Gut ist, dass er erklärt, welche Zusammenhänge und Phänomene es in der japanischen Gesellschaft gibt. Dabei entsteht ein guter Überblick, der neugierig auf diese fremde Kultur macht und dennoch viele Fragen aufwirft, die den Leser dazu verleiten, sich noch intensiver mit Japan und seiner Kultur auseinander zu setzen. Sehr gelungen ist Coulmas, dass er nicht nur historische und kulturelle Informationen gibt, sondern auch darlegt, welche Geisteshaltung die Japaner prägt, welche Beziehungsgeflechte die japanische Gesellschaft prägen und inwiefern sich diese auch auf die Alltagskultur auswirken. Positiv dabei ist, dass er dieses Thema wertfrei darstellt, da viele Autoren, die sich mit der Kultur Japans beschäftigen, die Fremdheit unterstreichen, den Leser verständnislos den Kopf schütteln lassen, ihn faszinieren oder abstoßen. Coulmas' Stil ist erklärend und neutral, stellt Dinge und ihre Hintergründe faktisch dar, ohne dabei in die Tiefe der japanischen Psyche einzusteigen- und diese Neutralität und der Reichtum an verschiedensten Informationen erlaubt es, Dinge zu verstehen und nicht nur bloß zur Kenntnis zu nehmen. Insofern ein sehr gutes und empfehlenswertes Buch über Japan, das informieren will.