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Die Kultur der Freiheit: Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört
 
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Die Kultur der Freiheit: Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört [Gebundene Ausgabe]

Udo Di Fabio
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 295 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1. A. (26. Juli 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406537456
  • ISBN-13: 978-3406537455
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 299.807 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Udo di Fabio
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wir sollten den Aufbruch in eine neue bürgerliche Epoche wagen, mit einem Bürgerbegriff ohne soziale Schranken, mit weniger staatlicher Bevormundung, mehr eigener Leistungsfreude. Das alles fordert Udo Di Fabio in seinem Buch. Stärker als bisher sollten alle den Zusammenhang von individueller Freiheit und unentbehrlichen Gemeinschaften wie Familien, Nationen, Religionsgemeinschaften beachten. Der Autor möchte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit mehr als zwei Jahrhunderte nach der Französischen Revolution mit dem immer aktuellen Thema der kulturellen Richtung einer Gesellschaft verbinden. Die Kultur der Freiheit lebt von hohen Erwartungen an den einzelnen Menschen. Und neue Kraft entsteht, so folgert Di Fabio, wenn Menschen aufhören, wirtschaftliches, kulturelles und politisches Geschehen wie Zuschauer und Besucher eines Einkaufsparadieses zu betrachten. Sie sollten fragen, wie man etwas besser machen kann und -- vor allem -- was sie selbst dazu beitragen können.

Der Jurist und Hochschullehrer, seit 1999 Richter am Bundesverfassungsgericht, hat seine Gedanken über das Individuum, dessen Chancen und Grenzen, den Wert der Familie und die Verantwortung der Gesellschaft klug formuliert. Behutsam, moralisch, anregend. Keine lähmende Besserwisserei, sondern Ermunterung für den Leser nachzudenken. Nachzudenken über das eigene Dasein und dabei nicht den Blick zu verlieren für eine interessante, aber wenig geordnete, ja gefährliche Welt.

Wichtig sei bei alldem ein solides kulturelles Fundament. Nationen und Weltreligionen, die sich darauf gründen, werden in diesem Jahrhundert in Führung gehen. Davon ist Di Fabio überzeugt. Sie werden sich auch deshalb behaupten können, weil sie zu einer dynamischen Weltwirtschaft passen. -- Hans Jürgensen

Patrick Bahners, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.7.2005, zur 1. Auflage

„(...) Unserem Land (...) verordnet Di Fabio ein Programm des „reflexiven“ Pétainismus: Arbeit, Familie, Vaterland, alles unter dem Schutz des lieben Gottes. So würde Di Fabio es natürlich nicht sagen, aber es sei hier so deutlich formuliert um des Streits willen, den er sich wünscht und der seinen Angaben nach unter der Tyrannei von Antidiskriminierungsbeauftragten und Nichtregierungsorganisationen ebenso vom Aussterben bedroht ist wie eigentlich fast alles. (...) Mit der Kultur der Freiheit sind die Ordnungen gemeinschaftlichen Lebens gemeint, die dem Individuum seine Wahlmöglichkeiten erst eröffnen: Familie, Kirche, Volk. (...) Zu beherzigen ist Di Fabios Mahnung, wir sollten als Tatsache zur Kenntnis nehmen, daß es Gründe gibt, die „westliche“ Kultur grenzenloser Freizügigkeit geringzuachten. (...)“

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Weckruf eines Berufenen 18. März 2006
Von Barnos
Format:Gebundene Ausgabe
Die Grundwerte und Normen, auf denen eine Verfassung beruht, gleichen einem lebendigen Organismus, der ohne Nährstoffversorgung verkümmert und abstirbt. Ihr Lebenselixier sind Menschen, als Individuen und Gemeinschaft, die ihr Leben im Geist dieser Werte führen und dadurch für ihr Fortbestehen sorgen. In diesem Sinne wäre die Verfassung das Plebiszit eines jeden Tages, wie es Ernest Renan von der Nation gesagt hat. Insofern aber die für die Verfassung konstitutiven Werte aus bestimmten kulturellen Wurzeln hervorgehen, bedarf es einer Rückbindung der die besagten Werte am Leben erhaltenden Menschen an eben dieses Kulturgut.

Das ist – etwas verkürzt und abstrahiert – der thematische Ankergrund von Di Fabios Mahnschrift, die das Land alarmieren sollte. Denn der Richter am Bundesverfassungsgericht sieht das Grundgesetz gleich in doppelter Hinsicht grundsätzlich gefährdet: Wegen rückläufiger Geburtenraten droht in Deutschland schon aus rein biologischen Gründen der schleichende Verfassungstod mangels Nachkommenschaft, die für ein Fortleben grundgesetzlicher Normen und Werte eintreten könnte. Kinder- und Familienfeundlichkeit samt einem Bewusstseinswandel in Richtung auf mehr Bindungsbereitschaft und soziale Verantwortungsübernahme hält Di Fabio also für die erste Bürgerpflicht und Gemeinschaftsaufgabe in der gegebenen Lage.

Doch nicht nur aus demographischen Gründen steht der Wertekanon des Grundgesetzes heute auf tönernen Füßen. Die vergangenen Jahrzehnte der Abkehr von gutbürgerlicher Lebensart, von Bildungsbeflissenheit und Leistungsbereitschaft im Zeichen einer allzu rücksichtslos begriffenen Freiheit des Individuums zu beliebiger Selbstverwirklichung im privaten und öffentlichen Raum, in Verbindung mit einer teils fremdgesteuerten, teils selbstverschuldeten Auslieferung an Medienwelt, Konsumofferten, Erlebnisspektakel und Fernreiserummel, haben nach Di Fabio mehr oder minder unversehens dazu geführt, dass die in der Gesellschaft gelebten Werte nicht mehr zu dem kulturellen Quellgrund passen, der das Grundgesetz hervorgebracht hat und für dessen Fortbestehen nötig ist. Zu fordern ist daher Besinnung auf das, was eine Kultur der Freiheit im Sinne des Grundgesetzes ausmacht.

Bis zu dieser Einsicht wird Di Fabio folgen, wer sich den Realitäten einigermaßen stellt: Der Identifikationskern eines geläuterten, im Kreise der Völker zu neuem Ansehen gelangten Deutschland, dieses Grundgesetz (das sogar bereits zur Projektionsfläche eines Verfassungspatriotismus geworden ist) wird nur Bestand haben und fortwirken können, wenn der gesellschaftliche Unterbau das erlaubt und fördert. Allerdings gilt das in gleicher Weise für Verfassungen und Gesellschaften aller demokratischen Länder. Und die für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland maßgeblichen Werte sind ja zum überwiegenden Teil solche, die auch anderen westlichen Demokratien zugrunde liegen. Ähnliche gesellschaftliche Entwicklungstendenzen vorausgesetzt (die drei ersten Kapitel in Di Fabios Abhandlung (S. 1-70) stehen explizit unter diesem Eindruck), dürften anderwärts demnach näherungsweise gleichartige Disparitäten zwischen Verfassungsintentionen und Lebensalltag zu finden sein.

Wenn aber Deutschland mit diesem Problem nicht allein ist und wenn auch die Problemursachen nicht nur spezifisch deutsche sind (nebenbei: die vorläufig aus historischen Gründen hierzulande noch wirksame Immunreaktion der öffentlichen Meinung gegenüber nationalem Überschwang und Deutschtümelei soll man nicht fahrlässig auf den Müllhaufen der Geschichte werfen), dann muss auch die Besinnung auf die kulturellen Wurzeln unserer westlich-demokratischen Verfassung nicht allein, nicht einmal primär, am deutschen Stamme stattfinden. Di Fabio liegt sicher richtig damit, die positiven Seiten unserer nationalen Kultur und Geschichte für den gemeinten Reorientierungsprozess fruchtbar zu machen; doch geht das ergiebige kulturelle Spektrum über den nationalen Rahmen weit hinaus und endet nicht einmal an den Grenzen des von Di Fabio argusäugig betrachteten EU-Europa (Di Fabio selber zählt allein zum „Westen“, zu den Erben des „christlichen Abendlands“, sowohl Europa als auch Nordamerika, Neuseeland und Australien (S. 2f.); und ein im Ganzen national verengter Blickwinkel ist ihm auch nicht etwa vorzuhalten). Man wird daher z.B. nicht unbedingt das immer noch affektbeladene Preußen bemühen müssen (S. 222ff.), um die Gesellschaft, für die das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschaffen wurde, mit Kulturgehalten versorgen zu können.

Fazit: Di Fabios Weckruf darf weder ungehört verhallen noch als rückwärtsgewandte Spinnerei billig abgefertigt werden. Der Problemaufriss überzeugt; die Dringlichkeit der Bearbeitung ist gegeben; über die adäquaten Lösungswege sollte in demokratischer Offenheit beraten und danach schleunigst gehandelt werden. Und wegen der Bedeutung der Nachwuchsfrage, die zu vernachlässigen keiner Gesellschaft bekömmlich sein kann, haben Familienförderung sowie Bildungs- und Integrationsanstrengungen oberste Priorität.

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38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unbestechlicher Zeitzeuge. 18. Oktober 2005
Von Volkmar Weiss TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man Gibbons „Verfall und Untergang des Römischen Reiches" liest, dann staunt man, wie viele Zeitzeugen Gibbon zitieren kann, die die Mißstände ihrer Zeit in ihren Ursachen und Folgen sehr wohl begriffen hatten. Es ist zu befürchten, daß für die Nachwelt, wenn sie die Geschichte unserer Zeit schreiben wird, das hier besprochene Buch eines Mannes, der, aus bescheidenen Verhältnissen kommend, zum Richter am deutschen Bundesverfassungsgericht aufgestiegen ist, eine ähnliche vorzügliche Quelle sein wird.
„Die typischen Sinngehalte menschlicher Existenz scheinen verschüttet oder an den Rand gedrängt: die Suche nach Liebe und Intimität, die Geborgenheit einer Familie, die Erkenntnis, dass nur Kinder Zukunft bedeuten, das Verliebtsein in den Erfolg, Streben nach Anerkennung, die Entschiedenheit etwas zu leisten und auch dann weiterzukämpfen, wenn der Erfolg einmal ausbleibt, die Achtung vor dem Anderen." Und Di Fabio erkennt (auf S. 131): „Die Gesellschaften des Westens können auf Dauer mit der Nachwuchsrate der Gegenwart nicht existieren. .... Wenn heute in Deutschland wie in vielen anderen Staaten des Westens ein immer größer werdender Teil des akademisch gebildeten Mittelstandes kinderlos bleibt, geht die Erziehungskompetenz fast einer halben Generation Akademiker verloren mit absehbaren Folgen für die gesellschaftliche Verfassung in den nächsten Jahrzehnten. ... Diese mächtige Dezimierung einer gut ausgebildeten, unsere Sprache sprechenden kommenden Generation senkt - das ist keineswegs paradox - die Integrationsfähigkeit westlicher Gesellschaften für die Zuwanderung aus anderen Kulturräumen, die gleichzeitig notwendiger wird, wenn die tragenden Wirtschaftsstrukturen erhalten bleiben sollen."
Doch selbst wenn 1 Million deutsche Bundesbürger Di Fabios Buch lesen sollten und 10 Millionen seine Einsichten teilen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen würden, wäre die Wirkung gering, denn die Schwerkraft der anderen 70 Millionen und der 7 Milliarden Erdbewohner insgesamt würde den Gang der Geschichte bestimmen, den Weg ins „Große Chaos", das die Amerikaner Lee und White („Die Geschichte der Zukunft") fiktiv für das Jahr 2037, Kremper („Memoiren der Zukunft. Deutschland 2050 - ein Rückblick") für 2033 ansetzen. Der parteilose Di Fabio kann keine gesellschaftlichen Kräfte und Organisationen benennen, die sich dagegen stemmen. So ist zu befürchten, daß die „Kultur der Freiheit" ebenso wie Sinns „Ist Deutschland noch zu retten?", Birgs „Die ausgefallene Generation", Miegels „Epochenwende", Wöhlckes „Das Ende der Zivilisation" oder auch „Die IQ-Falle" nichts weiter bleiben werden als die vergeblichen Mahnrufe in einem Zyklus, für den schon längst das Verfallsdatum feststeht.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Werk erscheint auf den ersten Blick als eine Abrechnung mit dem heutigen System in der Bundesrepublik. Doch es geht um mehr. Di Fabio stellt das System des gesamten Westens auf den Prüfstand. Seine "Werte", "Freiheiten" und "Regeln".
Dass das Positionen des Autors dabei mehr als nur einmal zum Nachdenken einladen ist mehr als erfreulich. So erfüllt es seinen Zweck, den Autor zum Denken anzuregen und das bestehende System nicht einfach anstandslos zu akzeptieren bzw. weiter zu leben.
Manche Abschnitte könnten einfacher beschrieben sein, doch dies ist auch schon der einzige Kritikpunkt. Ein Buch über dieses Thema kann kein Bilderbuch sein. Es sind ehrliche und harte Fakten, Argumente und Fragen erforderlich. Diese trifft di Fabio meist zutreffend. Dass eine eigene Meinung besser ist, als das anstandlose Annehmen des gebotenen gehört bei diesem Thema einfach mit dazu.
Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen. Wenn unsere Gesellschaft diesen Beitrag nicht bei Seite schiebt sondern als Ausgangspunkt für eine kritische Selbstbetrachtung annimmt, kann sie in meinen Augen viel gewinnen.
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