"Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen" ist der letzte Band der Klippenland-Chroniken von Paul Steward und Chris Riddell. Chronologisch gesehen liegt er aber vor den Ereignissen, von denen wir in den ersten Folgen gelesen haben. So schleicht sich immer ein kleiner Unterton von Trauer mit ein, wenn man im Hinterkopf hat, was Maris und Quint noch zustoßen soll. Allerdings lässt sich jedes der Bücher unabhängig von den anderen Bänden lesen. Es ist nicht nur jede Geschichte in sich abgeschlossen, sondern man bekommt auch alle Zusatzinformationen, die man benötigt, um die Zusammenhänge zu verstehen, geliefert. Sie sind geschickt in die Erzählung verwoben, so dass sie auch für Kenner der Serie nur einen gelungenen Rückblick darstellen und diese sich an diesen Stellen nicht langweilen.
Werden die Klippenland-Chroniken auch als Jugendbücher verkauft, so enthalten sie doch stellenweise recht grausame Szenen und auch vor dem Tod wird hier nicht halt gemacht. Aber spätestens seit "Harry Potter" ist man so etwas ja durchaus gewöhnt. Gerade wegen dieser schonungslosen Art sind die Bücher allerdings auch für Erwachsene ein fantastischer Leckerbissen.
Die einzelnen Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet. In dieser Welt von Stewart und Riddell gibt es unzählige Wesen und Rassen, die durch ganz besondere Eigenheiten auffallen und nicht unerheblich dazu beitragen. Man kann jede einzelne Handlung gut nachvollziehen, sei es die von Windschakal, der unbedingt seine Familie rächen will, Quint, der seinem Vater zwar zur Seite stehen will, aber trotzdem Zweifel hat, oder Maris, die an seiner Seite ist und ihre ganz eigenen Vorstellungen von Befehlen hat. Aber auch an Action fehlt es nicht. Der absolute Höhepunkt ist hier sicherlich die Schlacht der Himmelsgaleonen, die dem Band auch seinen Namen gegeben hat.
Nach der Lektüre dieser Episode legt man das Buch zwar etwas schwermütig beiseite, da man weiß, dass nun keine Geschichten aus dem Klippenland mehr folgen werden, aber man will auch sofort wieder zum ersten Band greifen, um die Serie in ihrer Komplexität und den ineinander verschachtelten Handlungssträngen neu zu erleben, jetzt, wo man sie alle kennt. "Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen" ist auf jeden Fall ein gelungener Abschluss der Serie. Paul Steward hat mit seiner Erzählung noch einmal neue und faszinierende Wesen erschaffen und eine spannende Geschichte geschrieben, die Chris Riddell mit seinen zahlreichen Illustrationen zum Leben erweckt.