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Die Krankheitserfinder. Wie wir zu Patienten gemacht werden. [Gebundene Ausgabe]

Jörg Blech
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Fischer (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 310004410X
  • ISBN-13: 978-3100044105
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 231.811 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Rezension

Eigentlich, sollte man meinen, gibt es auf Erden von Natur aus genügend Krankheiten, und man muss nicht noch weitere hinzufantasieren. Aber genau das tun bestimmte Interessengruppen, behauptet der Journalist Jörg Blech in seinem neuen Buch. Dem markigen Titel »Die Krankheitserfinder« hat der Verlag die Anweisung »Lesen Sie dieses Buch, bevor Sie zum Arzt gehen!« hinzugefügt. Und der Rücktitel spricht von einem »Aufklärungsbuch«, in dem der Autor »enthüllt, wie wir systematisch zu Patienten gemacht werden«.
So viel Anmache macht misstrauisch. Schon wieder einer dieser endlos vielen Gesundheitsratgeber über Analfisteln, Pilzbefall oder das Zappelphilippsyndrom, die beim Leser außer Panik nichts bewirken?
Der provokante erste Eindruck täuscht: Der Inhalt des Buchs stimmt weniger nutzlos-aufgeregt als zutiefst nachdenklich. Jörg Blech will an diversen Beispielen aufzeigen, wie Krankheiten erfunden werden, um pharmazeutischen Unternehmen neue Märkte für ihre Produkte zu erschließen und Arztpraxen schleichend in Verkaufsstätten umzuwandeln. Dies gelingt zumeist, indem hinlänglich bekannte Krankheitsbilder so erweitert oder umgedeutet werden, dass aus einem Gesunden ein Kranker oder zumindest irgendwie Behandlungsbedürftiger wird.
Da gibt es etwa das »Aging Male Syndrome«, die Menopause des Mannes. Die wissenschaftliche Basis für die »männlichen Wechseljahre« ist dürftig. Nichtsdestotrotz propagieren Hormonfirmen die »Andropause« als ernste, weit verbreitete Erkrankung mit Symptomen wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Leistungsabfall, denen mit Testosteron-Gelen in Monatspackungen ab 65 Euro abzuhelfen sei.
Ein besonders schönes Beispiel dafür, wie man sich therapiebedürftige Menschen generieren kann, ist die sexuelle Unlust der Frau. Zur »weiblichen sexuellen Dysfunktion« pathologisiert, soll sie ausgerechnet mit dem Medikament kurierbar sein, das den Hersteller Pfizer zur weltgrößten Pharmafirma hat aufsteigen lassen: der Männerpille Viagra – einzunehmen, wohlgemerkt, von der Frau.
Keine »Indikationserweiterung«, sondern eine Erfindung im wörtlichen Sinn ist wohl das »Sissi-Syndrom«, eine Krankheit, die erstmals 1998 in den Medien auftauchte. Menschen, die darunter leiden, wurde behauptet, sind aktiv und lebensbejahend, allerdings nur dem Anschein nach. Denn im Grunde sind sie depressiv und damit Kandidaten für Psychopharmaka, wie die legendäre und in dem gleichnamigen Film verewigte österreichische Kaiserin Elisabeth (»Sissi«). Mediziner der Universitätsklinik in Münster, schreibt Blech, haben das benannte und angeblich drei Millionen Menschen quälende Leiden mittlerweile als Schöpfung der Industrie enttarnt.
Der Autor lässt es nicht bei der Aufzählung mehr oder weniger eindrücklicher Beispiele für »neue« Krankheiten bewenden. Er zeichnet vor allem die raffinierten Marketingstrategien nach, mit denen die Gesundheitsindustrie ihre Kunden – Ärzte und ihre Patienten – erreicht. Da werden vermeintlich unabhängige Meinungsforschungsinstitute angeheuert, teure PR- und Werbeagenturen beauftragt, Professoren angesehener Universitäten als Meinungsbildner – bei Insidern »Mietmäuler« genannt – gedungen und Journalisten als unkritische »Multiplikatoren« benutzt. Der enormen Medienpräsenz des genannten Sissi-Syndroms, die von Fachzeitschriften über »Spiegel« und »Stern« bis zur Yellow Press reichte, rühmt sich beispielsweise noch heute eine PR-Firma aus Oberursel auf ihrer Internetseite. Man habe, heißt es dort, eine »neue Depression« etabliert, die mittlerweile von Medizinern und Patienten akzeptiert sei. Zu den Erfolgen des Unternehmens zählt auch ein lanciertes Sachbuch, verfasst von einer Ärztin und Medizinjournalistin und eingeleitet vom Chefarzt einer neurologischen Fachklinik. Bis zu 80 Prozent aller Artikel und Beiträge zu Medizinthemen in den Medien, schreibt Blech, sollen auf eine derart gezielte, von langer Hand geplante Öffentlichkeitsarbeit zurückgehen.
Man sollte das Buch nicht lesen, wenn man wirklich zum Arzt muss. Wer krank ist, braucht nicht noch mehr Beunruhigung, sondern Vertrauen. Aber man sollte das spannend und populär geschriebene Buch lesen, um sich die fließende Grenze zwischen Gesund- und Kranksein zu vergegenwärtigen und sich die kritische Frage zu stellen, ob es klug ist, den Medizinbetrieb allein den Trivialgesetzen des Marktes zu überlassen.
-- Claudia Eberhard-Metzger

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jörg Blech, Jahrgang 1966, studierte Biologie und Biochemie in Deutschland und England. Er absolvierte die Hamburger Journalistenschule und arbeitet seit 1994 als Medizin- und Wissenschaftsredakteur beim »Stern«, bei der »Zeit« und jetzt beim »Spiegel«. Mit seinem Buch »Leben auf dem Menschen. Die Geschichte unserer Besiedler« errang er vor drei Jahren einen großen Publikumserfolg. Jörg Blech gilt als einer der besten Medizinjournalisten Deutschlands.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
171 von 187 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Schulthe, Hendrik VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Wer sich nicht für krank hält, ist nur noch nicht gründlich genug untersucht worden." - Dies ist, wenn man dem Wissenschaftsjournalist Jörg Blech glauben will, einer der Leitsprüche eines Großteils der Institutionen unserer Schulmedizin. Ärzte, Pharmakonzerne, Kliniken und Massenmedien - sie alle sind an einer Verschwörung gegen den wünschenswertesten und (solange er währt) selbstverständlichsten Zustand des Menschen beteiligt: der physischen und psychischen Gesundheit. Krankheiten werden frei erfunden und gezielt propagiert, damit die entsprechenden Behandlungen auf breiter Basis vermarktet werden können, Arztpraxen und Therapiezentren optimal (d.h. gewinnträchtig) ausgelastet sind und stets noch ein wenig mehr Geld vom leidenden Verbraucher für die Wiedergewinnung seines entschwundenen Wohlbefindens aufgewendet wird.
Denn unendlich krank sind wir alle, wie die alarmierenden Statistiken der Gesundheitsbeilagen in TV-Zeitschriften beweisen: wir leiden an Modekrankheiten wie dem "Aging Male Syndrom" oder am "Sissi-Syndrom", unsere Kinder sind Opfer des "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndroms" (ADHS) und so fort. Lt. Blech sind äußerst viele dieser neuen Krankheiten lediglich künstlich medikalisierte Alltagsphänomene, "Befindlichkeiten in der Grauzone zwischen krank und gesund" (S. 51) oder über willkürlich festgesetzte Normwerte erst erschaffene Krankheitsbilder (wie im Falle der Cholesterinphobie). Man ist z.B. nicht mehr einfach nur schüchtern, sondern leidet an "Sozialphobie", die man aber zum Glück jetzt endlich mit Psychopharmaka behandeln kann.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überfällige Attacke gegen Rattenfänger 23. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
"Not lehrt beten!" - die Religionen wussten das schon immer und verstanden es, den Menschen mit Angsterregern einzuheizen. Das damit verbundene Geschäft war lukrativ.
Beten ist aus der Mode gekommen. Wäre wohl auch mit zu viel Aktivität verbunden. Da das Etikett "krank sein" entlastet, Zuwendung verbürgt und Märkte öffnet, tun sich bequemere Wege auf. Immerhin schon 7 Prozent der Bevölkerung leiden unter "ausgeprägten Krankheitsängsten" - eine Zahl, die sich steigern lässt durch "healthism", "eine von der Medizin eingehauchte Angst vor lächerlichen oder nicht existeten Gesundheitsgefahren" (S. 222).
Die eingeredete Not lehrt die Segnungen der Medizin zu nutzen. Jörg Blech trägt reichlich überzeugendes Material zusammen, das die Krankheitserfinder entlarvt und aufdeckt, wie wir an der Nase herumgeführt und zu Patienten gemacht werden.
Man wird ihm Einseitigkeit vorwerfen. Man wird an die wirklich Kranken und ihre schwer erträglichen Beschwerden erinnern. Doch solche mitmenschlich-sozialen Plädoyers schaffen das Phänomen nicht aus der Welt, dessen Existenz der Autor belegt und das eine Verhöhnung der von Krankheit Geschlagenen ist. Die Attacke gegen Rattenfänger, die unter Gesunden Kranke rekrutieren, war überfällig.
Seine fünf Vorschlägen (S. 228 - 231), diese Entwicklung einzudämmen, wünscht man alsbaldige Realisierung und Erfolg:
1. eine "Stiftung Warentest" für Krankheiten zur Enttarnung erfundener Leiden;
2. Studien zu Krankheiten und Therapien durch unabhängige Forschungspools;
3. von der Industrie unabhängige Fortbildungskurse für Ärzte;
4.
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64 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geldmaschine Moderne Medizin 11. Januar 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Durch eine Talkshow im SWR bin ich auf das Buch gestoßen. Die Diskussion zeigte Patienten, die sowohl durch z.B. Hormontherapie Krebs bekamen als auch andere, die Linderung ihrer Leiden erfuhren. Das Buch gibt aber dann nur einseitig die Profitgier der Pharmaindustrie wieder.
Wie auch immer, auch ich wäre fast auf das Aging Male Sysndrom reingefallen. Jeder Mann über 40 muss sich in der Fragen der Lobbyisten erkennen und rennt zum Urologen obgleich bis dahin womöglich beschwerdefrei. Danach sicherlich nicht mehr. Man muss nur lange genug suchen, dann hat eben jeder eine Krankheit.
Schockierend für mich war auch die Art, wie man - vermutlich mit Billigung des Gesundheitsministeriums - Grenzwerte für Blutdruck und Cholesterin herabsetzt, um damit mehr Kranke zu schaffen. Menschen, die vorher beschwerdefrei waren, werden über Nacht zu Kunden der Pharmaindustrie.
Aktuell schürt man in der Bevölkerung die Hysterie der Dickdamkarzinome und jeder über 40 solle sich kolloskopieren lassen. Als glücklicher Privatpatient mit Risikoprofil konnte ich mir einen renommierten Professor leisten, der sogleich von dieser Untersuchung abriet, da an unsachgemäßer Untersuchung alleine schon 2.000 Patienten jährlich sterben. Auch, so der gute Herr Professor, würde er im Falle von Krebs an sich selber keine Chemotherapie vornehmen. Interessant, oder?
In der Tat hat Blech Recht, wenn er behauptet, die Medizin kann sich nur noch der "Reiche" leisten. Doch diese Tatsache den Medizinern alleine in die Schuhe zu schieben ist m.E. einseitig. Vielmehr ist der große Topf der gesetzl.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen - gut getroffen !
- gut, zufrieden ist diese Welt ja nicht !
- kann man allen Leuten empfehlen.
- ist das wahr ?
Vor 4 Monaten von Peter Hamann 13 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen super
wer das gelesen hat sieht die software der herren in weiß und dinge die mit der gesundheit einhergehen kritisch.aber auch das mitfühlen ist ja auch etwas. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Peter Wutz veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr gut
In guter Qualität wie beschrieben in kürzester Zeit erhalten- vielen herzlichen Dank! Weiter zu epfehlen und nichts zu beanstanden :-)
Vor 17 Monaten von Corinna veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Wie die Lemmige
Es ist schon schlimm, wie 99 % der Menschen sich wie Lemmige verhalten Aber mit viel Geld, PR und Marketing lässt sich vieles erreichen. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Manfred Hamann veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Gefällt mir....
aber scheinbar nicht meinem behandelnden Arzt.
Mit einer unerwarteten Erkrankung musste ich ganz plötzlich ins Krankenhaus. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Aliassaltus veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Das Kind mit dem Bade ausgeschüttet
So sehr ich dem Autor auch recht geben möchte in puncto Werte-Hysterie bei Blutdruck- und Cholesterinwerten, so sehr bin ich der Meinung, dass Herr Blech hier über das... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Juli 2012 von evelyn
4.0 von 5 Sternen Mutig
Ein wirklich gutes Buch, das die Machenschaften der Pharmaindustrie aufzeigt und die Augen öffnet. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Februar 2012 von Manuela
5.0 von 5 Sternen Die Krankheitserfinder
Dem Verfasser dieses Buches kann ich nur zustimmen. Es ist ein Skandal wie sich unsere Regierung von den Pharmakonzernen dirigieren läßt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. November 2010 von Ursula Still
4.0 von 5 Sternen Sollte überarbeitet werden
Mir gefällt das Buch. Aber Jörg Blech sollte "Die Kranheitserfinder" noch einmal überarbeiten. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Juni 2009 von Frank Peter Schultze
4.0 von 5 Sternen Zwiespältig
An dem, was der Autor schreibt, ist viel Wahres -- ein Teil der Pharma-Unternehmen (aber bitte NICHT "die Pharmaindustrie") versuchen, Krankheiten zu erfinden und ihre Medikamente... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Januar 2008 von Matthias Urlichs
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