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Die Kinder beruhigte das nicht: Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Alois Hotschnig
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

20. Februar 2006
Entdecken Sie einen großartigen Erzähler Geschichten, die den Blick verändern: Alois Hotschnig spielt in seinem Erzählungsband auf subtile Weise mit der Wahrnehmung.»Welcher Handlung ich hier beiwohnte, wusste ich nicht, und die Regeln, nach denen dies alles geschah, waren nicht zu erkennen, und doch war ich jeden Tag mit dabei, gegen meinen Willen und gierig danach, es zu sehen.«Dieser Satz stammt aus einer Erzählung, in der das untätige und aufreizend selbstgenügsame Verhalten seiner Nachbarn den Erzähler dazu bringt, sein Leben vollständig nach ihrem Rhythmus auszurichten, um ihrem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die große Kunst von Alois Hotschnig besteht darin, seine Leser mit unwiderstehlicher Macht zu teilnehmenden Beobachtern zu machen und sie hinter scheinbar alltäglichen Vorgängen das Besondere sehen zu lassen. Wir begegnen einer Familie, die über Jahre hinweg vergeblich auf den immer wieder angekündigten Besuch eines Onkels wartet, einer alten Dame, in deren Puppensammlung sich der Erzähler selbst vorfindet, oder einem Mann, der in der Wohnung seiner ehemaligen Geliebten auf eine fremde Gegenwart trifft. Und wir suchen unweigerlich nach verdeckten Motiven und unausgesprochenen Absichten, um am Ende zu fragen, wer hier eigentlich wen betrachtet.Die Kraft dieser lange nachwirkenden Erzählungen verdankt sich auch der präzisen und einfühlsamen Sprache, mit der Alois Hotschnig verborgene Zusammenhänge im scheinbar Vertrauten eröffnet.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch; Auflage: 2 (20. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462036858
  • ISBN-13: 978-3462036855
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.161.228 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pressestimmen

„Alois Hotschnig hat ein großartiges Buch geschrieben. Nur wenige Seiten braucht der österreichische Schriftsteller, um zu zeigen, was Literatur kann, wenn sie es denn kann (...) Eine literarische Präzision, wie sie in der plaudersüchtigen Literatur dieser Tage selten geworden ist.“ Neue Zürcher Zeitung „Der in Innsbruck lebende Schriftsteller erweist sich als Virtuose des subtilen Horrors. Auf den ersten Blick kommen Hotschnigs Erzählungen denkbar harmlos daher. Auf den zweiten Blick - und auf den kommt es an - bieten seine Texte Irritation auf höchstem Niveau.“ ORF-Jury-Bestenliste „Hotschnigs Geschichten werden mir beim Lesen zu meiner eigenen Erinnerung. Sie erinnern mich an ein Leben weit weg, das sehr traurig war und sehr lebenswert, ein Leben, das man leidend – nämlich passiv, die leidende Form – bestehen kann; ein Leben zum Anschauen. So wird Traurigkeit zur Lebensfreude, Langeweile zur Spannung. Hotschnig macht mir mit seinen Geschichten das Leben lebenswert.“ Peter Bichsel „Alois Hotschnigs Band mit neun Erzählungen kommt leicht daher. Diese nur drei bis 13 Seiten langen Kürzestgeschichten für leicht zu befinden wäre jedoch ganz und gar unangebracht. Seine Verfahren sind die der Zurücknahme, der Aussparung und Reduktion, um das Fremdwerden des scheinbar geordneten und routinierten Lebens sichtbar zu machen.“ Die Presse, Wien „Mit Erinnerungen spielen diese Erzählungen, die ohne wirkliches Ende zu Ende gehen, als wäre der Film einfach irgendwo abgeschnitten oder abgerissen. Und doch kann man sich ihrem Sog kaum entziehen. Man fällt hinein in sie wie der Erzähler, der sich unversehens mitten drin befindet, Teil einer Welt wird, die er davor nur beobachtet hat. (...) Da bleibt viel zurück und klingt lange nach.“ Kurier „Alois Hotschnig schafft es, die Langeweile der Alltäglichkeit in spannende Beobachtungen zu verpacken (...) Wer da wen beobachtet ist nicht immer ganz klar und macht den Reiz dieser unprätentiösen Geschichtensammlung aus.“ ORF Hörfunk „Alois Hotschnig hat es weit gebracht. Er ist einer der besten Autoren seiner Generation.“ Süddeutsche Zeitung „Irgendetwas ist aus den Fugen geraten, nur was, das kann nicht mehr gesagt werden - weil es immer schon vorbei ist, einfach unmerklich passierte oder aus anderen Gründen schlicht der Wahrnehmung entging. Diesem Etwas schreibt Hotschnig hinterher, jede Erzählung ist ein neuer, aufregender Versuch der Annäherung. Das unterscheidet den Autor womöglich wenig von anderen Schriftstellern. Allein: Hotschnig ist beunruhigend gut darin.“ Stuttgarter Zeitung „Hotschnigs erzählte Welt - stilistisch ein Hochgenuss! - ist surreal und absurd; hart an der Grenze zur Wirklichkeit - und doch so befremdlich, als wären wir in schwere Träume geraten.“ Oberösterreichische Nachrichten „Alois Hotschnig besitzt (...) eine eigene unverwechselbare Sprache, die Existenzielles um uns und in uns anspricht und in uns wirkt. Diese Sprache ist ein Geschenk, denn die Welt steht still mit den ersten Sätzen, die uns mit magischem Duktus zum nächsten und übernächsten ziehen.“ Die Brücke -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

4.3 von 5 Sternen
4.3 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mich beruhigte das Buch nicht 29. August 2009
Von Simone Wilhelmy VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"Wer hat verloren?
Du, Dich? Ich, mich? Oder
Oder wir uns?
Jeanny, quit livin' on dreams
Jeanny, life is not what it seems " (Zitat aus Jeanny, Part I, Falco, geisterte mir während des Lesens im Kopf herum)

9 Geschichten, wie Alpträume, aus denen man völlig verunsichert erwacht, gerade bevor etwas Grauenvolles passiert.
Die Geschichten verbergen ihre wahre Natur. Auf einen ersten flüchtigen Blick scheinen sie harmlos. Wie der Titel des Buches. Die 2-farbige Teilung lässt das unaufmerksame Auge nur einen Teil erkennen. Die unausgesprochene Drohung findet man nur, wenn man sich Zeit nimmt.
Die Geschichten sind nicht miteinander verbunden oder nur lose wie wirre Träume miteinander verknüpft, das Streicheln über den Kopf, eine graue Mauer, das Erkerfenster. Dies sind Buchstücke aus einem Unterbewusstsein, zu dem mir der Schlüssel fehlt, um die zersplitterten Bilder zu enträtseln.

Nur schwer finde ich mich aus den beunruhigenden Szenen von Passivität und dem wieder kehrenden Verlust der Identität wieder zurück. Gefangen von meinen eigenen Ängsten, zerren die Figuren an meinen Nerven, denn keiner von ihnen schafft es, sich gegen den Kontrollverlust zu wehren und verliert sich irgendwann in den Erwartungen oder der Wirklichkeit anderer.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die alltägliche Verunsicherung 22. November 2009
Format:Taschenbuch
9 Kurzgeschichten sind diesem Buch des österreichischen Autors gesammelt und neu veröffentlicht worden. Ich muss zu geben, dass ich Hotschnig bis zu diesem Buch nicht kannte. Dabei ist der Österreicher literarisch hoch dekoriert, zuletzt bekam er 2008 den Erich-Fried-Preis.
Und man muss sagen, wohl zu recht.
Hotschnigs Kurzgeschichten sind schon von einer besonderen Art und Weise und von einer besonderen Güte. Verstörende Geschichten, die einen leichten Hang zum surrealen Genre haben. Eigentlich sind es Alltäglichkeiten, die Hotschnig seinem Leser schildert. Aber, die Perspektive, die er wählt, macht die Geschichte so spezial, so außergewöhnlich.
Exemplarisch dafür will ich die Geschichte: 'Eine Tür geht dann auf und fällt zu.' erwähnen. Eine Geschichte zwischen Surreal und Alltäglichkeit. Ein Mann namens Karl trifft auf eine Frau in einer namenlosen Gegend, in einem seltsam irrealem Haus. Diese Frau sammelt Puppen, die ganze Wohnung ist voll mit ihnen. Und eine Puppe sieht dem Mann verblüffend ähnlich. Eine Geschichte voller dunkler Atmosphären und Stimmungen. Und sie ist exemplarisch für den Stil Hotschnigs. Namenlos, gesichtslos und voller Spannungen sind seine Geschichten. Seine Figuren nur kurz angedeutet und nicht erkennbar. Situationen, die eigentlich, so hat man den Eindruck, nicht von der dieser Welt sind, dennoch im hier und jetzt geerdet. Ja, genau diese Spannungen halten die Geschichten. Der Leser ist geneigt zu vermuten, sich in einer sciencefictionartigen Welt leserisch zu befinden und doch sind die Ort irgendwie vertraut. Die Orte könnten überall sein. Orte, Geschichten, die in den Erzählungen auftauchen, muten fremd an und dennoch hat man den Eindruck, irgendwie diese Gedanken, Gefühle schon einmal gehabt zu haben.
Das alles eingebettet in einer Sprache, die genau auf die Stimmungen abgestellt ist. Kein Wort zu viel, unaufgeregt , aber immer die Atmosphäre tragend.
Wie auch immer, ein beeindruckende Sammlung von Geschichten eines Schriftstellers, den es weiter zu entdecken gilt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen suptiler Horror 14. September 2009
Von Karin Fiedler VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Die Geschichten die uns Alois Hotschnig erzählt enden jeweils, wenn sich Unbehagen in uns rührt. Und mit diesem Gefühl lässt der Autor seine Leser allein, das Kopfkino kann also beginnen. Wir ahnen schlimmes, doch der Schrecken bleibt uns verborgen. Der Einstieg in jede der 9 Geschichten ist sehr direkt, der Ausgang aber bleibt offen.
Es beginnt harmlos: eine Frau winkt einen Mann (Karl) zur Tür herein, lässt ihn in einem Zimmer voller Pupen allein, macht Andeutungen, so lang schon wartet Karl auf ihn". Dann tritt die Frau mit einer Puppe ins Zimmer, die Karl zum verwechseln ähnlich sieht. Karl kommt nicht mehr los, immer wieder muss er die Frau besuchen.
Schon nach wenigen Sätzen wird klar, dass alles nicht so harmlos ist, wie es scheint. Dennoch, es "passiert" nichts und trotzdem baut sich Spannung auf.
Hotschnig erzählt über die Bewegungslosigkeit in der Existenz und dem Kontrollverlust der Identität.
Die Geschichten sind nur Stimmungsmäßig miteinander verbunden, aber nicht verknüpft.

Klappentext
Zwei Liegestühle am Steg, der für ein gemeinsames Abendessen gedeckte Tisch, das Licht eines Ruderbootes im nächtlichen Schilf - es sind stille, beinahe idyllische Bilder, die am Beginn von Alois Hotschnig virtuosen Geschichten stehen. Doch je weiter der Erzähler voranschreitet, desto deutlicher fällt sein Blick auf das, was stört und verstört in diesen sorgfältig arrangierten Szenerien. Irritation macht sich breit in einem Alltag, der zuvor noch so verlässlich und harmlos gewirkt hat und sich nun immer weiter zu entfernen scheint ... Mit größtmöglicher sprachlicher Genauigkeit entfaltet Alois Hotschnig in seinen Erzählungen eine Welt, die leise aus den Fugen gerät - ein "Virtuose des subtilen Horrors"

Subtiler Horror, so kann man das Genre nennen an dem sich der Autor hier bedient. Das Buch ist mit 128 Seiten in dem sich 9 Geschichten befinden zwar recht dünn, aber dennoch ist Vorsicht geboten. Man beißt sich an den einzelnen Geschichten fest, liest sie immer wieder, immer mit dem Gefühl etwas überlesen zu haben.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Autor Alois Hotschnig, Kafka als sein literarisches Vorbild sieht.
Wie wenige Zeilen ein Autor nur braucht um zu demonstrieren was Literatur kann, das sehen wir an diesem Buch.
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