Aus der Amazon.de-Redaktion
Die 1942 geborene Psychologin und Therapeutin geht das Thema zunächst nicht im Stil eines klassischen Ratgebers an, sondern läßt konkrete Personen alle die Dinge erleben, die zum Fremdgehen führen. Das macht ihr Buch lebendig, streckenweise humorvoll. Das ist bei aller Ernsthaftigkeit des Themas wohltuend und bei dem Beruf der Autorin auch eine angenehme Überraschung. Sie löst sich und damit ihre Leserschaft von dem klassischen Bild, das da lautet: Hier der Betrüger/die Betrügerin -- dort das unschuldige Opferlamm, das Solidarität verdient oder bedauert werden muß. Auch das ist neu und für manchen Leser sicher gewöhnungsbedürftig.
Die nächste Überraschung: Was Fremdgehen angeht, sind Männer und Frauen gleichberechtigt: Beide tun es, und zwar etwa zu gleichen Teilen. Geschlechtsspezifische Vorurteile sind also fehl am Platz. Wer das von der Autorin einmal als Information angenommen hat, der kann sich auf die eigentlichen Hinweise anders einlassen. Die verderbliche Rolle des Mißtrauens wird von Julia Onken beschrieben, und in diesem Teil ist sie dann doch ganz Sachbuchautorin, kreiert den Ausdruck "FremdspringerInnen", und wird dann deutlich: Die Verheimlichung des Seitensprungs finde statt, weil der Bruch der Beziehung befürchtet wird. "Na und? Es ist in den meisten Fällen ohnehin eine Frage der Zeit." --Corinna S. Heyn
Kurzbeschreibung
Julia Onken verdichtet eigene Erfahrungen zu einer direkten, frechen Geschichte, in der die Krise als potentielle Chance erscheint. Fremdgehen als Weg. Warum gehen Männer und Frauen so häufig fremd, obwohl doch die inneren wie äußeren Konflikte vorprogrammiert sind? Treibt sie ein Hunger nach Abwechslung in den Seitensprung oder der Jagdruf der Hormone?
Julia Onken räumt auf mit der Vorstellung, daß Seitensprünge immer nur den anderen passieren. Ohne erhobenen Zeigefinger und jenseits von staubtrockenen psychologischen Erklärungen zeigt sie mit Humor und realitätsnahen Ratschlägen, daß es einen Weg aus der Sackgasse gibt, in die wir uns durch die klassische Vorstellung von schuldigen Betrügern und unschuldigen Opferlämmern hineinmanövrieren.