Gestern habe ich mir wieder einmal eine DVD der Serie angesehen (Marieluise). Wie für die anderen Filme gilt auch hier: Ich war in mehrfacher Hinsicht beeindruckt beim Ansehen des Filmes. Zunächst finde ich, dass der Kameramann eine ganz vorzügliche Arbeit gemacht hat. Manchmal konnte ich gar nicht fassen, wie intensiv, ja fast intim, die Einblicke in das Geschehen und das Handeln der Menschen war. Die Natürlichkeit, mit der die meisten Personen (die Kinder ohnehin) mit der ja stets anwesenden Beobachtung durch die Kamera umgingen, war faszinierend. Ich fühlte mich immer wie "mitten drin". Die detailreiche und liebevolle Beobachtung vor allem der kleinen und größeren Persönlichkeiten hat mir trotz der langen Filmdauer das Anschauen sehr kurzweilig, regelrecht spannend gemacht. Man spürt immer wieder, wie es Winfried Junge und dem Kameramann gelungen ist, Vertrauen aufzubauen und zu halten - fast beneidenswert. Auch wenn's ein wenig euphorisch klingen mag - fast fühlte man sich als Zuschauer zu einer Familie zugehörig. Gleichzeitig war (durch Winfried Junges Kommentar) immer eine notwendige Distanz vorhanden, die mir als Zuschauer die Einordnung leichter machte.
Wie gerne wüsste ich, was aus den Menschen geworden ist, die Familie Junge so lange beobachtet hat. Aber 45 Jahre ist ohnehin schon eine sensationelle Zeitspanne. Für Geschichtslehrer: Das Anschauen solcher Filme bringt mehr "Gewinn" und Einsichten als das Lesen von zig Geschichtsbüchern! - Diese Serie ist ein Juwel!