Im Studentenwohnheim in der Hickory Road 26 geschehen eine Reihe merkwürdiger Diebstähle. Miss Lemon, die Schwester der Heimleiterin Mrs. Hubbard und Sekretärin im Dienste Hercule Poirots, bittet schließlich ihren berühmten Arbeitgeber darum, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Ermittlungen sind noch nicht richtig in Fahrt gekommen, da gesteht die Studentin Celia Austen bereits die Taten. Kurze Zeit später ist sie tot - gestorben an einer Überdosis Morphium. Poirot glaubt nicht so recht an einen vermeintlichen Selbstmord - und beweist wieder einmal das richtige Gespür, denn nichts ist in der Hickory Road so wie es scheint...
Mit "Die Kleptomanin" (der englische Originaltitel "Hickory Dickory Dock", der sich an einen Kindervers anlehnt, schlägt den öden deutschen Titel um Längen) betritt Agatha Christie, deren Romane sich ja grundsätzlich durch eine hohe Bandbreite auszeichnen, erneut Neuland, indem sie als Schauplatz erstmals (und vermutlich einmalig) ein Studentenwohnheim gewählt hat. Auch wenn das Ganze aus heutiger Sicht etwas angestaubt wirkt und etliches Liebesgeplänkel als Nebenstränge der Handlung etwas das Vergnügen trüben, so bietet der Krimi dennoch einige - zumindest zum Teil gelungene - Wendungen, eine Schar Verdächtige und nicht gerade übermäßige, letztlich aber ausreichende Spannung.
"Die Kleptomanin" zählt zwar nicht zu den absoluten Highlights der bis heute ungeschlagenen Queen of Crime, liest sich aber dennoch recht interessant und schnell. Eigentlich gäbe es 3,5 Sterne, was aufgerundet schließlich 4 ergibt.