Nachdem ich nun den 11. Band des großen Zyklus von Steven Erikson gelesen habe, fühle ich mich ähnlich wie Goethes Doktors Faust.
Zunächst verweise ich an dieser Stelle auf meine Rezension zu Band 7: "Das Haus der Ketten". Insgesamt hat sich an meinem Eindruck nichts geändert.
In "Die Knochenjäger" werden endlich einige Handlungsfäden zu Ende gebracht, aber insgesamt stellte sich bei mir doch eine gewisse Müdigkeit ein.
Ich kenne bereits eine Geschichte mit vielen aufgenommenen Ereignisketten, in der manche Handlungen einen Schluß finden und andere beginnen: mein Leben. Wenn ich einen Zyklus lese, dann wünsche ich mir irgendwann auch deutliche Schlußpunkte.
Ich bin ein großer TV-Serien-Fan, aber auch da passiert es mir immer wieder, daß ich irgendwann der Sache überdrüssig werde und für eine Weile (oder überhaupt) keine Folgen mehr ansehe.
Dies ist die Art von Müdigkeit, die sich bei mir während der Lektüre von Band 11 einschlich.
Die Qualität der Geschichte ist auch in "Die Knochenjäger" sehr hoch. Die Charaktere sind fast alle bekannt, es treten kaum neue auf. Ein Umstand, den ich begrüßt habe. Ebenso sehr wie die Tatsache, daß ein größerer Handlungsschauplatz verlassen wird. Zumindest hierbei gibt es einen Abschluß.
Der Gewaltgrad zieht wieder etwas an und konzentriert sich vor allem auf einen neuen Schauplatz, auf dessen Erwähnung ich schon längere Zeit gewartet hatte. Um hier nicht zu viel zu verraten, werde ich mich nicht weiter darüber auslassen.
Der Zyklus "Das Spiel der Götter" gehört für mich noch immer zum Besten, was ich bisher an Fantasy-Lektüre gelesen habe. Aber ich werde jetzt erst einmal eine längere Pause machen, bevor - oder falls - ich die nächsten Bände lese. Allerdings befürchte ich, daß ich vieles vergessen haben werde, wenn ich irgendwann den Zyklus weiterlese.
Ich hoffe sehr, daß es mir am Ende des Zyklus - falls es den jemals geben sollte - nicht wie Doktor Faust geht und ich meine Unwissenheit beklage. Denn unwissend bin ich schon im Leben.