Obwohl "Die Klinik" von Noah Gordon nicht zu dessen "Medicus"-Trilogie (die anscheinend demnächst fortgesetzt wird, und somiz keine Trilogie, sondern vielmehr eine Serie ist) gehört, spielt sie, wie man es von Noah Gordon kennt, in dessen Lieblingsmilieu, nämlich in dem der Ärzte. Und wer die Medicus-Bücher gelesen hat, weiß, daß Noah Gordon in der Lage ist, wesentlich bessere Bücher zu schreiben. Vor allem die ersten beiden Bücher der Serie, nämlich "Der Medicus" selbst und "Der Schamane" sind wirklich lesenswerte Exemplare ihrer Gattung, aber aich der bisher letzte Teil, "Die Erben des Medicus" ist sehr unterhaltsam und lesenswert. Leider schafft "Die Klinik" es nicht, sich an diesen hohen Vorgaben messen zu lassen, waa die Enttäuschung beim Freund von Gordons anderen Büchern nur noch größer werden läßt (übrigens ist auch "Der Rabbi", der auch nicht zur Medicus-Reihe gehört, ein viel besseres Buch). Diesem Roman fehlt einfach der Grund für den Leser, Interesse daran zu zeigen, denn die Handlung schafft es nicht so richtig, den Leser zu fesseln. Das liegt vielleicht daran, daß alle anderen Bücher von Gordon einen interessanteren, weil dem Leser weniger bekannten, Hintergrund haben; sie spielen zu interessanteren Zeiten an interessanteren Orten, und können somit den Leser in eine andere welt versetzen; dies gelingt Gorodn in "Die Klinik" überhaupt nicht. Nichts desto trotz sind natürlich Gordons erzählerische Fähigkeiten intakt, und da auch einige der Untergeschichten mitunter ganz unterhaltsam sind und das Buch nicht allzu lang ist, kann man es durchaus lesen; man verliert nicht viel (Zeit) und gewinnt aber auch nicht viel (Lesespaß). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)