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Die Kirschen der Freiheit
  
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Die Kirschen der Freiheit [Gebundene Ausgabe]

Alfred Andersch , Martin Gregor-Dellin
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 155 Seiten
  • Verlag: Diogenes-Verl.; Auflage: Unveränd. Neuausg. (1968)
  • ASIN: B0000BNPKU
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.748.024 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alfred Andersch
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Geschichte einer Desertion."Dieser inhaltlich gewichtiger Bericht könnte einer ganzen Generation als Beispiel dienen, welche die Engagiertheit vielfach automatisch als Schlagwort aus dem vollen Bauch heraus kolportiert." (Tages-Anzeiger)
"Eines der wichtigsten und ehrlichsten Bücher der jungen deutschen Nachkriegsliteratur." (Neue Zürcher Zeitung)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bjrn
Format:Taschenbuch
Dieses Werk von Alfred Andersch aus dem Jahre 1952 beschreibt in einem teils lässigen, aber ebenso tiefgründigen und bedeutungsvollen Schreibstiel seine Lebensgeschichte bis zum Sommer 1944. Kindheit, Elternhaus, die Zeit als KPD-Funktionär werden kurz, aber prägnant umrissen. Dabei steht seine Erfahrung während seines Einsatzes bei der Armee(Andersch verabscheut das Wort Wehrmacht) in Italien und die erfolgreiche Desertierung im Vordergrund. Genauer gesagt müsste man aber sagen, das der Akt der Freiheit, dieser nur ein paar Atemzüge andauernde Moment, in dem ein Mensch frei über sich , sein Leben entscheiden kann, im Zentrum dieses so ansprechenden, mit zeitloser Weisheit gefüllten Buches steht.
Die Freiheit kann nach Andersch nur im gesunden, ausgeglichenen Spannungsfeld all unserer Eigenschaften - Vernunft, Leidenschaft, Angst und Mut - geschehen. Dies bringt er dem Leser wirklich überzeugend nahe; gerade weil er seine philosophisch/religiösen Betrachtungen eng mit den ungeheuerlichen Erlebnissen des Krieges, bzw. der Nazi-Unterdrückung verwebt, ist es für uns als Leser so nachvollziehbar und lehrreich, seinen Ausführungen, seiner Erzählung zu folgen.
Sehr spannend ist für mich auch seine Hingabe zu Gott, von dem er nicht weis, ob es ihn gibt, aber die gegenteilige Annahme erscheint ihm absurd (eine kleine Kritik am Existentialismus?). Ich fand seinen Ausruf - sein Stossgebet - im Moment der Flucht aus diesem mörderischen Krieg, weg von der unbarmherzigen Soldaten - Welt sehr bewegend und zutiefst menschlich : " Zwischen den Häusern von Vejano habe ich gebetet : Laß mich zu Dir in die Wildnis entkommen! Hilf mir! Laß mich allein sein mit Dir! "
Diese Haltung hebt sich von vielem, was mir aus der Nachkriegsliteratur bekannt ist, deutlich ab. Denn Alfred Andersch hat sich trotz der entsezlichen zwölf Jahre des Terrors in einer inneren Immigration seine Seele und seinen Glauben bewahrt ("...dabei weiß ich nicht einmal genau, ob es Gott gibt. Aber ich habe immer zu ihm gebetet.") .
Am Schluss dieses Buches vermag es Andersch, uns mit großer dichterischer Poesie über die Bedeutung des Buchtitels aufzuklären und lässt in diesem Augenblick den Leser/die Leserin mit einem vielleicht bangem, aber auch glücklichen Gefühl im Herzen zurück.
Ein wirklich beeindruckendes Stück großer deutscher Literatur!
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Wieder mal eine neue Schullektüre im Deutsch-Leistungskurs. Nachkriegsliteratur, naja, man durfte gespannt sein. Und dann tat sich dieses Buch von Alfred Andersch vor uns auf und ich muß sagen, es hat mich von Anfang an begeistert. Andersch beschreibt seinen Werdegang in der NS-Zeit und wie es ihn mit der Wehrmacht nach Italien verschlagen hat. Dort trifft er dann einen Entschluß, nämlich zu desertieren und sich den Amerikanern zu übergeben. Das Buch hat ein großes Echo gefunden und das ist meiner Ansicht nach auch gerechtfertigt. Andersch gelingt es, durch seine einfache Sprache, den Leser mit durch die Zeit zu nehmen und ihm zu zeigen, wie es damals war (damals war für Andersch nicht gerade lange her, als er das Buch schrieb). Es ist eine wunderschöne autobiographische Geschichte eines Menschen, der nach Freiheit sucht und der nicht mehr mit der NS-Diktatur leben kann. Deshalb überwindet er innere und äußere Zwänge und läßt sich schließlich auf das Wagnis Desertion ein. Dabei konzentriert sich Andersch in der ganzen Geschichte voll auf sich und läßt den Leser seine Erlebenswelt spüren. Nur dadurch kann auch die Faszination erklärt werden, die von dem "Bericht" Anderschs ausgeht. Ein wesentliches Stück Literatur unseres Jahrhunderts. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr empfehlenswert 11. Mai 2010
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Dieser sehr persönliche Erlebnisbericht von Alfred Andersch thematisiert in drei Teilen dessen Desertion aus der Hitlerarmee im Jahre 1944. Im ersten Teil, "Der unsichtbare Kurs", arbeitet Andersch mehrere Augenblicke seiner Jugend während der Weimarer Republik heraus, die er im Rückblick als Weichenstellungen ansieht. Teil zwei, "Die Fahnenflucht", beschreibt die näheren Umstände seiner Desertion und hebt dabei drei Themen besonders hervor: Die Kameraden, die Angst und den Eid auf Adolf Hitler, welchen er nahezu durchgängig als "die Kanalratte" bezeichnet. Teil drei, "Die Wildnis", schließt den Bericht mit einer Schilderung von Andersch's Empfindungen in dem kurzen Zeitraum zwischen seiner Desertion und seiner Gefangennahme durch die Alliierten ab, welche er als Zeit "zwischen den Gefängnissen" und als Verwirklichung seines Verständnisses von Freiheit beschreibt.

Man könnte den relativ kurzen Text - auf 95 Seiten bringt es diese handliche Ausgabe - rein vom Volumen her an einem einzigen Abend durchlesen. Dass ich es nicht fertig gebracht habe, ist auf den wirklich großartigen ersten Teil zurück zu führen, der mir bereits nach zehn Seiten mindestens drei jener außergewöhnlichen Lesemomente bescherte, in denen man mit Haut und Haaren mitgerissen wird. Andersch's Schilderung der Weimarer Zeit, seiner Erlebnisse als Nachwuchs-Kommunist und seines schwierien Verhältnisses zu seinem Vater empfand ich als ausgesprochen packend und eindringlich. Es ist dieser erste Teil, der in der Hauptsache meine Fünf-Sterne-Bewertung trägt. An seinem Ende habe ich meine Lektüre unterbrochen, um das Aufgenommene in Ruhe zu verarbeiten.

Der zweite und dritte Teil fielen etwas ab, ohne nebensächlich zu sein. In ihnen nimmt Andersch die äußeren Erlebnisse in den Hintergrund, um stattdessen seine inneren Erlebnisse dem Leser näher zu bringen. Wie tief überzeugt er von seinen daraus gezogenen Lehren ist, wird aus jeder Zeile deutlich. Leider erliegt er stellenweise der Versuchung, diese innere Überzeugung auch auf die äußere Welt zu übertragen. Das geschieht nicht oft, und er macht auch mehrfach deutlich, dass es ihm um die Schilderung seiner privaten Perspektive geht. Nichtsdestotrotz hat es das Buch für mich abgewertet, dass er zum Beispiel seine private Interpretation des Fahneneids nicht nur für seine unmittelbare Umgebung, sondern auch für alle Hitlersoldaten überhaupt für gültig erklärt und sich anmaßt, über die "Mehrheit der deutschen Soldaten" und kurz danach über "alle" zu urteilen (Zitat: "Aus diesem Grunde war die Mehrheit der deutschen Soldaten überhaupt nicht eidesfähig." bzw. "Aber ob Gläubige oder Ungläubige, sie waren alle Verwirrte."). Dabei richtet sich meine Kritik nicht gegen sein Urteil als solches, sondern dagegen, dass er es überhaupt fällt, obwohl er im ersten Teil noch jede Urteilsmöglichkeit über "die Massen" angezweifelt hatte (Zitat: "Indem ich sage: 'die Massen', sehe ich mich schon allein in ihnen, mein Geist überfliegt sie, meine Lippen krümmen sich zu einem Lächeln verächtlichen Erkennens."). Gerade weil ich diese Ansicht mit Überzeugung teile, hätte ich mir gewünscht, dass er sie in diesem relativ kurzen Werk durchgängig umsetzt. Ihre selektive Verwendung ist nicht notwendig und nimmt diesem wirklich lesenswerten Text unnötigerweise ein Stückchen Eindringlichkeit und Überzeugungskraft.

So stand ich nach der Lektüre vor der Frage, was ich denn nun von diesem Werk halten soll. Ich bin zu dem Urteil gekommen, dass ich ihn trotzdem zum Lesen empfehle. Ich glaube, man sollte es unbedingt im Kontext der Zeit verstehen, in der es geschrieben wurde. Wenn man sich klar macht, dass noch im Jahr 2009 ein deutscher Verbandschef Dietrich Bonhoeffer als "ganz gewöhnlichen Vaterlandsverräter" bezeichnete, bekommt man vielleicht eine Vorstellung davon, wie konfliktträchtig das von Andersch besprochene und selbst erlebte Thema im Jahr 1952 gewesen sein mag, als dieses Buch zum ersten Mal erschien. Es ist deshalb nicht nur ein eindringlicher Bericht, sondern auch ein zeitgenössisches Dokument. Ich halte es für unbedingt lesenswert.
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