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Die Konkubine von Shanghai: Roman
 
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Die Konkubine von Shanghai: Roman [Taschenbuch]

Hong Ying , Claudia Kaiser
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 459 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (25. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746627079
  • ISBN-13: 978-3746627076
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 413.844 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ying Hong
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vom Waisenmädchen zur mächtigsten Frau Shanghais Shanghai zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Luxus und Verbrechen blühen im „Paris des Ostens“, während die stolze Cassia zur Königin der Stadt wird. Mit erzählerischer Kraft und voll freizügiger Erotik beschreibt Hong Ying den Aufstieg und Fall einer selbstbewussten Frau, die als berühmte Konkubine und Patin von Shanghai in die Geschichte einging. Ein imponierendes Frauenschicksal von Chinas großer Erzählerin. „Hong Ying spinnt ein faszinierendes, bunt schillerndes Garn, das den Leser mit seiner Heldin fiebern lässt.“ – Independent on Sunday Mit ausführlichem Zusatzmaterial

Über den Autor

Hong Ying, 1962 in Sichuan geboren, wuchs in den Slums von Chongqing am Rande des Jangtse in China auf. Nach einer Kindheit und Jugend in größter Armut verließ sie mit 18 ihren Heimatort, um in Peking ein neues Leben als Autorin zu beginnen. Angesichts von Repressionen und Zensur wanderte sie 1989 nach aus und kehrte erst kürzlich wieder nach China zurück. International wurde sie durch ihren Roman "Der chinesische Sommer" und ihren Lebensroman "Tochter des großen Stromes" bekannt. Ihr Roman "Die chinesische Geliebte" stand wochenlang ganz oben auf der Spiegel-Bestsellerliste.

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Format:Taschenbuch
Hong Ying erzählt von tragischen Schicksalen und starken Frauen im China der Gegenwart. Mit ihrem neuesten Roman geht sie nun noch weiter in der Geschichte Chinas zurück und erzählt das Leben einer selbstbewussten Opernsängerin, die in den 20er Jahren zur mächtigsten Frau Shanghais wurde.

Angeblich beruht die Geschichte der Opernsängerin Cassia auf wahren Begebenheiten. Trotzdem wirkt alles ein wenig zusammengebastelt: Ein Waisenmädchen, das noch nicht mal besonders schön ist, wird von ihren grausamen Verwandten an eine Bordellbesitzerin verkauft. Der Boss der Shanghaier Triaden verliebt sich in sie und macht sie zu seiner Geliebten. Es kommt zu einigen Rückschlägen, aber schließlich kann sich Cassia ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen.

All das wird nicht gerade spannend erzählt. Es fehlt an der atemlosen, angespannten Atmosphäre, die Hong Ying sonst in ihren Büchern schafft. Auch von "freizügiger Erotik", wie der Klappentext wirbt, ist im Buch kaum die Spur. Dies ist aber auch zugleich ein Pluspunkt: Hong Ying stellt Cassia als starke, anziehende und erotische Frau dar, ohne das Buch zu einem Groschenroman voll lüsterner Szenen verkommen zu lassen.

Aber irgendetwas fehlt. Die wirklich spannenden Szenen werden nicht weiter ausgebaut, sondern allenfalls angedeutet. Die Geburt von Cassias Tochter wird fast ausgespart. War das Buch anfangs nur auf Cassia fokussiert, verschwindet sie, als sie entführt wird, völlig aus der Erzählung.

Gegen Ende des Buches schaltet sich außerdem mehr und mehr eine fremde Erzählerin ein, die sich zu Beginn nur ganz selten äußert. Inwiefern diese Erzählerin, die schließlich von ihrer Motivation spricht, warum sie Cassias Geschichte erzählt hat, mit der Autorin übereinstimmt, ist mir bis zuletzt nicht klar geworden.

Wer eine glimmernde, erotische, exotische Geschichte erwartet, wird enttäuscht. Es gibt kein richtiges Ende und auch innerhalb der Geschichte keine kleinen Happy Ends. Für einen Roman zieht sich diese Erzählung zu seicht dahin. Sie lässt sich ansiedeln irgendwo zwischen Unterhaltungsliteratur und Biografie - und hat damit einen schweren Standpunkt, ein bestimmtes Lesepublikum wirklich zu erreichen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Katja Maria Weinl (Media-Mania) TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Spätestens seit dem Jahr 2004, in dem ihr Roman Die chinesische Geliebte" erschien, zählt Hong Ying auch hierzulande zu den bekannteren chinesischen Autoren. Die zwischenzeitlich in England lebende Autorin, die mittlerweile wieder nach China zurückgekehrt ist, schreibt in ihrem Roman Die Konkubine von Shanghai" über eine Frau, die zu einem der mächtigsten Menschen in der Unterwelt Shanghais aufsteigt. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts herrschen in Shanghai die Geheimbünde oder Triaden und leiten die Geschicke der Stadt. Die Gegensätze von Ost und West treffen hier aufeinander und bilden den Boden, auf dem Cassias Erfolg, die so gar nicht dem traditionellen chinesischen Schönheitsideal entspricht, sondern eher dem westlichen, gedeiht. Dass sich der neue Hong-Meister für Cassia interessiert, ist gleichermaßen Glück wie Unglück, denn er konzentriert zwar viel Macht in seiner Person, verbreitet aber auch Angst und Schrecken, denn Huang Peiyu ist nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, jemanden ermorden zu lassen. So muss Cassia ihre Zuneigung zu Yu Qiyang beispielsweise verstecken.

Die Erzählperspektive der Geschichte ist ein wenig verwunderlich, da zu Beginn sowie hin und wieder im Verlauf der Geschichte eine Ich-Erzählerin auftaucht, die man nicht richtig ein- und zuordnen kann. Diese Ich-Erzählerin stellt sich schließlich als Chronistin von Cassias Aufstieg heraus. Dabei erzählt sie nicht konsequent aus Cassias Perspektive, sondern schildert die Ereignisse aus einer eher auktorialen Sicht, was manchmal zu Verwirrung führen kann. Zudem wird erst am Ende wirklich klar, dass es sich bei der Chronistin um die Autorin selbst handelt. In einem Nachwort schreibt sie von ihren Treffen mit dem chinesischen Dramatiker Liu Ji, der ihr von Xiao Yuegui, dem Vorbild für Cassia, erzählt, die die Autorin schließlich ebenfalls trifft.

Die Geschichte selbst ist gut und flüssig zu lesen. Der Leser erfährt einiges über das Shanghai des zwanzigsten Jahrhunderts, die Triaden, die Oper, das Frauenbild und die Bordelle. Hin und wieder wirkt die Geschichte durch den Schreibstil aber doch ein wenig seicht. Nichtsdestotrotz erfährt man hier auf unterhaltsame Weise etwas über einen Teil der chinesischen Geschichte.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine dominante Frau 6. November 2009
Von Daggi TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Frauen werden in China noch als Menschen zweiter Klasse behandelt. Der chinesischen Autorin Hong Ying, die mit Die chinesische Geliebte wochenlang ganz oben auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, ist es ein Anliegen, das Leben von Randgruppen zu beleuchten, die im heutigen China um Öffentlichkeit und Anerkennung kämpfen. Ihr Interesse als Autorin gilt historischen Personen und den Nöten der Menschen. Mit diesem Ansinnen machte sich die 1962 geborene Hong Ying daran, die Biographie der Shanghai-Opern-Darstellerin Xiao Yuegui nachzuerzählen. Gleich zu Beginn ihres Buches weist die Autorin darauf hin, dass alle Charaktere und Ereignisse auf realen Vorbildern beruhen. Sie fand deswegen lange keinen Verlag, der dieses Buch veröffentlichen wollte.

Im Roman heißt die Hauptperson Cassia. Als junges Mädchen vom Land wird sie im Frühjahr 1907 an ein Bordell in die Metropole Shanghai verkauft, taugt aber wegen ihrer großen Füße nur als Dienstmädchen. (Anm.: die "gebundenen Füße" bzw. "Lotusfüße" von chinesischen Frauen waren bis zum kommunistischen Regime Maos ein chinesisches Schönheitsideal und entsprachen etwa der Schuhgröße 17). Es wird der Werdegang Cassias beschrieben, wie sie von der Dienstmagd und späteren Kurtisane des Hong-Großmeisters Chang Lixiong sich zu einer der mächtigsten Frauen Shanghais entwickelt. Die Autorin beschreibt den Werdegang bis zum Jahre 1927. In den 20er Jahren war Shanghai eine der aufstrebensten Metropolen Asiens, die westlichen Einflüssen schon immer stark unterworfen war. Mit dem Vertrag von Nanking nach dem Ersten Opiumkrieg erzwang Großbritannien 1842 die Öffnung Shanghais für den Handel mit den europäischen Nationen.

Der Roman handelt von Prostitution, Verschwörungen, Geheimgesellschaften und Mord, weshalb sich auch lange kein Verlag fand, das Buch zu veröffentlichen. Die Autorin vermittelt jedoch glaubhaft, dass diese Dinge damals tatsächlich so existierten und dass die Shanghaier Unterwelt von gegeneinander agierenden Geheimbünden regiert wurde. Es bekämpfen sich Quing-Bund und Hong-Bund bzw. Revolutionsliga. Chang Lixiong wird bei einem feigen Hinterhalt getötet und es kommt ein neuer Mann an die Macht: Huang Peiyu, der nicht nur den Posten Changs antritt, sondern sich auch dessen Geliebte Cassia nimmt. Cassia kann sich als Darstellerin in der Shanghai-Oper einen immer größeren Bekanntheits- und Beliebtsheitsgrad erarbeiten.

In "Die Konkubine von Shanghai" sind einige erotische Szenen enthalten, die ich sehr, sehr schön finde. Hong Ying versteht es, die Sexualität von Cassia auf natürliche Art zu schildern. Diese Szenen haben nichts Pornographisches an sich. Auch werden die Unterschiede in der Sexualität zu den verschiedenen Männern deutlich: zum wesentlich älteren Chang Lixiong, mit dem Cassia eine wunderbare Sexualität erlebt und mit Huang Peiyu, der sich wenig um die Bedürfnisse einer Frau schert.

Dieses Buch hat mir gut gefallen und es ließ sich recht schnell lesen. Hong Ying kann auf jeden Fall schreiben und sich gut ausdrücken. Dennoch gebe ich nur vier Punkte, weil mich die (fiktive) Handlung stellenweise doch an einen Groschenroman erinnert hat, besonders zum Ende hin, aber mehr will ich hier nicht verraten, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen.

Für Cassia ist Sex keine Dienstleistung, sondern ein Weg, zu Macht zu gelangen. Sie ist eine sehr schöne Frau, der Männer kaum widerstehen können. In ihrer dominanten Art zerfrisst Einsamkeit aber zuletzt ihr Herz.
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