Dieses Buch erhebt, obwohl die Geschichte innerhalb der Vergangenheit angelegt ist, keinesfalls den Anspruch eines historisch belegbaren Werkes. Die Autorin betont selbst, dass sie sich Ereignisse und Legenden der Zeit ausgesucht hat und diese passend zu ihrem Stoff abgeändert hat. Zurück bleibt ein wunderbares Buch für Jugendliche, das mit all diesen Elementen eine perfekte Mischung liefert. Die zwölfjährige Heldin zieht allein nach Prag, lässt ihren besten Freund Tomik im Dorf zurück und lernt in der Stadt den Roma Jungen Neel kennen. Immer an ihrer Seite ist die Zinnspinne Astrophil, die sich von Rapsöl ernährt, niemals schläft und ihre acht Beine am liebsten zwischen die Seiten eines Buches steckt. Diese Zusammenstellung der Figuren erweist sich für den Roman förderlich.
Im Mittelpunkt stehen klassische Themen wie Freundschaft, Vertrauen aber auch der Kampf gegen das Böse, hier besonders in Form des Prinzen, der sich der Kräfte von Petras Vater bedienen will, um die mysteriöse Uhr zu seinen Zwecken zu nutzen. Dieses Problem wird mit Ende des vorliegenden Bandes nicht abschließend gelöst, so dass man neugierig bleibt auf die folgenden Titel.
Was man diesem Jugendbuch durchaus vorwerfen kann, ist die oberflächliche Behandlung von aufkommenden Konflikten, besonders das Ende, der Höhepunkt überhaupt, geht relativ rasch über die Bühne. Ein liebenswertes Konzept hingegen stellen die Zinntiere dar, die ihresgleichen in der aktuellen Literatur noch suchen. Ganz ähnlich wie wirklich lebendige Tiere werden sie beschrieben. Petras Vater ist es sogar gelungen, Welpen herzustellen, die mit der Zeit noch wachsen.
Ein nettes, aber nicht überragendes Abenteuer-Buch in historischem Kontext, das einige gute Ideen bereithält, gleichermaßen aber Schwächen aufweist.