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Kundenrezensionen

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Messerscharf beobachtet Tolstoi wie eine Beziehung ab dem ersten Tag, an dem sie eingegangen wird, verfällt und wie aus anfänglicher Zuneigung Abneigung bis hin zu Hass wird. Dazu kommt rasende Eifersucht, die - wie man so schön sagt - mit Eifer sucht was Leiden schafft. Ohne je einen Beweis für Untreue bekommen zu haben, zergeht der Protagonist vor Eifersucht aufgrund der Freundschaft und dem gemeinsamen Hobby seiner Frau mit einem anderen Mann. Zum Ende der Beziehung hat der Protagonist den Glauben an die menschliche Verbindung völlig verloren und sieht Mann und Frau nur als zwei sich gegenseitig hemmende Pole, die fälschlicherweise versuchen, in Form von sexuellen Gepflogenheiten, Liebe zu finden. Er vertritt letztendlich die These, daß die sexuelle Verbindung von Mann und Frau nur einen Zweck habe, nämlich Kinder zu zeugen, und daß diese sonst enthaltsam und respektvoll miteinander leben sollten und dadurch viel Unheil abwenden könnten.

Altmodisch? Aber ganz und gar nicht! Tolstoi schreckt in seinem Buch vor keinem Tabu zurück, er beschriebt - ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen - die Beziehung zwischen Mann und Frau als ein von Anfang an zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Sicher ist das Thema in der Kurzgeschicht sehr verdichtet und entspricht dadurch nicht dem täglichen Erleben, aber Hand auf's Herz, wer hat nicht schon einmal erlebt, daß er seinen Partner mit echter Abneigung angeblickt hat? Wer hat sich nicht schon einmal in eitler Eifersucht gesuhlt, die nichts mit der Liebe zum Partner zu tun hat sondern rein aus der verletzten Eitelkeit kommt? Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, welchen Sinn die Beziehung, in der er lebt, eigentlich hat?

Tolstois Nachwort ist natürlich sehr moralistisch, aber zu seinem Lebensende hin hat Tolstoi sich von der Kirche abgewandt und einen extreme gelebte christliche Moral gepredigt. Das ist die Basis seiner Gedanken und der Geschichte. Diese Moral entspricht vermutlich den Grundsätzen der wenigsten Leser, aber in sich betrachtet ist das Nachwort schlüssig und hochinteressant und gibt noch einmal einen Schlüssel zum Geschehen in der Kreutzersonate.

Außerdem: mich fasziniert es sehr, so pointierte Gedanken von einem Menschen zu lesen, der vor 130 Jahren gelebt hat und der die universelle Natur des Menschen in all seinen Werken so zeitlos beschreibt. Wer sich nach diesem Buch an etwas größeres wagen möchte, dem kann ich Anna Karenina wärmstens empfehlen. Besser kann auch ein moderner Ehebruch nicht beschrieben werden.
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Posdnyschew, ein Fahrgast in einem nächtlichen Zug, erzählt, nachdem er einige Passagiere über die Liebe als Fundament für eine glückliche Ehe reden hört, sein eigenes Leben: Er glaubte verliebt zu sein, stürzte sich in eine Ehe, zeugte fünf Kinder, ließ Hass gegenüber seiner Gattin aufkeimen, war rasend eifersüchtig und brachte sie letztendlich darauf um.

Tolstois Werk spricht viele Komponenten an, z.B. dass vorehelicher Geschlechtsverkehr nicht gut ist und ins Verderben führt, dass Freudenhäuser gegen die Moral verstoßen oder, dass - das Hauptthema des Buches - die Frauen an vielerlei Schuld tragen und provozieren durch ihr provokantes Auftreten (Kleidung, Flirten mit anderen Männern etc.), sodass die Männer Gefühle der Eifersucht pflegen und letztendlich in Wut und Raserei verfallen und sich einem Mord liebend gerne hingeben. Tolstoi war als Schriftsteller ein Perfektionist und veröffentlichte kein Werk, bevor er nicht eine noch so kleine Ausbesserung vorgenommen hätte. Darum ist "Die Kreutzersonate" in ihrer Überzeugungskraft dem Leser gegenüber gewaltig und lässt nicht zu wünschen übrig. Man fühlt mit der Hauptfigur mit und bringt sogar Verständnis für seine eigentlich unverzeihliche Tat auf. Diesem Werke steht "Eine Frage der Schuld" von Sofja Tolstaja gegenüber, Tolstois Frau. Sie ist das Kontra-Werk auf die frauenfeindliche Kreutzersonate Tolstois. Ich empfehle beide Werke zu lesen, nur so kann man darüber sinnieren und sich ein Urteil bilden bzw. beide Sichtweisen der Dinge kennenlernen. Die Anaconda-Ausgabe enthält noch ein Nachwort Tolstois, indem er beantwortet weswegen er dieses Werk geschrieben hat und was für eine Intention er damit verfolgte.

Einfach ein kurzes und bündiges Meisterwerk, das man gelesen haben sollte!

~Bücher-Liebhaberin~
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TOP 1000 REZENSENTam 29. März 2013
Aufgrund dessen, das sich die Handlung in einem fahrenden Zug abspielt, übertrug sich diese Unruhe zunächst auf mich. Nachdem ich mich auf einzelne Charaktere einließ, konnte ich mich auf die eigentliche Handlung einlassen. Auffallend sind die kraftvollen Beschreibungen der Mitreisenden durch den Autor.

In besonderer Weise empfinde ich die Person Tolstois in diesem Werk wieder. Er schildert durch Posdnyschew, die Hauptperson des Romans die Ansichten über die Religion, das Verhältnis zwischen Mann und Frau, die eigene Verletzbarkeit sehr kraftvoll. Außerdem erkennt der Leser die teilweise problematische Beziehung zwischen Lew Tolstoi selbst und seiner Ehefrau Sofja Tolstaja. Spannung, Tragik, Abneigung und Verständnis wechselten sich während des Lesens ab. So wie der Autor selbst, hatte der Reisende eine genaue Vorstellung von der Ehe und dem daraus resultierenden Zugehörigkeitsgefühl.

Sehr gut gefiel mir die Handlung des Buches; also der Wechsel zwischen der Zugfahrt und des eigentlichen Erlebens durch Posdnyschew. Tolstoi räumte Posdnyschew einen ruhigen Ort zum Erzählen und einen interessierten Zuhörer zu, was der eigentlichen Handlung aus meiner Sicht eine zusätzliche Weite und Wichtigkeit verschafft hat. Charakteristisch für Lew Tolstoi ist die Darstellung der russischen Bevölkerung. Man erfährt immer wieder seine Verbundenheit zu seinem Heimatland.

Mir hat die Tiefe und vielschichtige Aussage des Buches gut gefallen.
Lew Tolstoi ist aus meiner Sicht ein sehr guter Schriftsteller und es bereitet mir Freude, ihn immer wieder in seinen Werken wiederzufinden.
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am 20. August 2014
In diesem Buch, das übrigens sehr einfach und flott zu lesen ist, geht es vordergründig um eine Geschichte eines Mannes die er einem Fremden auf einer Zugfahrt erzählt. Jedoch tritt diese Geschichte von der Beziehung des Mannes zu seiner Frau zunehmend in den Hintergrund und zu Tage tritt eine viel tiefgründigeres Philosophieren über den Begriff der Liebe und über Ideale. Ich habe sehr viele Stellen aus diesem Buch als Zitate für mich aufgeschrieben und das Lesen hat mich dazu angeregt über die aufgestellten Thesen des Erzählenden (die sich mit denen Tolstois ungefähr decken, wie man im Nachwort erfährt) selbst nachzudenken.
Insgesamt ein absolutes Lesevergnügen und jedem nur wärmstens zu empfehlen.
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am 12. September 1999
An Beethovens "Kreutzersonate" denkt man beim Titel. Und die Lektüre des Buches rief auch etwa die gleichen Emotionen wie die Musik bei mir hervor: Man erlebt ganz intensiv mit und bleibt am Ende ein wenig allein zurück.
Verschiedene Reisende sitzen während einer Zugfahrt in einem Wagen: der Erzähler, Posdnyschow, ein Advokat, eine Dame... aus diesem Umstand ergibt sich ein Gespräch und man wird unmittelbar vor die gleichen Fragen gestellt, die auch da Thema der fiktiven Unterhaltung sind: Was ist Liebe? Welche Rolle spielen Mann und Frau in einer Ehe? Ist es einzig und allein die Liebe, die die Ehe heiligt?
Nach dem erschreckenden Geständnis Posdnyschows, seine Frau umgebracht zu haben, sind er und der Erzähler allein in dem Wagen und Posdnyschow beginnt seine Geschichte zu erzählen.
Während seines Berichts war ich hin und hergerissen zwischen Verstehen und Unverständnis, am Ende jedoch bleibt Verständnis für Gefühle und Handlungen der Personen, weil Tolstoi es vermag, in die Psychologie der Menschen zu sehen und derart präzis zu schildern, wie ich es bisher nur von Dostojewski kannte.
Es ist ein Buch Tolstois, dass sicher nicht an "Anna Karenina" oder gar "Krieg und Frieden" heranreicht, aber das auf jeden Fall lohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 17. Juli 2014
Auf einer nächtlichen Bahnreise durch Russland entspinnt sich zwischen wechselnden Fahrgästen ein langes Gespräch über Liebe, Ehe, Moral und Gesellschaft. Gegen Ende erzählt der Gutsbesitzer einem Mitreisenden vom tragischen Verlauf seiner Ehe und legt ein erschütterndes Geständnis ab: Enttäuscht und von unbegründeter Eifersucht zerfressen hat er seiner Frau das Leben genommen. Ein ehrenhafter Mensch, der zum Mörder wird... Dieser alte Klassiker hat es in sich. Meisterhaft setzt Leo Tolstoi die authentische Geschichte in Literatur um und entfaltet subtil das innere Drama seiner Figuren. Ein erschütterndes Geständnis, das den Leser in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele mitreißt. Ein fast vergessenes Meisterwerk!!
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am 24. Mai 2009
Was meine seltsam klingende Überschrift anbelang, dazu später mehr, zuerst muss man sagen was dieses Buch zu bieten hat und das ist eine Menge.
Es ist ein philosophischer Roman über die Liebe und die leidenschaft (vorallem Eifersucht) sowie die Moral der Menschen (vorallem die Ehe wird beleuchtet) und den Unterschied zwischen Mann und Frau.

Bei einer langen Zugfahrt unterhält sich eine kleine Gruppe über die Liebe und die Lust, die diskussion wird von einem aussenstehenden Mitreisenden unterbrochen, die seltsamen gebärden des Mannes erwcken die aufmerksamkeit des Erzählers, dieser befragt ihn und bekomt schließlich seine tarurige Lebensgeschichte zu hören.

Aufgrund eines Ehebruchs hat dieser seine Frau erstochen.
Meisterhaft, wirkich meisterhaft schildert Tolstoi die Erzählung des gehörnten Ehemanns und mit einer wunderschönen (nicht im eigentlichen sondern nur im stilistischen Sinne) Ästhetik beschreibt er den Mord an der Frau.

Würde das Buch mit dieser Geschichte enden so könnte man ein lautes hurra ausrufen und dies als gelungenes Meisterwerk, dass unsere sittenlose Wirklichkeit kritisieren möchte und in der die Position des Frauenmörders zwar richtig aber doch weit übertrieben ist.

Doch (leider) schleißt sich noch eine Erklärung Tolstois an, die uns zeigt dass dieses Übertiebenen Moralsvorstellung tatsächlich den wirklichen vorstellungen des Autors entspechen und keienswegs nur das stilmittel der übertreibung sind.
Schade eigentlich das trübt das Bild Tolstois und auch die ellenlange Kirchenkritik hätte man sich (in diesem zusammenhang) sparen können.

Die Geschichte ist dennoch als das zu sehen was sie ist, eine wahrhaft meisterliche Erzählung, die Ausgabe noch dazu bietet ein schönes Motiv und (für Anaconda üblich) einen spitzen Preis.
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am 6. September 2014
ein Psychogram über einen Mann mit seinen Gedanken über Liebe, Sexualität,dem Unterschied von mensch und Tier und der gängigen Moralvorstelung,der seine Gattin tötet. Und dann diese verzwickte Kiste mit der Eifersucht die über allem schwebt als völlig unsachlicher und menschlicher, uns allen wohlbekannter Grund ...Toll wie Tolstoi die Handlung erkärt die disen Tathergang beschreibt
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am 2. September 2015
Wenn die "Kreuzersonate" auch rund vor ca 130 Jahren geschrieben wurde, ist diese noch immer aktuell, besonders in seinem persönlichen Nachwort.
Wenn Tolstoj darin auch sehr "private" Meinungen vertritt - sehr lesenswert und gehaltvoll. Vielleicht für damalige Zeit sogar revolutionär in der Realistik.
Gottfried Ofner
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am 23. Januar 2008
Ein Reisender trifft in einem Zug einen Herrn mit Namen Posdnyschow, welcher im Lauf eines sich entwickelnden Gespräches zugibt, seine Frau ermordet zu haben. Im nun folgenden, langen Dialog (zeitweise hat die Erzählung auch monologisierenden Charakter) entwickelt Posdnyschow die Motive für seine Tat, die er im damaligen russischen Zeitgeist, der Ehe an sich und der Gesellschaft sieht.

Auch wenn viele Ansichten von Tolstoj gemessen an heutigen Verhältnissen nicht mehr zeitgemäß zu nennen sind, so zum Beispiel seine Forderung nach geschlechtlicher Askese. so wirft das Buch doch viele interessante Fragen auf und ist stilistisch durchaus fesselnd geschrieben. Vor allem die letzten Seiten, welche den Mord an der Ehefrau behandeln, gingen mir als Leser sehr nahe. Sicher hat Tolstoj noch bessere Werke verfasst, aber ihm ist mit dieser Erzählung dennoch ein grandioses Psychogramm einer zerrütteten Ehe gelungen.
Das Nachwort, welches Tolstoj wohl später erklärend für seine Zeitgenossen verfasst hat, kann man als Leser hingegen getrost ignorieren, da es nicht mehr dem Zeitgeist entspricht und teilweise sehr dogmatisch klingt.
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