Interessant, wie Greiner hier in diesem kurzen Abriss verdeutlicht, wie es damals zuging. Einigermaßen verstörend, welch wichtige Rolle die "human fallibility" spielt (und evtl. wieder spielen könnte), wo es sogar um den Bestand der Weltkugel/Menschheit geht. "WMD"/Kernwaffen gehen über die moralischen Kapazitäten und Fähigkeiten der menschlichen Art hinaus, ihr Vorhandensein stellt ein ständiges "Russisch Roulette" dar. Und damals waren die Arsenale lang noch nicht soweit ausgebaut und perfektioniert wie später, in den 70ern, 80ern bis heute. Greiner setzt sich ab von z.B. US-Erzählungen, Heldengeschichten um Kennedy und seine Umgebung. Man denke an die doch recht lückenhafte Überwachung der Transporte durch die US Navy, die wackligen Befehlsketten. Ernüchternd. Wenn es wieder mal brenzlig würde...Hier noch ein paar kleine Detailkorrekturen: Chruschtschow wurde 1894 nicht in der "Ukraine" geboren, der Ort gehörte auch damals schon zu Russland, bzw. einem russischen Verwaltungsbezirk (Gouvernement Kursk). Er wuchs nur in der Ukraine auf (im Donbass) (S. 29). 2. Frankreich kann 1961/62 noch nicht als westliche Nuklearmacht angesehen werden. Es befand sich noch in der Testphase. Die ersten Atombomben (Fliegerbomben) waren erst ab 1964/65 einsatzbereit (S. 30).
S. Birjusow war nicht Kommandeur der sowjetischen "Strategischen Luftstreitkräfte" (eine Bezeichnung, die es nie gab !), sondern der "Strategischen Raketentruppen" (S. 32). Welches "sowjetische Marineministerium" Greiner auf S. 76 meint, ist unklar.