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Die Kinder des Sisyfos, Bd. 2: Zwielicht
 
 
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Die Kinder des Sisyfos, Bd. 2: Zwielicht [Gebundene Ausgabe]

Erasmus Schöfer
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 593 Seiten
  • Verlag: Dittrich, Berlin; Auflage: 1 (1. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3920862589
  • ISBN-13: 978-3920862583
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,2 x 5,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 653.436 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Erasmus Schöfer
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Mit Peter Weiss teilt Schöfer das strenge Exerzitium, dass eine Ästhetik und Poetik im Handgemenge – im Widerstand gegen den Faschismus bei Weiss, in den politischen Kämpfen und Auseinandersetzungen in der alten Bundesrepublik bei Schöfer – entwickelt werden muss: dass Kunst und vor allem Literatur (aufkläriersichen Eingedenkens) nicht bloß vergnügen, sondern ebenso auch belehren und - politisch wie auch moralisch - durchaus nützen sollen und können. Das ist hier ... heute liebenswert anachronistisch, denn es geht um Realismus und Parteilichkeit bzw. Engagement, was in Zeiten von Postmoderne und Popkultur nur noch höhnisches Gelächter nach sich zieht. Engagement bei Schöfer bedeuet aber nie eine plakative agitatorische Art und Weise, sondern ist vermittelt, reflektiert und mithin distanziert. Das macht die besondere Bedeutung des Texte aus - jenes ersten Teils, der die Entwicklung von Viktor Bliss in den wilden Jahren um 1968, auf der Straße, im Theater, an der Diskurs- und Diskussions-Front zeigt, und auch wieder des neuen, nun abgeschlosssenen zweiten Teil, der die bleierne Zeit (M.v.Trotta) der Post-68er-Jahre behandelt: eine zersplitterte Linke. Die ersten Akw-Großdemonstrationen (Brokdorf, Kalkar, Wyhl), Betriebsbesetzungen und - von besonderer Bedeutung - die Werkkreisbewegung, schließlich aus der Ferne so nah die RAF-Aktionen und die staatlichen Reaktionen darauf samt der Diskussionen um Gesetzesverschärfungen einerseits, um die Stellung der Linken zur Gewaltfrage andererseits. Schöfer versteht es, seine Protagonisten - Vertreter der Linken, ob nun innerhalb oder außerhalb der Parteien - in die Auseinandersetzungen der Zeit, die politischen Kämpfe wie diskursiven Verwicklungen auf unterschiedlichsten Feldern /Liebe und Sexualität als ganz besonderes Gebiet (exzellent geradezu Schöfers Begabung fürs Sinnlich-Erotische!) - Taktik und Strategien der Linken - Funktion und Bedeutung von Literatur und Kunst) hineinzuführren und dabei dann insgesamt ein dichtes Zeitpanorama zu gestalten. Schöfer hält bei allem Enagement, Distanz zu den Dingen und Ereignissen. Er bleibt der Beobachter, der mal kühl nüchtern bilanziert, dann wieder aus der Bewegung heraus, aus dem Inneren der Vorgänge gleichsam Zeit-Geschichteveranschaulicht. ... Sollte Erasmus Schöfers ehrgeiziges Romanprojekt einmal seinen Abschluss finden, mit dem Heranführen bis an die Zeit um 1989, dann hielte man mit diesen vier Bänden einen gewaltigen Zeitroman über die Geschichte und Entwicklung der alten Bundesrepublik in Händen. ... Das ist nicht eben wenig. Kommende Generationen werden es Schöfer zu danken wissen. (rof. Dr. Werner Jung KÖLNER STADTREVUE)

Die 70er Jahre waren verdammt lang. Wie lang, daran erinnern uns die 600 Seiten von Erasmus Schöfers letztem Roman „Zwielicht“. Und man wäre nicht traurig, wenn das eigentümlich aufregende Buch noch ein paar hundert Seiten mehr hätte. ... Die große Kunst von Schöfers Roman besteht darin, dass er den Ausgang der Geschichte nicht kennt. Er führt uns mitten in den Tumult der Ereignisse aus der Perspektive noch längst nicht geplatzter Träume. Zurück ins Zwielicht eines gelebten Aufbruchs, der denen, die ihn suchten, bald den Boden unter den Füßen wegriss. Die Avantgarde, die die Geschichte in die Hand nehmen wollte, blieb unentrinnbar in sie verstrickt. Schöfers Helden sind keine Heroen, die sich im Glanz höherer und purlauterer Überzeugungen sonnen. Der Betriebsrat Manfred Anklam, der literarische Journalist Armin Kolenda und der Historiker Viktor Bliss sind keine strahlenden Revolutionsführer, sie sind Skeptiker, die laufend die Erfahrungen machen müssen, ihren eigenen Ansprüchen nur höchst unvollkommen zu entsprechen. Sie lernen, sich selbst in Frage zu stellen. Nicht zuletzt in der Liebe, in ihren eigenen bürgerlichen Lebensvorstellungen. ... Nach Schöfers Biographie könnte man glauben, er habe jetzt einen politisch ergreifenden, mehr oder weniger volkstümlichen Roman geschrieben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ihn scheint vor allem die Frage zu beschäftigen, was kann die Literatur zur Deutung dieser Vergangenheit beitragen? Und man darf sagen, Schöfer hat jenen Jahren ihre Vieldeutigkeit zurückgeben. Indem er von nichts als Schwierigkeiten erzählt, hat er den inzwischen zerschlissenen Weltverbesserungsträumen ihre Größe zurückgeben. (Walter van Rossum, Deutschlandfunk)

Sein unzeitgemäßer Zeitroman ist ein großes und anspruchsvolles Unternehmen, ein Textarchiv der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, eine Literaturgeschichte in der Literatur, in die Schöfer Gedichte von sich und anderen aufgenommen hat, Rezensionen und Rundfunkinterviews und hin und wieder eine anrührende Liebesgeschichte. ... ein Romanzyklus gegen die Resignation ..., ein Mittel gegen linke Melancholie. (taz)

Kurzbeschreibung

Schöfer erforscht in packenden und anrührenden Erlebnissen seiner literarischen Personen die geschichtliche Wahrheit der siebziger Jahre, eines erregenden Jahrzehnts unserer unmittelbaren Vergangenheit.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine wilde Zeit 25. Juni 2004
Von Michael
Format:Gebundene Ausgabe
Die siebziger Jahre sind in Schöfers "Zeitroman" gut aufgehoben. Das Buch ist ein Archiv der Kämpfe und Zitterpartien dieser Jahre. Geschrieben von einem Archivar, der offenbar abgetaucht ist in die Zettelkästen, Flugblattsammlungen und Gesprächsprotokolle dieser Zeit. Der all das verwertet, was die Apo-Opas und Omas auf den Dachboden verbannt haben.

Das Buch ist (dennoch!) lesbar, weil es Geschichten erzählt.

Da ist Armin Kolenda, die Hauptfigur des Romans, mit linker Normkarriere: Sozialarbeiter in einem katholischen Jugendzentrum, gefeuert, weil er angeblich Straftaten der Klienten gedeckt hat. Schließlich bestraft, weil zwei Drogentürken sich auf seine Kosten freikaufen.

Er gerät ans Schreiben für ein linkes Blatt. Damit hat der Roman genug Möglichkeiten, Tagesereignisse zu schildern. Im Buch ist es die Glashütte Süßmuth, Hessen 1971. Der Schreibende, Mitleidende und Mithoffende berichtet, wie es war, was gelang, was schiefging. Schöfer macht das unsentimental, dokumentarisch. Wohlwollend und abgeklärt. Die minutiöse Wiedergabe einer Betriebsversammlung aber ist nicht jedermanns Sache, fürchte ich. Das hören sich - auch im Buch - nur Beteiligte und Begeisterte gern an. Schöfer ist jedoch mit Kolenda eine Figur gelungen, der man zuhören mag, mit der man leidet und sich freut. Da ist vor allem die schlichte und fast schon tragische Liebesgeschichte, die durchs Buch trägt: Von der Glashütte nach Wyhl, wo es gilt, Straßentheater gegen Atomkraft zu machen. Kolenda, getrennt lebender Vater zweier Buben, verliebt sich in Rosalie, engelhafte Bauerntochter. Es ist eine Liebe, wie sie im Buche steht. Woran sie scheitert, sei hier nicht verraten. Der Journalist unterstützt nicht nur basisdemokratische Zellen, er fördert auch den Werrkreis "Literatur der Arbeitswelt" - Sie erinnern sich?

Ein Buchmessemitschnitt wird geboten, mit allem Drum & Dran, auch nach Messeschluss dürfen wir dabei sein und Eitelkeiten goutieren. Oder weiterblättern.

Vieles wirkt an diesem Buch montiert. Nervig und den Lesfluss immer wieder hemmend sind die furchtbar originellen Schreibweisen, an denen dem Autor etwas liegen muss. Was nur? Ist es nur "fysische Emfase"? "Kannstu nachlesen."

Vielleicht haben Sie Spaß daran, Berühmtheiten noch einmal vorgeführt zu bekommen? Oder gar ein Livemitschnitt eines "Intervjus" mit Schöfer selbst? <

Schöfer macht weiter. Zwielicht ist erst der zweite von vier geplanten Zeitromanen. Ob aus dem Autor ein westdeutscher Balzac wird?

Sie wissen also jetzt, worauf Sie sich einlassen. Wenn Sie Ihre (wahrscheinlich ziemlich verdrängte) linke Vergangenheit interessiert, werden Sie diesem Buch viel abgewinnen. Den Schülern wage ich es nicht zu empfehlen, es sei denn, sie fragen nach dem Leben ihrer Großväter und -mütter.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Erasmus Schöfers Reihe "Die Kinder des Sisyfos", ist eins der besten Werke der modernen Literatur. Leider bleibt es auserhalb des politischen Spektrums der Linken und der Gewerkschaften fast völlig unbekannt.
Wer allerdings erwartet nur ein schönes Buch zu lesen, sich jedoch keine Gedanken machen will, worum es eigentlich geht, ist hier Fehl am Platze. Es ist nunmal kein Actionbuch, oder ein Schundroman à la Dan Brown.
Echt ein top Buch. So gute Bücher gibt es selten.
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0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Langweilig 25. November 2005
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Literatur der "schreibenden" Arbeiter war schon in den 70er Jahren langweilig. Das ist auch nach all der Zeit nicht besser geworden. Herr Schofer empfindet sich als Erfinder dieser Gattung und breitet Beweise dazu über zig Seiten aus. Wer dabei die Nerven behält wird zwischendurch mit einigen Bettgeschichten belohn.

Er schreib es an einer Stelle selber "das Gegenteil von Kunst ist -gut gemeint-".

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