Curt Lindas Verfilmung der Konferenz der Tiere gilt als der erste abendfüllende deutsche Zeichentrickfilm. Das Drehbuch hält sich weitgehend an das Original, manches wurde allerdings weggelassen, anderes dafür hinzugefügt.
Dieser Film ist im Vergleich mit damaligen und heutigen Disney-Produkten eher bilderbuchartig gestaltet, der Hintergrund bleibt oft statisch, Bewegungen spielen sich schablonenartig mehr oder weniger jeweils um die Hauptprotagonisten herum ab. Dies hat Vor- und Nachteile, der Betrachter möge die Bilder auf sich einwirken lassen und selbst entscheiden. Der Zeichenstil ist durchaus witzig und passt recht gut zur Story. Besonders möchte ich auch die Filmmusik loben, diese wurde mit rein akustischen Instrumenten, teils mit kleinem Orchester, eingespielt. Einfach schön, wie beispielweise der Angriff der Motten auf die Uniformierten musikalisch untermalt ist! Wir begegnen Klangbildern, die selbst heute noch als Originell bezeichnet werden könnten. Mir gefallen besonders die klanglichen Sequenzen, wo sich mexikanisch anmutende Blechbläser mit einem alpenländischen Hackbrett begegnen dürfen.
Die Sprecher und Sprecherinnen waren exzellente Profis der alten Schule!
Mit recht einfachen Mitteln wird bei der Konferenz ein wahres Feuerwerk aus Farben in den Raum geworfen. Das muss vor über vierzig Jahren im Kino ein großartiges Erlebnis gewesen sein, und dies ist es auch heute noch, bei Dämmerlicht am Bildschirm.
Alles in allem betrachte ich den alten Zeichentrickfilm als ein schnurrig-würdiges Vehikel, mit dem die radikal pazifistische Botschaft des Erich Kästner auf eindringliche Weise transportiert wird.
Ich durfte erleben, dass diese Verfilmung von Kindern nicht nur verstanden, sondern sogar geliebt wird, auch noch im Jahre 2007!