Von einer Ausgabe 2003 erwartet man als wissenschaftlicher Leser, der selbst auf dem Gebiet arbeitet, natürlich umfassende und präzise Angaben ohne religionsspezifische Propaganda. Nun, alle drei Vorgaben erfüllt dieses Werk nicht oder nur in unzureichender Weise. Umfassend informiert dieses Lexikon seine Leser schon deshalb nicht, weil viele, der im letzten Jahrzehnt und darüber hinaus entstandenen Kirchen, Religionsgemeinschaften und religiösen Organisationen hier gar nicht auftauchen, obwohl dies durch die Aufreihung vieler einzelner Gemeinden/Gruppen etc. suggeriert wird.
Es ist sicherlich nicht einfach, solch ein Werk zu verfassen, aber die Angaben sollten stimmen. Auch hier liefert das Buch zu viele falsche Infos, z. B. in meinem Arbeitsbereich (kleine protestantische Gemeinschaften). Leider kann ich das hier nicht belegen, aber man glaube mir das.
Lästig ist die großkirchliche Aufklärungsattitüde der Autoren, die immer noch glauben, das Monopol zur Bewertung anderer von Gott und Vaterland erhalten zu haben.
Fazit: Man braucht das Lexikon, um einen Überblick zu bekommen, sollte sich aber nicht auf die Infos verlassen und bedenken, dass es ein interessengesteuertes Werk von Kirchenleuten ist.
Dem Verlag sei dringend geraten, es gründlich zu überarbeiten und auf den neuesten Stand zu heben. Hier wurde an der falschen Stelle gespart.