Die wunderschöne Geschichte einer reichen Jüdin voller Natürlichkeit, Tatendrang und der Leidenschaft für Agrarwirtschaft. Die Geschichte beginnt zur Zeit des letzten Kaisers in Berlin, wo die Protagonistin Ruth noch im Hause ihres Vaters, des Bänkers Samuel Goldfisch in Berlin Dahlem wohnt. Das hier gezeichnete Leben von Ruth ist bereits so vielseitig und natürlich, das man ihr nach ihrer Hochzeit mit dem christlichen Adeligen Albert von Roll voller Neugier mit auf dessen heruntergekommenes Gut im Harz folgt. Hier krempelt sie sich sogleich als frisch gebackene Baronin die Ärmel hoch und beginnt mit eigenen Händen aus einem verkommenen und verwilderten Hof eine kleine Goldmiene zu konzipieren - Kirschengold.
Es folgen Jahre mit Schicksalsschlägen, mit frohen Festen, mit Aufschwüngen und Verlusten, aber immer dominiert die fleißige und clevere Art Ruths, die mit so viel Kalkül versteht, aus jeder noch so aussichtslosen Situation ihren Vorteil zu ziehen und ihren Einfluss in Bleichenrode und Umgebung zu vergrößern und für das Allgemeinwohl zu stärken. Sogar den Nationalsozialismus vermag sie zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Es handelt sich um eine liebevolle und eindrucksvolle Geschichte einer Frau, die sich durchkämpft und immer auf der Gewinnerseite steht. Man verschlingt die wunderschönen und vielseitig bunten Episoden. Es wird einem nie langweilig und man lernt, wie die geschichtlichen Epochen von der Kaiserzeit über den Nationalsozialismus bis hin zum Kommunismus und dem Ost-West-Geschehen das Privatleben einer Jüdin beeinflusst, ohne mit dem üblichen NS-Geschichten belastet zu werden.
Ein Roman für den aufkeimenden Frühling!