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Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Zur Ontologie sozialer Tatsachen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

John R. Searle
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

23. Mai 2011 suhrkamp taschenbuch wissenschaft (Buch 2005)
In seinem grundlegenden Werk geht John Searle der Frage nach, in welchem Sinn das Soziale existiert. Was unterscheidet soziale Tatsachen wie etwa Geld von natürlichen Tatsachen wie der Höhe eines Berges? Searle kommt zu dem Ergebnis, daß soziale Tatsachen durch Phänomene kollektiver Intentionalität konstituiert werden. Hierfür entwickelt er die mittlerweile zum philosophischen Standardrepertoire gehörende Formel »X gilt als Y in C«, die aufschlüsselt, wie zum Beispiel ein Stück Papier in einem bestimmten sozialen Kontext als Geld behandelt wird. Eine brillante Analyse, ein Klassiker.

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Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Zur Ontologie sozialer Tatsachen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Wie wir die soziale Welt machen: Die Struktur der menschlichen Zivilisation + Geist, Sprache und Gesellschaft: Philosophie der wirklichen Welt: Philosphie in der wirklichen Welt (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Preis für alle drei: EUR 55,95

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 248 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (23. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518296051
  • ISBN-13: 978-3518296059
  • Originaltitel: The Construction of Social Reality
  • Größe und/oder Gewicht: 17,5 x 10,7 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 206.323 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

John R. Searle wurde in Oxford ausgebildet und ist seit 1959 Slusser Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley. Für sein umfangreiches Werk, das die Philosophie der Gegenwart auf vielen Gebieten maßgeblich beeinflußt hat, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Jean Nicod Preis und die National Humanities Medal.


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Politik als Zuschreibung und Deklaration 4. September 2011
Abseits aller Metaphysik versucht der amerikanische Philosoph John R. Searle nichts weniger, als die 'Ontologie der gesellschaftlichen Tatsachen' mit den klaren Mitteln der Sprachphilosophie zu beschreiben. Es gelingt und wäre Pflichtlektüre für alle politischen Programmatiker. Searle weist nach, daß politische Institutionen ihre Existenz vor allem performativen Sprechakten in Form von Deklarationen verdanken: 'Wir ernennen X zum Vorsitzenden'; Hiermit ist der Krieg erklärt'; Wir verurteilen Sie zu '' Damit verhält es sich ebenso wie mit der sonstigen 'Wirklichkeit', die für uns erst dadurch besteht, daß wir Objekten und Personen ihre Bedeutung in Sprechakten zuschreiben: 'Geld ist Geld, weil die Teilnehmer an der Institution es als Geld ansehen.'
Gesellschaftliche Tatsachen beruhen nach Searle auf einer 'kollektiven Intentionalität', indem wir uns denkend und sprechend auf Objekte und Vorgänge beziehen, gemäß unserer Absichten und Überzeugungen. Politische Tatsachen werden durch deklarative Sprechakte geschaffen, denen wir 'deontische Macht' beilegen, in der wir uns gesichert meinen. Allerdings sind ohne Sprache derlei Verpflichtungen nicht vorstellbar, während die Sprache selbst in sich eben nicht durch Deklarationen geschaffen ist.
Searle verteidigt den externen Realismus, der immer klarstellt, daß es eine von unseren Repräsentationen unabhängige Wirklichkeit gibt, eine Ansicht, die durch die idealistische Tradition immer wieder bezweifelt wird. Er stellt klar, daß ohne die Realität der uns umgebenden Welt auch die Realität einer sozialen Welt ohne Bestand wäre, da diese letztlich auf physischen Tatsachen beruht. Der Philosoph schließt so die Korrespondenztheorie der Wahrheit an: Wahre Aussagen sind über das, was wir Tatsachen nennen, möglich. Sobald wir sprechen, 'haben wir schon die Existenz der wirklichen Welt vorausgesetzt.'
Dennoch sind unsere zwar für ehern gehaltenen, aber lediglich deklarierten Institutionen sozusagen spirituell aufgeladene Gebilde, denen Geltung und Macht nur zukommt, solange wir den jeweiligen Zuschreibungen trauen. Werden sie unglaubwürdig, endet ihre Funktion und Tauglichkeit. Anhand der US-Hypothekenkrise analysiert Searle, auf welche Weise das System in Frage stehen kann. Politik sollte das wissen, insofern sie vor Unwägbarkeiten steht, mit denen sich Zuschreibungen schnell ändern und im Sprechakt ganz neue Vereinbarungen geschlossen werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Argumentativ hohes Niveau 13. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf
Der Philosoph Searle versucht in dieser Abhandlung, neben dem knappen und einleitenden Entwurf einer allgemeinen Sozialontologie, besonders die Ontologie gesellschaftlich-institutioneller Tatsachen offenzulegen. Angefangen mit ontologischen Grundannahmen, die jedoch leider erst am Ende der Abhandlung ausgeführt, begründet und argumentativ untermauert werden, begibt er sich nach diesen Grundlegungen zur speziellen (sozialen) Ontologie. Nachdem er in dem Bereich der sozialen Ontologie ein begriffssystematisches Fundament sowie einige allgemeine Grundannahmen dargelegt hat, widmet er sich nun vornehmlich der institutionellen Wirklichkeit und versucht diese, ganz im Stile analytischer Philosophie, durch genaue und detaillierte Argumentationen sowie begriffliche Differenzierungen zu beschreiben. Hierbei sind seine Argumente im Großteil nachvollziehbar und in gewisser Weise plausibel.
Im letzten Drittel der Abhandlung legt Searle seine ontologischen Grundannahmen ("externer Realismus", wie er seine Position bezeichnet) dar, auf welche aufbauend er in den vorangegangenen Kapiteln seine soziale sowie institutionelle Ontologie aufbaute. Dabei verteidigt der Philosoph Searle eine Variante des Realismus und setzt sich mit möglichen Einwänden meist konstruktiv und auf argumentativ hohem Niveau auseinander. Aufbauend auf der Verteidigung dieser ontologischen Position, plädiert er nun für eine Korrespondenztheorie der Wahrheit, welche seiner Ansicht nicht nur kompatibel mit einem ontologischen Realismus ist, sondern diesen letztlich voraussetzt. Insgesamt sind die Argumentationen Searles in diesen beiden letzten Kapiteln nachvollziehbar und verständlich dargelegt, jedoch scheint es für die Rezeption des Textes sinnvoller, diese Überlegungen an den Anfang der Abhandlung zu stellen, da diese ontologisch-epistemologischen Grundpositionen Searles seine gesamten Gedanken zur gesellschaftlichen Wirklichkeit bestimmen und somit als Grundannahmen zu Beginn offen gelegt werden sollten, damit der Leser weiß, worauf und warum Searle sich gerade auf diese basalen Überzeugungen in seiner Argumentation stützt. Andernfalls tendiert der philosophisch spitzfindig-genaue Leser dazu, gewisse am Anfang vorgenommene Grundansichten der Sozialontologie sowie im weiteren Verlauf der Argumentation immer wieder auf ebendiese übergeordneten ontologischen oder epistemologischen Theorien aufbauenden Argumente nicht in Gänze nachvollziehen zu können. Neben dieser suboptimalen Textstrukturierung lassen sich gelegentlich, trotz der zumeist auf außerordentlich hohem argumentativ-philosophischem Niveau basierenden Darlegungen, Schwächen bezüglich argumentativer Klarheit und philosophisch-begrifflicher Strenge ausmachen. Non-argumentatives Desavouieren von alternativen Grundpositionen, begriffliche Unklarheiten sowie stellenweise zirkulär anmutende Argumentationen, welche auf nicht hinreichend begründeten Prämissen aufbauen, mindern das insgesamt hohe philosophische Niveau.
Trotz dieser relativierenden Komponente bleibt Searles ontologische Abhandlung, besonders aufgrund der argumentativen Stärken, erkenntniserweiternd und damit empfehlens- und lohnenswert zu lesen.
Die Sprache, derer er sich bedient, erscheint zuweilen unnötig verkompliziert und damit nicht immer sehr leserfreundlich. Besonders für philosophische Laien dürfte sowohl die Terminologie als auch der Sprachstil nicht ganz einfach zu lesen und auf Anhieb verständlich sein. Bei konzentrierter und genauer Lektüre sollte jedoch nicht nur der philosophisch erfahrene und geschulte Leser folgen und die Darlegungen Searles in ihrer intellektuell-philosophischen Gänze nachvollziehen können.
Insgesamt ist die Lektüre dieses Werkes aus soziologischem, philosophisch-ontologischem sowie sozialanthropologischem Interesse heraus empfehlenswert.
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