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Die Kreuzzüge
 
 
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Die Kreuzzüge [Gebundene Ausgabe]

Thomas Asbridge , Susanne Held
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Krieg um das Heilige Land - erstmals dargestellt aus christlicher und aus muslimischer Sicht

Diese große Gesamtdarstellung nimmt die politischen und religiösen Beweggründe aller Seiten ernst und veranschaulicht die immense Kriegslogistik. In packenden Szenen schildert Asbridge all die Belagerungen und Eroberungen und entwirft lebendige Porträts von Saladin und Richard Löwenherz, dem tragischen Leprakönig Balduin IV. oder der Jerusalemer Königin Melisende.

Klappentext

Thomas Asbridge berichtet erstmals gleichberechtigt und in wechselnder Perspektive von den von Christen wie von Muslimen verübten Grausamkeiten und erduldeten Leiden. Ausführlich macht der polyglotte Historiker Gebrauch auch von den arabischen Quellen. Asbridge nimmt nicht nur die politischen, sondern auch die religiösen Beweggründe aller Seiten ernst. Auch von überraschend freundlichen Begegnungen zwischen Kreuzfahrern und Sarazenen erfahren wir: von Momenten des interkulturellen Austauschs, Beispielen friedlicher Koexistenz im Heiligen Land, Gesten religiöser Toleranz und Zeugnissen der Freundschaft über die feindlichen Lager hinweg.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine ausgewogene Darstellung 23. Dezember 2010
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
An den Versuch eine Geschichte der Kreuzzüge vorzulegen haben sich schon viele Historiker herangewagt, doch Thomas Asbridge ist es nicht nur gelungen eine sehr umfangreiche Historiografie der Kreuzzüge vorzulegen, sondern auch eine sehr spannende. Und Asbridges Erzählung bricht nicht einfach nach dem dritten Kreuzzug als Höhepunkt der Bewegung ab, seine Erzählung bleibt kohärent und folgt den Kreuzzügen bis zum Fall Akkons im Jahre 1291. Bis dahin beleuchtet Asbridge die Kreuzzüge nicht nur aus einer lateinisch-christlichen und muslimischen Perspektive, sondern flechtet auch immer wieder die Sichtweise der byzantinischen Kaiser ein. Es sind also zeitweise sogar drei Perspektiven mit denen er den Konflikt verfolgt und dem Leser der ganzen Dramatik und Komplexität der Ereignisse teilhaftig werden lässt.

In aller Deutlichkeit formuliert, Asbridge weiß mit den weit über 700 reinen Textseiten (den Anhang also nicht miteingerechnet) wirklich etwas anzufangen. Er rattert nicht bloß Daten großer Schlachten herunter und bombardiert seine Leser mit zahllosen Namen fränkischer Grafen sondern beschränkt sich durchaus auf die wichtigsten Protagonisten des Krieges um das Heilige Land. Zugleich erzählt er die Geschichte der Kreuzzüge fast wie einen Roman, er beleuchtet stets den Aufstieg und die Ambitionen seiner Protagonisten, wie Richard Löwenherz oder Sultan Saladin. Dadurch vermeidet er nicht bloß die Einseitigkeit sondern kann auch die Quellen besser nutzen, um ein differenzierteres Bild der Ereignisse zu zeichnen. Und ganz nebenbei wird die Lektüre so auch spannender, denn da sich Asbridge Zeit und Raum nimmt die Protagonisten der Kreuzzüge vorzustellen kann man sich auch eher mit diesen identifizieren. DIE KREUZZÜGE ist insofern keine herkömmliche wissenschaftliche Abhandlung des Themas sondern eine durchaus historisch fundierte Historiografie, die sich so problemlos auch einem breiteren Publikum erschließt. Asbridges Stil ist zudem alles andere als belehrend sondern findet die richtige Gewichtung zwischen sachlicher Klarheit und der Kunst eine Geschichte plastisch wie auch spannend zu erzählen.

Asbridge beginnt seine Darstellung der Kreuzzüge zunächst mit der Frage ob diese denn einen konkreten Anlassfall gefolgt wären. Die Pilgerstätten waren bereits vor Jahrhunderten in muslimische Hände gefallen, ein panarabischer Angriffsplan auf den christlichen Westen existierte angesichts der Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und überhaupt den lokalen Emiren, Kriegsherren und Heerführern nicht und die oft als Auslöser angeführten Verfolgungen ereigneten sich bei Führungswechseln immer wieder einmal. Die Mauren rangen zwar in Spanien mit christlichen Königen, aber ihre fernen Glaubensbrüder im Reich der Seldschuken hatten ganz andere Interessen. Die Ausgangslage für eine Invasion durch die Kreuzfahrer war im Grunde genommen ideal, die schiitischen Fatimiden Ägyptens rangen mit den sunnitischen Abbassiden Mesopotaniens und in der Levante herrschten lokale Würdenträger deren persönliche Ambitionen einer kooperativen Nachbarschaftspolitik stets im Wege standen. In Europa wiederum sahen sich Papst Urban II. ganz in der Tradition seines Vorgängers Gregor VII. und des Reformpapsttums welches den Vorrang des Papstes vor allen weltlichen Herrschern zu proklamieren versuchte. Gregor VII. selbst sah sich sogar dazu berufen Kaiser Heinrich IV. wegen des Investiturstreits und der damit verbundenen Missachtung päpstlicher Autorität zu exkommunizieren und sogar als Kaiser für abgesetzt zu erklären. Konkret plante der Papst mit Hilfe des Instruments der Kreuzzüge seine weltliche Macht über Mittelitalien hinaus auszudehnen, um etwa Frankreich in seinen Einflussbereich zu manövrieren.

Das moralische Dilemma der gläubigen abendländischen Ritterschaft die sich einerseits in religiösem Eifer bewies, zugleich aber berufsmäßig dem sündigen Kriegshandwerk nachging kam dem Papst sehr gelegen. Für die Vergebung ihrer Sünden sollten sich die künftigen Kreuzritter in den Dienst des Kreuzes stellen. Diese Ritter waren jedoch nicht wie weitläufig angenommen hauptsächlich die zweit- oder spätergeborenen Abkömmlinge welche keinen Anspruch auf ein Erbe hatten sondern einige der mächtigsten Grafen und Herzöge ihrer Zeit, wie die Grafen von Anjou, Stephan von Blois (dessen gleichnamiger Sohn König von England werden sollte) oder gar Fürst Bohemund von Tarent. Zudem sollte sich die Ausstattung eines Kreuzfahrerheeres als sehr kostspielige Angelegenheit erweisen, weshalb auch kaum mit Schätzen überschüttete Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land zurückkamen.

Schon im Ersten Kreuzzug wird sogleich deutlich welch hohen Blutzoll der Zug ins Heilige Land erforderte und das oft weniger wegen der blutigen Schlachten sondern vielmals wegen der entbehrungsreichen Reise, des Klimas oder der aufreibenden Belagerungen. Schwierigkeiten bereitete den ersten Kreuzfahrern auch die Beschaffung von Nachschub, sowie das schon damals vorhandene Misstrauen des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos, der in den Kreuzfahrern zwar ein wünschenswertes militärisches Werkzeug sah, zugleich aber den Wankelmut der fränkischen Heerführer fürchtete, je näher sie Konstantinopel kamen. Alexios Nachfolger sollten jedoch noch weit unangenehmere Erfahrungen mit den Franken machen, woran der Kaiser des ersten Kreuzzugs nicht ganz unschuldig war. Zog er doch seine heranrückenden Verstärkungstruppen während der Belagerung Antiochias zurück, nachdem Stephan von Blois ihm gegenüber fälschlicherweise angenommen hat die Kreuzfahrer wären längst von den herannahenden muslimischen Entsatztruppen Kerboga von Mosuls ausgelöscht worden. Kerboga selbst ist bereits ein Beispiel für jene muslimischen Feldherren mit denen es die Lateiner im Outremer zu tun bekommen sollten. Der General plante nämlich seinerseits durch die Befreiung Antiochias zu einer eigenen Herrschaft in der Levante zu gelangen. Als es den Kreuzfahrern jedoch gelang die Stadt einzunehmen ehe Kerboga sie erreichen konnte wendete sich das Blatt noch einmal zu Gunsten der Kreuzfahrer, die schon handstreichartig mit einigen hundert Rittern zuvor die Grafschaft Edessa geschaffen hatten. Der Coup des ersten Kreuzzugs sollte jedoch die Eroberung Jerusalems werden, das zwischenzeitlich von den Truppen des ägyptischen Fatimiden-Kalifats erobert wurde, während man es in Edessa und Antiochia noch mit zumindest nominell den Abbassiden unterstehenden Herrschaften zu tun hatte.

Noch schwieriger als die Eroberung des Outremer präsentierte sich allerdings die Aufgabe dieses auch zu halten. Thomas Asbridge beschreibt diese Aufgabe als die wohl frustrierendste für die ersten Kreuzfahrer, die ihnen mit ihren minimalen Truppenaufgeboten nur gelingen konnte weil ihre Feinde wiederum unter sich zerstritten waren und so zu keinem gemeinsamen Handeln schreiten wollten. Nachdem die Kreuzfahrer Antiochia zudem nicht wie erwartet an das Byzantinische Reich zurückgaben traten erste Spannungen auf, die den noch aus dem Rückzug Alexios I. während der Belagerung Antiochias enstandenen Graben noch weiter vertieften. Selbst aus Europa kommende Verstärkungskontingente erwiesen sich oft nur als Tropfen auf dem heißen Stein, wenn nur ein Bruchteil dieser wie im zweiten Kreuzzug überhaupt im Heiligen Land ankam.

Unter dem muslimischen Feldherrn Zangi schien sich der Krieg bereits wieder zu Ungunsten der Kreuzfahrerstaaten zu entwickeln, als es diesem gelang mit Edessa den ersten der Kreuzfahrerstaaten zu Fall zu bringen. Doch Zangi wie auch sein begabter und gefürchteter Sohn Nur ad-Din sahen ihre Prioritäten nicht in der vollständigen Auslöschung der Franken, sondern der Eroberung des südlich ihrer Bastion Aleppo gelegenen Damaskus. Eine wirkliche Wende im Überlebenskampf des Outremer sollte der Aufstieg des wohl begabtesten Offiziers in Diensten Nur ad-Dins bewirken, eines Manns der uns als Saladin bekannt werden sollte.

Der junge kurdische Offizier der mit einem Heer seines Onkels nach Ägypten beordert wurde sollte dort unerwartet Karriere machen. Sich als leicht zu beeinflussender Kandidat für das Wesirat präsentierend gelangte der Sunnit Saladin so in eine Spitzenposition des schiitischen Fatamiden-Kalifats. Doch anders als erwartet ließ der ambitionierte Saladin schon bald alle Masken fallen und erwies sich als am fatimidischen Hof überlebensfähiger als seine Gegner. Nachdem er begonnen hatte seine Familienmitglieder in einflussreiche Positionen zu hieven und so die Grundlage für seine künftige Macht schuf begann er die Fatimiden zu demontieren und löschte sie sogar aus, um seine eigene Dynastie der Ajjubiden zu den neuen Herren Ägyptens zu machen. Doch auch mit dieser Machtfülle ausgestattet schritt Saladin noch nicht gegen Jerusalem und dessen durch den Lepra-König Balduin IV. einmalig geschwächte Führung ein. Saladins Ziel galt zunächst der Nachfolge Nur ad-Dins in dessen Diensten er sogar noch stand. Während in Jerusalem die politische Zukunft angesichts der Weigerung Balduins zurückzutreten und seiner Entscheidung seinen erst fünfjährigen Neffen als Balduin V. zum Mitregenten zu machen einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören begann festigte Saladin um das Outremer herum seine Macht. Lesen Sie weiter... ›
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Eigentlich gar nicht mehr nötig. Alle Rezensenten vor mir haben fünf Sterne vergeben und das tue ich in diesem Fall auch (ansonsten nur sehr selten!).

Asbridge schreibt eine umfangreiche Geschichte der 200 Jahre Kreuzzugsgeschichte. Keine Angst vor dem Umfang des dicken Bandes! Das Buch ist spannend geschrieben und gleichzeitig auf wissenschaftlichem Niveau - eine Kombination, die man nur selten findet, vor allem im deutschsprachigen Raum. Das Neue an diesem Band, der sich zu der großen Zahl von Kreuzzugsbüchern dazugesellt? Asbridge versucht die Kreuzzüge aus den Perspektiven beider feindlicher Lager zu sehen und zu beschreiben: der Latiner und der Muslims. Das bringt durchaus neue Erkenntnisse zutage: z.B. dass für die islamischen Herrscher der Krieg um das "Heilige Land" zumeist gar nicht die Bedeutung hatte wie für die angereisten Kreuzzügler bzw. auch für die Muslims, die sich heute auf dieses Erbe, meist zu Unrecht, wie Asbridge auf den letzten Seiten des Bandes nachweist, berufen. Die politischen Prioritäten für Saladin und seine Kollegen lagen vielmehr in Mesopotamien, Syrien oder Ägypten. Palästina war eher Grenzregion, die ganz am Rande lag.

Ich habe noch eine Sache gelernt: Es ist nicht nötig, eher sogar kontraproduktiv, polemisch über diese nicht enden wollende Abfolge von Kriegszügen und Massenmorden zu schreiben (wie etwa Karlheinz Deschner), um deren Absurdität deutlich zu machen - wenn das denn noch notwendig sein sollte. Für den mittelalterlichen Menschen mögen Buße, Vergebung seiner Sünden, Ritterlichkeit, Tapferkeit und Gottesfurcht als Motivation, sich auf die mühsame Reise zu machen, im Vordergrund gestanden haben und ihm somit das ganze Unternehmen nicht sinnlos erschienen sein, auch wenn letztlich das Heilige Land in islamischer Hand blieb. Für uns,800 Jahre später, ist das absurde Ergebnis einer nicht enden wollenden Reihe von Metzeleien, die in dem Buch nüchtern beschrieben und analysiert werden, nur eins: Hekatomben von getöteten Menschen, die alle noch ein paar Jahre hätten leben können, ohne dass die Geschichte der Menschheit dadurch ärmer geworden wäre.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gromperekaefer TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Jeder der sich für die Kreuzzüge interessiert, wird dieses Buch mit Sicherheit mit dem Monumentalwerk von Steven Runciman vergleichen. Obschon Asbridges Werk weniger detailreich ist wie jenes seines illustren Vorgängers, braucht es sich nicht in den Schatten dieses zu stellen. Der Autor beleuchtet sämtliche Facetten und wichtigen Ereignisse dieser Epoche und geht dabei auf die Wirkungen sowohl in der christlichen als auch in der muslimischen Welt ein.
Die Entwicklung der Kreuzzüge beruht extrem auf dem Charisma der verschiedenen Teilnehmer, aber auch auf dem nötigen Kriegsglück. Einigkeit oder Zerstrittenheit, diplomatisches Fingerspitzengefühl hüben wie drüben sind so zumeist entscheidend, da Territorialstaaten mit organisierten Strukturen im heutigen Sinn zu jener Zeit inexistent waren oder lediglich im Anfangsstadium bestanden.
Die Anführer beiderseits wurden später verherrlicht, seien es Gottfried von Bouillon, Richard Löwenhez oder Ludwig IX auf christlicher oder Saladin, Nur ad-Din oder Baibar auf muslimischer Seite.
Neben den religiösen und militärischen hebt Asbridge ebenfalls die diplomatischen und wirtschaftlichen Aspekte der Kreuzzüge hervor. Am Ende geht er auf die Bedeutung und die Fehlinterpretationen der Kreuzzüge in späterer Zeit ein.
Das Buch ist leicht leserlich und wird so zu einem Lesegenuss für jeden historisch interessierten Leser.
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