Produktinformation
|
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
Bei dieser Einspielung war das anders. Ich habe anfangs noch - wie üblich - eher selektiv gehört, war aber bereits nach einigem "Zappen" überzeugt, dass ich wohl "am Thema vorbei" gehört haben musste. Zu vieles kam mir ungewöhnlich und willkürlich vor: Ein ungewohntes Herantasten hier (3. Konzert, letzter Satz) ein besonders "organisches" Aufblühen (4. Konzert, Einleitung zum 1. Satz) oder unerwartet spannende Stellen (2. Konzert, Exposition des 1. Satzes) dort, und so weiter. Wie sollte sich das alles zu einem Ganzen fügen?
Erst nachdem ich einmal den den Kopf "ausgeschaltet" gelassen hatte, begriff ich, dass hier die "Stimme des Erzählers" ganz offenbar eine besondere ist: So banal es auch klingen mag: Klavier und Orchester führen hier nicht nur einen ungemein spannenden Dialog, sondern verschmelzen gewissermaßen zu einer Einheit: Simon Rattle - Spitzname "Master of Tempi" - beschleunigt und ritardiert wie weiland Leonard Bernstein und webt dabei mit den Wiener Philharmonikern einen unerhört lockeren und plastischen Orchesterklang, in den Alfred Brendel sich mit seiner subtilen Anschlagskunst ideal einfügt. Er geht jede Bewegung des Orchesters mit, und das Orchester folgt seinerseits quasi synchron den Phrasierungen des Solisten.
So wird es auf einmal zu etwas Besonderem, wenn sich das Klavier in den Kadenzen oder im Eröffnungssatz des fünften Konzerts virtuosen Freiraum nimmt oder Solist und Orchester sich in den beiden ersten Konzerten gegenseitig "die Bälle zuspielen" oder sich die Partner - am Anfang des Mittelsatzes des vierten Konzerts - sogar unversöhnlich gegenüber stehen!
Hier machen 60 Leute Kammermusik, bei der die Spannung nie nachlässt, weil auch die kleinste Phrase mit unter den "großen Bogen" gezwungen wird!
Ich habe mich immer noch nicht groß damit beschäftigt, ob die Ausführenden etwas fundamental Neues entdeckt oder irgendeinen wichtigen Rekord gebrochen haben. Es ist bei dieser Aufnahme für mich einfach nicht wichtig!
Natürlich gibt es einige schöne Details zu entdecken: Dass das erste Klavierkonzert so voll geistreichen Humors ist, habe ich bisher nicht gewusst. Und dass das dritte Konzert nicht unbedingt so düster, dramatisch und drängend gespielt werden muss wie die ebenfalls in c-Moll notierte "Pathétique" oder die fünfte Sinfonie, hatte mir auch noch keiner gesagt.
Aber das wirklich Besondere an dieser phänomenalen Einspielung ist, dass sich das, was die Ausführenden da machen, einfach gut "anfühlt": Ein exzellentes Orchester und ein großer Pianist machen unter einem Ausnahmedirigenten auf spannende und berührende Art und Weise Musik. So einfach ist das.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|