Frankreich 1685: Catherine muss wegen ihres protestantischen Glaubens gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Julie aus ihrem Heimatdorf fliehen. Auf der Flucht werden die Mädchen von Catherines Verlobten Mathieu getrennt und stoßen auf den geheimnisvollen Schlepper Luc, der sie nach Orleans begleitet. Hier finden die Mädchen zunächst Ruhe als Angestellte in einem katholischen Haushalt. Doch als Catherine damit beginnt nach den Notizen ihrer verstorbenen Mutter Konfekt herzustellen, finden ihre Häscher ihre Spur und Catherine und Julie geraten erneut in Gefahr...
Kirsten Schützhofers vierter Roman behandelt das Schicksal der französischen Hugenotten aus der Sicht der drei Jospin-Schwestern (Catherine, Julie und Mariette) sowie Catherines Verlobten Mathieu. Alle vier werden um ihres Glaubens willen verfolgt, gehen aber mit dieser Problematik sehr unterschiedlich um. Dieser unterschiedliche Umgang mit dem Glauben und dem jeweiligen Heimatsbegriff führt unweigerlich zu Konflikten und entzweit insbesondere die Schwestern zu nehmend voneinander. Die erste Hälfte des Buches, im Wesentlichen aus der Sicht Catherines geschildert, liest sich recht flüssig und unterhaltsam. Die zweite Hälfte hingegen ist von Tristesse geprägt, darum deutlich schwere Kost und war für mich auch dadurch erschwert, dass ich die Aktionen und Reaktionen der handelnden Personen nicht immer nachvollziehen konnte.
Trotz diese Problematik besticht der Roman an vielen Stellen durch seine bildhafte Sprache und geschickt beschriebene Szenerien, so dass man die Zeit, die man mit Lesen verbringt, nicht bedauert. Auch eine Zahl kleinerer, sehr liebevoll geschriebener Szenen (z.B. Sophia und die Katze) seien hier lobend erwähnt.
FAZIT: Alles in Allem ist Die Konfektmacherin" deutlich schwerere Kost als der Titel vermuten lässt. Kaum etwas im Leben der Jospin-Schwestern ist süß und leicht und das macht das Buch auf der einen Seite unterhaltsam, stimmt den Leser aber auch nachdenklich. Schade ist und bleibt, dass für mich in der zweiten Hälfte die Handlungen der Personen nicht immer nachvollziehbar waren.