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Die Kraft Afrikas: Warum der Kontinent noch nicht verloren ist [Gebundene Ausgabe]

Rupert Neudeck
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

16. März 2010
Während andere einst zur "Dritten Welt" gehörende Länder in den letzten Jahrzehnten an Wohlstand gewonnen haben, scheint die Mehrzahl der Staaten Afrikas trotz westlicher Entwicklungshilfe weiter zurückzufallen. Mit viel Empathie für die Betroffenen analysiert Rupert Neudeck die Hintergründe der heutigen Situation, berichtet von seinen eigenen Erfahrungen und fordert eine andere Afrikapolitik, die auf Eigeninitiative von unten setzt statt auf "Entwicklung" von oben.
Afrika hat Vieles, was wir in Europa als Entlastung und Ausgleich brauchen: Öl und wichtige Rohstoffe im Überfluss, eine wunderschöne Natur, gute landwirtschaftliche Produkte, die noch nicht durch Chemikalien verseucht sind und viel Sonne und Wind für alternative Energien. Und es besitzt zahlreiche Menschen, die ehrgeizig sind und ihre Situation verbessern wollen. Aber der Kontinent ist auch belastet durch das Erbe von Kolonialismus und Sklaverei und durch die Misswirtschaft der meisten afrikanischen Regierungen in den letzten 50 Jahren. Das Fehlen verantwortlicher politischer Eliten ist für Rupert Neudeck die wichtigste Ursache der afrikanischen Misere, aber auch die westliche Entwicklungspolitik ist reformbedürftig. Der Gründer von CAP ANAMUR kennt die Probleme der humanitären Hilfe seit vielen Jahren aus eigener Anschauung und spart nicht mit Kritik an der Selbstbezogenheit vieler Hilfsorganisationen. Vor allem aber plädiert er im Jahr der afrikanischen Fußballweltmeisterschaft dafür, endlich den kolonialen Blick abzulegen und mehr Vertrauen zu haben in die "Kraft Afrikas".

Wird oft zusammen gekauft

Die Kraft Afrikas: Warum der Kontinent noch nicht verloren ist + Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann + Die Mitleidsindustrie: Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen
Preis für alle drei: EUR 54,75

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 254 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (16. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406598579
  • ISBN-13: 978-3406598579
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 287.574 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Dr. Rupert Neudeck studierte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Theologie. Er war Jesuit und nach seiner Promotion jahrelang Journalist. 1979 gründete er das Hilfskomitee 'Cap Anamur', das sich bis heute weltweit für Flüchtlinge einsetzt. Neudeck erhielt zahlreiche Auszeichnungen und gilt als unbestechlicher Anwalt einer radikalen Humanität. Gemeinsam mit Freunden aus dem Christentum und dem Islam gründete er 2003 die 'Grünhelme e.V.'

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der ehemalige deutsche Diplomat Volker Seitz hat unlängst in einem Buch mit dem Titel "Afrika wird arm regiert" (DTV 2009) die von Journalisten schon seit längerem scharf kritisierte herrschenden Praxis und Ideologie der Entwicklungspolitik aufgegriffen und in dieser Debatte neue Maßstäbe gesetzt, an denen niemand vor bei kann, der an ihr kompetent und weiterführend teilnehmen möchte.

Eine schonungslose Analyse und eine hoffnungsvolle Perspektive gleichermaßen hatte Volker Seitz beschrieben. Afrika sei nicht nur reich an Rohstoffen, sondern sein eigentlicher Reichtum sind die Menschen und die reichen Kulturen, aus denen sie stammen. Wichtig sei, auf sie mehr zu hören, auf die kleinen Bauern, denen man mit Kleinkrediten helfen kann, auf die Frauen, die unterstützt werden müssten. Wichtig sei mindestens genauso, die Herrschaft der Machteliten zu brechen, und die Korruption zu bekämpfen, die sich wie ein Schatten über die afrikanischen Länder gelegt habe und sie zu erwürgen drohe.

Sechs Wahrheiten formuliert er am Ende seines Buches, "sechs Wahrheiten zur Entwicklungspolitik:

1. Malaisen in Afrika dürfen nicht schön geredet werden
2. Erfolg muss überprüft werden.
3. Auch die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen sollte regelmäßig überprüft werden.
4. Wir sollten so wenig Geld wie irgend möglich und nur so viel wie dringend nötig fließen lassen
5. Eine schlechte Regierungsführung muss Folgen haben
6. Die Schlüsselrolle im Kampf gegen die Armut müssen die afrikanischen Regierungen selbst übernehmen"

Rupert Neudeck hatte in seinem Vorwort gesagt, Volker Seitz gebe "dem Gebäude der Entwicklungshilfe den letzten Stoß." Nun legt er selbst in einem bei C.H. Beck erschienenen Buch eine sich auch auf Volker Seitz beziehende Analyse des afrikanischen Kontinents vor unter dem Titel "Die Kraft Afrikas. Warum der Kontinent noch nicht verloren ist". Ähnlich wie im Buch von Volker Seitz nimmt er kein Blatt vor den Mund, aber er spart auch nicht mit Hoffnung, begründeter Hoffnung, wie viele seine Berichte und auch die Zahlen in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen zeigen.

Die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika ist für Rupert Neudeck der Anlass, von den Hilfsorganisationen, deren Politik und Praxis er schonungslos kritisiert, zu verlangen, ihre Selbstbezogenheit abzulegen und von der Öffentlichkeit, endlich den kolonialen Blick abzulegen und Afrika mit anderen Augen zu sehen, mit mehr Vertrauen in seine unbändige Kraft und seine Ressourcen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Afrikas Probleme und seine Lösungen 9. September 2010
Von Gromperekaefer TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Rupert Neudeck analysiert die Probleme Afrikas, welche nicht nur eine Folge des Kolonialismus, des Kalten Krieges und der wirtschaftlichen Ausbeutung sind, sondern auch durch eigenes Verschulden bedingt sind. Die bisherige Entwicklungshilfe der Europäer hat ebenfalls nicht zu einer Verbesserung der Lage beigetragen, sondern eher das Gegenteil bewirkt. Die bereit gestellten Mittel flossen grösstenteils in die falschen Hände oder die geleistete Hilfe führte dazu, dass die Einheimischen später keine Eigeninitiative mehr entwickelten. Die Landesressourcen werden in den meisten Fällen zweckentfremdet, wobei Spitzenpolitiker ihren eigenen Geldbeutel füllen, hierbei den Aufbau sozialer und wirtschaftlicher Infrastrukturen vernachlässigen. Das Resultat ist dann des öfteren ein gescheiterter Staat, wo korrupte Politiker oder Militäraristokraten kein Interesse am Wohlergehen des eigenen Volkes haben.

Um aus diesem Teufelskreis herauszufinden muss diesen Staaten klargemacht werden, dass sie selbst die Verantwortung für Wohlergehen und Leid ihrer Völker tragen. Entwicklungshilfe soll nur geleistet werden, falls finanzierte Projekte instandgehalten werden. Man soll den Afrikanern zudem nicht unsere Kultur aufzwingen, und den Kontinent nicht durch die europäische Brille betrachten. Bei allem Leid besteht die Haupthoffnung dass die Afrikaner Lebenskünstler sind, und trotz allem eine positive Denkweise haben.

Weitere empfehlenswerte Bücher mit der gleichen Thematik:
Grill - Ach Afrika
Ziegler - Das Imperium der Schande
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4.0 von 5 Sternen Jenseits von Akrika 20. Mai 2013
Von olli2308
Format:Gebundene Ausgabe
Mein erster Kontakt zu dem fremden Kontinent Afrika war die amerikanische Fernsehserie »Daktari« in den frühen 70er Jahren. Wilde Tiere, endlose Steppen, wilde schwarze Ureinwohner und edle weiße Entwicklungshelfer, die der unzivilisierten heimischen Bevölkerung zeigten, wie man die Natur richtig schützt. Das hat mein Bild von Afrika nachhaltig geprägt. Dann kam der Schmachtfetzen »Jenseits von Afrika« in den 80er Jahren in die Kinos, auch hier wurde kräftig idealisiert.

Interessiert sich heutzutage jenseits von kitschiger Romantik, Safariurlaub im Nationalpark und dem Helfersyndrom der Entwicklungshelfer noch wirklich jemand für die Belange Afrikas? Es sind wohl auch jetzt, nach der Fußballweltmeisterschaft, nur wenige.

Umso mehr hat mich das Buch von Rupert Neudeck aufgerüttelt und für das Sorgenkind Afrika sensibilisiert. Der Afrika-Kenner, der mit seinen »Grünhelmen« eine Entwicklungshilfe von unten leistet, schildert schonungslos die Wirtschaftsmisere auf dem Kontinent, die in den meisten Fällen eine Folge von korrupten Machteliten ist, die den Staat mit ihrem eigenen Bankkonto verwechselt haben. Der beliebten These, dass die afrikanische Mentalität die Hauptursache der verzögerten wirtschaftlichen Entwicklung ist, erteilt er eine klare Absage. Vielmehr habe »die Gier nach Macht und Reichtum der herrschenden Eliten der Misere eine besondere Ausprägung gegeben, der Aufbau Afrikas führte zu hemmungsloser Bereicherung.«

Das Buch gibt einen guten geschichtlichen Überblick über die Kolonialisierung, beschreibt die Geschichte einzelner afrikanischer Staaten, erläutert die Probleme in der Gegenwart und beschreibt sehr anschaulich, warum die Form der bisherigen Entwicklungshilfe scheitern musste.

Gibt es für Afrika eine Zukunft? Wenn es nach dem Gründer des »Komitee Cup Anamur« geht, unbedingt. Die Bedingung: »Die Europäer müssen aufhören, in kolonialen Kategorien zu denken und beginnen, Eurafrika aufzubauen. Für mich entscheidet sich die Zukunft Eurafrikas an dem Engagement, mit dem wir den afrikanischen Jugendlichen begegnen. Zwei von ihnen erfroren bei einer Flucht, als sie sich im Radlager eines Flugzeugs versteckt hatten, das von Guinea nach Brüssel flog. Sie hatten einen Zettel mit, auf dem stand: Helfen Sie uns, wir haben Probleme, die Probleme sind Krieg, Krankheit und Hunger, und Kinder haben keine Rechte. Wir bitten Sie, eine große Organisation zu gründen, die Afrika hilft, damit es Fortschritte machen kann.«
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