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Die Kosmonauten
 
 
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Die Kosmonauten [Gebundene Ausgabe]

Richard D. Precht
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1. Ausgabe (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346203216X
  • ISBN-13: 978-3462032161
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 152.570 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard David Precht
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Berlin, zu Beginn der neunziger Jahre. Georg und Rosalie, beide Ende zwanzig, sind hierhergekommen, um ihrer jungen Liebe im Brodeln der Wiedervereinigung die richtige Kulisse zu geben. Kennen gelernt haben sie sich im rheinischen Köln: Georg hatte Rosalie einfach in der S-Bahn angesprochen. Jetzt tanzen sie sich durch das leben, balancieren über Bahnbrücken und füllen das Vakuum Berlins mit Liebe. „Sie begriffen ihr Leben hier und jetzt“, heißt es im Roman. Sie „zählten die Sterne, die ins Meer fielen, und erwarteten die Kinder wie den Regen“. Und über allem kreist der russische Kosmonaut Sergej Krikaljow, mit dem das Buch beginnt. Mit über 22.000 Stundenkilometern saust er über die Welt hinweg, und sieht nicht, wie zwei Menschen ihre große Chance auf Gemeinsamkeit zunichte machen...

Einem breiten Publikum wurde der Schriftsteller Richard David Precht bekannt, als die damals überaus populäre Fernseh-Literaturkritikerin Elke Heidenreich in ihrer Literaturtipp-Sendung „Lesen!“ sein philosophisches Einführungs- und „Reisebuch“ Wer bin ich – und wenn ja wie viele? in den höchsten Tönen lobte. Wie der Nachfolger Liebe. Ein unordentliches Gefühl, so verkaufte sich auch Wer bin ich anschließend mehrere hunderttausend Mal. Zuvor aber hatte sich Precht als Autor belletristischer Romane versucht. In diese Reihe der Frühwerke gehört auch Die Kosmonauten, ein Roman, der 2003 zum ersten Mal erschien und jetzt, auf der Woge des Erfolgs, wieder nach oben geschwemmt worden ist.

Das hat auf den ersten Blick durchaus seine Berechtigung. Denn der Gedanke, eine Liebesgeschichte von sich findenden und wieder verlierenden Menschen auf ein Berlin im Umbruch zu projizieren, das seine alte Ikonografie gerade abgestreift und seinen neuen Mythos noch nicht erfunden hat, hat etwas Bestechendes. Precht aber nutzt die Chance nicht, oder doch zu wenig. In ihrer ausgesprochenen Schwerelosigkeit bleiben seine Figuren doch steinschwer, das Epische eines Mythos klingt über Strecken geschwätzig. „Die Sonne sank, die Menschen wurden blasser“, heißt es am Ende – als seien sie zuvor farbiger gewesen. Und rasend, die Geschichte überblickend sind Die Kosmonauten ebenfalls nicht. -- Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003
Interessant findet Ijoma Mangold diesen Roman allein schon, weil er es versuchsweise mit dem neuen Berlin und der Nationalgeschichte aufnimmt. Ein frisches Liebespaar zieht nach Berlin-Mitte, um dort am Puls der Zeit zu fühlen und die Liebe naturgemäß scheitern zu lassen. Precht, Jahrgang 1964 und wie seine Protagonisten aus Köln stammend, schreibt ein hübsches Deutsch, das aber diesem großen Thema nicht Genüge trägt, meint Mangold. So einfach lasse sich eben eine private Biografie nicht in die Weltgeschichte einfügen, die Beziehungsgeschichte dümpele "wie ein toter Appendix" neben der großen Geschichte. Die beiden Hauptfiguren bleiben schematisch, während Precht die Nebenfiguren recht gut gelingen, bemerkt Mangold. Auch die Position des allwissenden Erzählers hält er für einen Missgriff des Autors: er deute viel zu viel aus, was den Roman eher langatmig werden lasse. Möglicherweise wäre eine Novelle die geeignetere Form für den Stoff gewesen, überlegt Mangold.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2003
Im Grunde genommen keine schlechte Idee, meint Georg Diez, wenn man denn schon unbedingt einen Berlin-Roman schreiben muss, diesen in die Zeit vor dem großen Berlin-Hype zu verlegen. Im Grunde genommen, so Diez weiter, hat Richard David Precht auch gar keinen schlechten Berlin-Roman geschrieben, wenn, ja wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Wenn sich der Autor nicht zu viel vorgenommen hätte. Wenn der Roman kürzer, straffer, zielbewusster ausgefallen wäre. Wenn Prechts Sprache weniger selbstgefällig wäre. Erzählt wird die Geschichte von Georg und Rosalie, die sich verlieben und von Köln nach Berlin ziehen, wo sie, was sonst, eine Berliner Boheme-Existenz führen. Der Roman kommt Diez vor wie eine große leere Wohnung, in der jede einzelne Gegenstand großes Gewicht erhält, betastet und zurückgestellt wird, eine "Benennungs- und Befindlichkeitsprosa", die manchmal wie Herbert Grönemeyer klingt ("Sie begriffen ihr Leben hier und jetzt, zählten die Sterne, die ins Meer fielen, und erwarteten die Kinder wie den Regen", zitiert Diez zur Illustration seines Grönemeyer-Feelings) und ab und zu auch ein paar Treffer landet. Vielleicht war ja genau diese Gefühligkeit, dieses Ungefähre und In-der-Schwebe-halten das Ziel des Autors, gibt Diez zu bedenken; doch ändert dieser Einwand für ihn nichts an der Tatsache, dass der Autor seine Geschichte, seine Figuren und letztlich sogar Berlin aus den Augen verloren hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Entdeckungsgeschichte in fabelhafter Sprache., 25. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten (Gebundene Ausgabe)
Die Kosmonauten, das sind Georg und Rosalie. Beide treffen im Kosmos von Köln aufeinander, und für beide verändert sich ihr Leben schlagartig. Gemeinsam brechen sie auf in eine neue Galaxie: Berlin. Das Berlin kurz nach der Wende, ein noch nicht erforschter Raum den es zu entdecken gilt. Und gemeinsam bauen Georg und Rosalie dort ihre Raumstation, eine Altbauwohnung in Berlin-Mitte, in einem Haus mit Ost-Hausmeister, Besetzern, Künstlern. Sie finden Freunde zusammen, unternehmen Exkursionen in die nähere Umgebung, entdecken nach und nach die Stadt. Eine Stadt die voll ist mit skurilen Typen, Möchtegern-Berlinern, Ewig-Gestrigen, Tagträumern, falschen Freunden. Aber mit der Zeit verlieren sie sich, ihre Liebe. Die Wende kommt mit dem Finden von Jobs. Unterschiedlicher könnten sie nicht sein: Georg wird Hilfstierpfleger, Rosalie geht in eine Werbeagentur.........

Richard David Precht läßt parallel zu dieser Geschichte den letzten Kosmonauten der Sowjetunion die Erde umkreisen. Mit dem nahenden Zusammenbruch des Sowjet-Reiches beginnt auch das Ende der Geschichte von Georg und Rosalie.

Precht hat einen Roman geschrieben den man ohne Wenn und Aber als einen ganz großen bezeichnen darf. Seit langen habe ich kein Buch eines deutschen Autors mehr gelesen, der seine Geschichte fesselnd erzählt, und dabei über eine Sprache verfügt die süchtig machen kann. Er schreibt poetisch, ohne kitschig zu werden. Er schildert die politische Situation nicht aufgesetzt, sondern - in bester Marnier z.B. eines John Updike - eingebunden in die Tagesabläufe unserer Protagonisten. Dieses Buch zu lesen ist ein Vergnügen. Deshalb unbedingt meine Empfehlung: in den Buchladen und Richard David Prechts "Die Kosmonauten" kaufen, es sich in der Leseecke zuhause gemütlich machen, und eintauchen in die Geschichte und die fabelhafte Sprache mit der sie erzählt wird.

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Detailliert, mit feiner Ironie und klugem Blick aufs Leben. Fesselnd!, 16. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten: Roman (Taschenbuch)
Auf Precht kam ich durch "Wer bin ich...". So ist das wohl im telegenen Zeitalter der Bestsellerlisten?

Wirklich für ihn eingenommen haben mich seine Fernsehauftritte, bei denen mir seine herrlich prägnanten,druckreifen Formulierungen und punktgenauen wie übersichtlich gegliederten und inhaltlich gehaltvollen Antworten auffielen. Das wohltuende Gegenteil häufig anzutreffender Talkgäste also, die ständig an die Frage erinnert werden müssen und deren abschweifende Antworten eine Halbwertszeit haben, die sie schon beim Hören vergessen machen.

Unterhaltung ist mir zu wenig, ich möchte durch die Lektüre eines Romanes auch bewegt werden und im besten Falle hinzulernen.

"Die Kosmonauten" hat meine Erwartungen übertroffen!

Allein die herrlich blumige, detaillierte und wortgewandte Sprache ist ein Genuß und gibt eigentlich banalen Szenen wie bspw. der Renovierung einer heruntergekommenen Wohnung eine ungewohnte Tiefe, die sich durchaus mit in den Alltag des Lesers nehmen lässt.

Als Mittvierziger hatte ich zunächst Bedenken, die im Mittelpunkt stehende Liebesgeschichte eines 20 Jahre jüngeren Paares würde an meinen (aktuellen) Lebensfragen doch arg vorbeigehen. Die feine Zeichnung der Protagonisten machte es mir jedoch leicht, mich (durchaus wechselnd...) einzufühlen - und der Altersunterschied war rasch vergessen. Was auch insofern leicht fiel, da die von Precht immer wieder aufgeworfenen Fragen wie Leben, Überleben, Lieben, (Halbwertszeit von) Freundschaften etc. sowieso zeitlos sind.

Seit langem ertappte ich mich dabei, "zu meinem Buch zu wollen", um "dabei zu sein, wenn es weitergeht". Ich musste mich regelrecht zusammenreißen, es nicht in einem Zug und nicht zu hastig zu lesen. Ein Widerstreit zwischen "weiter wollen" und "Wortwitz genießen" quasi.

Schade, dass man ein Buch nur einmal zum ersten Mal lesen kann! ;-)

Insgesamt ein Buch, das auch viel Traurigkeit enthält. (eine Stimmung übrigens, die in einer Rezension auch Prechts Roman "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" nachgesagt wird, den ich lesebereit im Regal stehen, aufgrund des Hinweises auf die Ernsthaftigkeit aber den Nachrang gegeben habe)

Naja, aber wer sagt denn, dass das Leben nicht häufig (insbesondere zu seinem Ende hin) traurig IST? Was ich insofern durchaus ins Positive wende, sich eben keinen falschen Illusionen hinzugeben und das kleine Glück nicht zu übersehen... ;-)

Fazit: Ein tolles Buch! Lesegenuss (allein der gewandten, "präsenten" Formulierungen wegen), Beschäftigung mit den Kernfragen des L(i)ebens, Einfühlung, Spannung und geistige wie emotionale Anstöße - alles drin zwischen den Buchdeckeln!

Gut, dass es (eigentlich von mir verschmähte) Bestsellerlisten gibt, sonst hätte ich mich nicht mit dem Autor beschäftigt und mir wäre dieser schon 2003 erschienene Roman glatt entgangen!
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Herz(en) der Großstadt - mitten hinein, 13. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Kosmonauten (Gebundene Ausgabe)
Ein tolles Buch, aber leider wahr.

Die Kosmonauten stammt aus einer „Edelfeder", aber vielleicht ist das nicht so wichtig. Die Sprachbilder der Großstadt bleiben im Gedächtnis haften wie eigene Erinnerungen, die Figuren sind wie gute Bekannte, aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig.

Warum mich das Buch mitgenommen hat: Die Geschichte trifft mitten ins Herz der einen Geschichte unserer Liebesbeziehungen. Richard Precht erzählt scharfsichtig, wie es ist, wenn man sich verliebt und erlebt, wie die ersten Risse aufbrechen, sich vergrößern und schließlich unüberbrückbar werden, bis jeder seiner eigenen Wege geht. Die Kosmonauten erzählt diese eine Geschichte nach - oder vor? - mit heiterem Ernst, ein wenig traurig, teilnehmend, aber vor allem wahrhaftig.
Lesen und innerlich immer nicken! Leider, leider.

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