Das Buch lebt von den Bildern. Das Unfallopfer, ein junger, attraktiver Mann, der nicht aus dem Unfallwrack heraus kann, seine blutigen Handabdruecke an der Windschutzscheibe, aber die Gaeste der Pension gehen am Auto vorbei, als sei alles in Ordnung. Der sportliche, junge Tourengeher, gleich, gleich, wird ihm etwas passieren, oder ist er bereits verunglueckt, ist er bereits ein lebender Toter? Das Buch wird dominiert von einer gruseligen Thriller-Atmosphaere - gleich passiert etwas schreckliches, oder ist es schon passiert?, und alle tun nur so, als sei gar nichts passiert? Wer sich aber aufgrund dieser Thrilleratmosphaere einen thrillerartigen Handlungsbogen erwartet, wird enttaeuscht. Es gibt (kaum) eine vorwaertsschreitende Handlung; wer ein Buch nur zu schaetzen weiss, wenn es Action zu bieten hat, sollte besser zu einem Krimi greifen. Vielmehr kehren die Bilder wie Variationen in einem Musikstueck staendig wieder. Mir hat dieser mehr einer Symphonie als einem traditionellen Roman gleichende Aufbau des Buches sehr gut gefallen. Am Schluss wird die Pension mit ihren zombiartigen Gaesten, deren Erinnerungen an all das, was in Oesterreich eh' nie passiert ist, sowieso schon laengst zugeschuettet sind, unter einem Murenabgang begraben. Das ewige Vergessen ist somit gesichert.