Das Grundthema der Geschichte ist spannend: Morde im Umfeld der Kölner Domprobstei, eine engagierte Kommissarin, die gegen die Widerstände des kölschen Klüngels den Fall aufklärt und eine befreundete Schamanin aus der Eifel, die den mystischen Hintergrund des Falles beleuchtet. Das Ganze ist eingebettet in der heutigen Zeit.
Thomas Görden hat daraus eine wirklich spannende Geschichte gemacht, die davon lebt, daß die Handlung eben nicht in einer hypothetischen Stadt spielt, sondern in Köln. Und wer schon einmal auf der Domplatte stand und die himmelstrebenden Türme des Domes betrachtet hat, der kann die Spuren der Aufklärung nachvollziehen und beide Seiten - Täter und Aufklärer - bei ihren Aktivitäten begleiten.
Leider krankt der Roman an zwei Stellen. Zum einen hat er gerade am Anfang Längen und Nebenhandlungen, die nicht unbedingt zur Geschichte beitragen. Es ist ja ganz nett, von den Eßstörungen der Schamanin und ihren Eheproblemen zu erfahren, aber was bringt es für die Geschichte? Ich hatte den Eindruck, daß daraus ein Handlungsstrang gewebt werden sollte, der entscheidend zur Auflösung beitragen sollte, daß der Autor am Ende jedoch diese Idee nicht weiterverfolgen wollte und deshalb diesen Strang einfach dahindümpeln ließ.
Weiterhin ist die typische Bedienung von Vorurteilen und Schemata einfach zu durchsichtig: Gute Schamanin gegen böse Kirchendiener, schwule Priester und böser kölscher Klüngel. Also so einfach ist die Welt nicht. Das ist zu einfallslos. Leider schlägt da offensichtlich die Grundhaltung des Autors zu sehr durch. Und das beeinflußt leider auch die Vorhersagbarkeit der Geschichte. Und dafür gibt es trotz aller Spannung zwei Sterne Abzug.