Ich habe noch nie eine Rezension geschrieben, aber als ich jetzt nachsehen wollte, wann die Fortsetzung des vorliegenden Romans erscheint und dabei bemerkte, wie wenige Sterne für diesen hier zum Teil vergeben wurden, fühle ich mich genötigt, einen kleinen Kommentar loszuwerden.
Einige der vorhandenen Rezensionen werden diesem Roman einfach nicht gerecht, finde ich. Möglicherweise sehe ich das so, weil ich "Dune" nicht gelesen habe und mich daher nicht über den angeblichen Ideenklau ärgern kann. Den Vergleich mit Simmons' "Endymion" (siehe eine Rezension) erachte ich als ziemlich weit hergeholt und das sage ich als ein echter Fan von Simmons.
Richtig ist, dass es sich nicht um einen reinen Science-Fiction-Roman handelt, denn das Fantasy-Genre wird hier mehr als nur gestreift. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man sich den Roman kauft - falls es hier noch jemanden gibt, der dazu nach diesen ganzen Verrissen bereit ist.
Ich habe die Handlung alles andere als langweilig und die Sprache auch zu keiner Zeit als schwach oder trivial empfunden. Der Autor ist nicht ideenlos oder unkreativ, sondern schafft neue Welten, in deren Atmosphäre ich wenigstens wunderbar eintauchen konnte.
Wenn so viele Leser meinen, sich daran hochziehen zu müssen, dass hier Parallelen zu "Dune" bestehen sollten (ich kann das nicht beurteilen), dann frage ich mich, wie sich Fantasy-Romane heute überhaupt noch verkaufen. Denn laut Klappentext soll ja mindestens jeder zweite Fantasy-Roman im Stile von Tolkien geschrieben sein (ich weiß wirklich nicht, wie es manchmal zu dem Vergleich kommt) und es sahnen hier Romane fünf Sterne ab, die in meinen Augen an Trivialität und Ideenlosigkeit kaum zu übertreffen sind. Ich habe wahrlich schon viele Romane weggelegt, ohne sie zu Ende zu lesen, weil sie mir zu konstruiert wirkten, weil ich den Mist nicht ertragen konnte oder mich langweilte, aber dieser Roman gehört nun wirklich nicht dazu.
Das Wiederum zeigt dann wohl, dass Romane wie alles andere auch Geschmacksache sind, über den sich bekanntlich nicht streiten lässt.
Ich bedaure es für den Autor, dass "Der Krieger der Stille" hier so schlecht wegkommt. Das hat er einfach nicht verdient. Und jemand, der nach gut 80 von 747 Seiten das Buch weglegt (siehe eine Rezension), weil er die Hoffnung aufgegeben hat und dann meint, hier einen Verriss mit einem Stern schreiben zu müssen, der sollte bitte von denen, die sich hier ein Bild machen wollen, guten Gewissens ignoriert werden.
Man muss diesen Roman nicht mit fünf Sternen bewerten, aber eine gute Unterhaltung ist er allemal.