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Die Kraft und die Herrlichkeit: Roman
 
 
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Die Kraft und die Herrlichkeit: Roman [Taschenbuch]

Graham Greene , Käthe Springer , Veza Magd
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 2. Auflage (1. Dezember 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423131543
  • ISBN-13: 978-3423131544
  • Originaltitel: The Power and The Glory.
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 207.697 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Graham Greene
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Kraft und die Herrlichkeit
OT The Power and the Glory OA 1940 DE 1948Form Roman Epoche Moderne
Greene beschreibt exemplarisch die Rückkehr zur Moral eines durch Alkohol und Politik bedrohten Priesters. Seine Integrität kostet ihn das Leben, verändert aber das Leben seiner Umfelder.
Inhalt: Im mexikanischen Bundesstaat Tabasco lebt zur Zeit der Revolution der anonym als »Whisky Priest« eingeführte Pfarrer. Die Religionsausübung ist vom Staat unter Strafe gestellt und viele Priester haben das Land bereits verlassen. Nur der alkoholabhängige »Whisky Priest« harrt noch aus. Er wird vom ebenfalls anonym bleibenden Polizeileutnant gejagt, der ihn und die Kirche wegen der Unterdrückung der Armen hasst. Auf der sich über sechs Wochen erstreckenden Flucht vor seinem Verfolger wird der »Whisky Priest« von zahlreichen Leuten gedeckt, so dass es dem Leutnant zunächst nicht gelingt, seiner habhaft zu werden. Während seiner Flucht löst der Priester sich Stück für Stück von seinen Lebenslügen und beginnt wieder priesterliche Verantwortung zu übernehmen. Er erreicht schließlich die Grenze des Nachbarstaats und findet sich in Sicherheit. Auf dem Weg in die Hauptstadt erreicht ihn die Nachricht, der Mörder Calver läge im Sterben und wolle die Beichte ablegen. Wohlwissend, dass dies eine Falle ist, kehrt der Pfarrer zurück und trifft den sterbenden Calver. Der Polizeileutnant verhaftet ihn kurz darauf und bringt ihn ins Gefängnis. Auf dem Weg dorthin diskutieren beide über ihre jeweilige Weltsicht, die religiös-transzendente und die diesseitig-sozialistische. Der Priester glaubt, sein Leben sei sinnlos gewesen; sein Vermächtnis zeigt sich erst nach seiner Hinrichtung: Die bis dahin statischen Nebenfiguren beginnen unter dem Eindruck der Wandlung des Priesters ihr Leben zu überdenken und nun auch zu ändern.
Aufbau: Der Roman ist ähnlich einem Triptychon aufgebaut; Anfang und Schluss – mit mehreren Erzählperspektiven und parallelen Handlungssträngen – umrahmen das eigentliche Geschehen um den »Whisky Priest«. Zu Beginn wird aus der Sicht der verantwortungslosen und trägen Nebenfiguren erzählt. Im Mittelteil konzentriert Greene sich allein auf die Schilderung der Flucht des Priesters. Im zentralen Kapitel dieses Abschnitts, das im Gefängnis spielt, erweitert sich die Isolierung der zum Schicksal des Priesters indifferenten Nebenpersonen zu einem universellen Panorama des gottfernen, sinnlosen Lebens.
Die Spannung des Buchs entsteht durch den Kontrast zwischen den in ihrer Stagnation gefangenen Nebenpersonen und dem sich entwickelnden Priester, dessen Flucht sich an die Kreuzwegstationen Jesu anlehnt. Der in Kauf genommene Tod ist nur letzte Konsequenz dieses Sinnfindungsprozesses, der den Charakter einer Lebensbeichte annimmt.
Wirkung: Das Buch verkaufte sich in den Kriegsjahren nur schleppend, wurde aber in den folgenden Jahren von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen und zweimal verfilmt (1947, 1967). Greene schrieb außerdem eine Bühnenfassung des Buchs. A. Fe. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Und während mit seiner Hinrichtung der totalitäre Staat sein Ziel scheinbar erreicht hat, lässt Greene seine Roman mit der Hoffnung spendenden Ankunft eines neuen Priesters enden. Das Panorama einer sinnentleerten gottlosen Welt wird hineingeführt in die Vision einer Kraft und Herrlichkeit, die von Menschen nicht auszulöschen ist und die sich trotz oder vielleicht gerade in deren Unzulänglichkeit offenbart.«
Die Tagespost 10.03.2007

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Format:Gebundene Ausgabe
"Die Kraft und die Herrlichkeit", erschienen 1940, also 14 Jahre, nachdem Greene zum Katholizismus konvertierte, ist wohl einer seiner katholischsten Romane. Er spielt zur Zeit der Christenverfolgung in Mexiko und entstand nach Greenes Mexiko-Reise 1938. In einer Zeit, in der alle Priester, die nicht zu heiraten bereit sind, hingerichtet werden, flieht ein namenloser, dem Alkohol verfallener Priester vor der Hand des Gesetzes. In keinem seiner Verstecke kann er länger bleiben, da ihm die Polizei stets dicht auf den Fersen ist und auch vor der Ermordung Unbeteiligter nicht zurückschreckt. Je weniger Respekt ihm von der Bevölkerung entgegengebracht wird, desto mehr zweifelt der Priester an sich selbst. Gleichsam wird ihm, je länger die Verfolgung andauert, seine Berufung und seine Aufgabe immer deutlicher bewusst, der er sich, zunächst widerwillig, dann aber mit geradezu stoischer Gelassenheit auch stellt und schließlich den Tod in kauf nimmt. "Die Kraft und die Herrlichkeit" ist wunderschön geschrieben, mit einfachsten Bildern wird die Kraft Gottes und seine Liebe trotz allen menschlichen Versagens verdeutlicht. Graham Greene überzeugt gerade dann, wenn er auch die offensichtlichen Sünder, wie z.B. für die Judas-ähnliche Gestalt des Mesitzen, als nicht zu verurteilende Menschen beschreibt, denen ihre Sünden vergeben werden und die mit einer liebenden Stimme beschrieben werden können. Interessant ist, dass es ohne "Die Kraft und die Herrlichkeit" "Das Ende einer Affäre" wohl nie gegeben hätte: Eine junge, verheiratete Frau konvertierte nach der Lektüre von "Die Kraft und die Herrlichkeit" zum Katholizismus und wählte Graham Greene als Taufpaten. Die beiden hatten eine Affäre, und später stand diese Frau Pate für Sarah, die Protagonistin in "Das Ende einer Affäre". Im Vorwort zu "Das Herz aller Dinge" heißt es, Graham Greenes Fähigkeiten, die Tiefen der menschlichen Seele auszuleuchten, seien bis heute unerreicht. Dies gilt auch für "Die Kraft und die Herrlichkeit", und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch fand ich versteckt unter vielen anderen in meiner Bibliothek. Als schmaler Band wirkte es richtig unscheinbar neben all den anderen modernen Bestsellern. Aber ich konnte es nach Beginn nicht mehr aus der Hand legen. Graham Greene hat mit der Figur des „Schnapspriesters" eine eindrucksvolle Figur geschaffen. Ein Priester, der sich seiner Suenden bewusst ist, der dem Alkohol verfallen ist und im Rausch ein Kind gezeugt hat. Ein Priester, der so gar nichts von einem salbungsvollen Geistlichen hat. Dieser Priester sucht nach Wegen, mit sich selbst ins reine zu kommen in der Zeit der mexikanischen Christenverfolgung. Er wird gejagt, Menschen müssen für ihn als Geiseln sterben und trotzdem sucht er die Flucht, die ihm am Ende auch gelingt. Dennoch nimmt er am Ende die Strafe als Busse für seine Suenden an. In dieser Situation beschaemt er noch seinen Verfolger. Graham Greene hat in seinem packenden Roman auf jegliche Effekthaschereien verzichtet. Er benoeötigt nicht diese Banalitaeten. Die Handlung und die Sprache ruehren einem in Inneren an. Man kann sich diesem Roman nicht entziehen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Graham Green, der weltreisende Universalautor, wird heute -wie unlängst zu hören war - nur noch wenig gelesen und rezipiert. Dafür seien seine Werke zu traditionell geschrieben und seine Stoffe zu zeitgebunden. Aber stimmt das überhaupt? Wenn "traditionell schreiben" bedeutet, eine Geschichte packend und mit Tiefgang zu erzählen, dann würde man vielen formal hochambitionierten Jungautoren diesen Stil liebend gerne an ihr postmodernes Herz legen. Und "zeitgezogen?" Das ist Literatur doch immer - es kommt nur darauf an, dass sie sich darin nicht erschöpft und über die beschriebene Epoche hinausweist.

Das vorliegende Buch vereinigt diese Vorzüge in exemplarischer Weise. Es erzählt von der Flucht eines katholischen Priesters durch die Dschungel und Dorfwelt Mittelamerikas nach den kirchenfeindlichen Gesetzen im revolutionären Mexiko der Zapata-Zeit. Fanatische libertäre Offiziere, die Vorfahren der GPU-Kommissare, die nur wenige Jahrzehnte später in Russland ihr grausiges Werk vollbrachten, jagen die katholischen Priester, wo immer sie ihrer habhaft werden können. Wenn die Geistlichen nicht abschwören, werden sie interniert und erschossen, wenn sie abschwören, bleiben sie eine verachtenswerte Karikatur ihrer selbst im Alltagsleben. Der Priester, der im Mittelpunkt der Handlung steht, war ursprünglich ein "schlechter Priester" gewesen, schlecht wie die meisten Geistlichen in der vorrevolutionären Mexiko - voller Bigotterie und Selbstgerechtigkeit, an Wohlleben gewöhnt und nicht wirklich von der Nächstenliebe durchdrungen. In der Verfolgung aber wachsen "die Kraft und die Herrlichkeit", von denen vorher bei ihnen nichts zu spüren war, ihnen zu: der schlechte Priester, der mit einer Bäuerin ein Kind zeugte, der an der Flasche hing und auf den Taufgebühren auch bei Armen bestand, entdeckt seine Sündigkeit, die Gnade des Herrn und die Möglichkeit der Vergebung. Und er entdeckt in der eigenen Not die Liebe zum Mitmenschen, das größte Geschenk, das das Christentum der Welt zu bieten hat. Für moderne Gutmenschen, die Green für "überholt" halten, ist das natürlich eine Geschichte von gestern. Aber das Gegenteil ist richtig: heute erstarkt das Christentum überall dort, wo es wie in islamischen Ländern oder auch in China verfolgt wird. Insofern ist das Werk von Graham Green nicht nur ungemein spannend zu lesen sondern eine exemplarische Darstellung dessen, was ein Liberaler niemals verstehen wird: dass es keinen wahrhaften Glauben ohne Not und Prüfung geben kann.
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