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Die Kinder der Schattenstadt [Broschiert]

Frank W. Haubold
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2012
In einem verlassenen Schacht begegnet der zwölfjährige Fabian zum ersten Mal dem dunklen Vogel, einem geheimnisvollen Wesen aus dem Grenzland zwischen Leben und Tod. Entsetzt ergreift er die Flucht, doch das unheimliche Geschöpf verliert nie seine Spur. Unerbittlich konfrontiert es Fabian mit den Schattenseiten einer Welt, die mehr und mehr aus den Fugen gerät. Erst vierzig Jahre später offenbart ihm der dunkle Vogel sein grausames Geheimnis.

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Produktinformation

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Blitz; Auflage: 1. (2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898400123
  • ISBN-13: 978-3898400121
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 412.148 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Inszenierung unseres Untergangs 19. Januar 2012
Von Nicolas Gehling (Media-Mania) TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
"Die Kinder der Schattenstadt" von Frank W. Haubold ist ein Endzeit-Horror-Mix, angesiedelt in Deutschland, mit Elementen von 1945 über die DDR bis heute.

Aufgeteilt in drei Epochen ("Der dunkle Vogel", "Babylon", "Das weiße Feuer") werden dem Leser häppchenweise Handlungsstränge erzählt, die erst nach und nach ineinander übergehen und eine übergeordnete Geschichte repräsentieren. Dabei werden Fabian, seine damaligen Freunde und späteren Kampfgefährten kurzweilig aufgebaut und ausgestaltet, so dass trotz der im Verlauf des Abenteuers vorherrschenden (stark beschriebenen) Endzeitstimmung die Unterhaltung im Vordergrund steht.
Dabei bleibt das mysteriöse Wesen über lange Zeit außen vor und es wird eine scheinbar normale Jugend geschildert mit Freunden, Feinden und Alltagsproblemen, die - laut eigener Aussage von Haubold - mit eigenen Jugenderinnerungen gespickt ist. Auch Fabians Zeit in der NVA dient nur zur Grundierung, denn das Endzeitszenario beginnt erst mit einem heimtückischen terroristischen Anschlag, der fortan für Spannung sorgt.
Einige Stellen und Kapitel ziehen sich und erscheinen in der Nachbetrachtung überflüssig. Diverse andere Fragmente wirken hingegen fehl am Platz. Beispielsweise der mutierende Algorithmus zum Passwortknacken und der Lauf von Fabian durch eine am Boden liegende Welt, in der er aber immer noch findet, was er benötigt. Völlig in Ruhe, die Welt wartet, der Held speist.
Terrorangriffe, Allmachtwaffen, Killerviren und die Auslöschung von ganzen Landstrichen sind in sich nicht schlüssig in Einklang zu bringen - die Geschichte wird zu abstrakt, ja teilweise leblos. Es fehlen die Hintergründe und auch die Vertiefung des Vogels, Fabian wird von einer gut erzählten Szene zur nächsten geschoben, ohne wirklich zu bewegen. Da wäre deutlich mehr drin gewesen.

Einen wesentlichen Anteil am Charme dieses Werkes hat der offene und direkte Schreibstil von Haubold. Charaktere werden nicht blumig umschrieben, sondern militärisch kurz ("Müller II") oder unverblümt bezeichnend ("Der Dicke") in Szene gesetzt, so dass immer eine gewisse Distanz zu den Figuren gewahrt bleibt. Das ist auch gut so, denn die Nebenfiguren sind nur Bauern in einem großen Spiel und werden in der Sekunde tödlich fallen gelassen, in der sie ihren Zweck erfüllt haben: Fabian dem Ziel ein Stück nähergebracht zu haben. Die Ausarbeitung der chaotischen Zustände ist hingegen vorzüglich gelungen, auch wenn das Buch davon allein nicht leben kann.

Kurzum: "Die Kinder der Schattenstadt" ist ein durchwachsenes Werk und zeichnet einen interessanten Untergang der zivilisierten Kultur, ist in letzter Instanz aber zu sprunghaft in den Ereignissen und lebt davon, dass An- und Protagonist bereits in der Kindheit aufgebaut werden und sich scheinbar immer wieder über den Weg laufen.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Genre-Mix 23. März 2012
Von dubidu
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Sehr oft sind mir Bücher dieses Genres eine Spur zu weitschweifig. Nicht in diesem Fall: Da die Nebendarsteller anfangs sehr schemenhaft dargestellt wurden, hat man sie vergessen, wenn sie auf den letzten Seiten wieder aus der Versenkung geholt werden: besonders eine Schlüsselperson wie die Löwin.

Ein paar Seiten mehr hätten der Löwin gut getan. Außerdem erklärt der Erzähler manchmal eine Spur zu viel. Szenische Darstellungen wären besser gewesen, vor allem deshalb, weil der Autor das gut kann. Ein Highlight ist die Szene des finalen Kampfes.

Manchmal wünscht man sich auch Zeitangaben vor den Kapiteln, denn nicht immer weiß der Leser, in welcher Zeitebene er sich gerade befindet.

Aber das sind Peanuts, die den guten Gesamteindruck nicht schmälern.

Haubold kann gut erzählen, der Genre-Mix ist stimmig und die Story wirkt rund und komplex. Das macht Lust auf sein nächstes Buch.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Mit seiner "Sternentänzerin" und den "Schatten des Mars" hat Frank W. Haubold eines gezeigt: Was seinen Schreibstil betrifft, spielt er handwerklich in der ersten Liga, und das schon seit Jahren. Haubold schreibt auf den Punkt - in seinen Erzählungen wie auch in seinen Romanen. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Science Fiction Preis im Sommer 2008 spricht für sich.

Die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen gerade auch in diesem Buch konsequent: Die "Kinder der Schattenstadt" bewegen sich zwischen Mystery, Science-Fiction und Krimi. Dieser Mix ist an sich schon eine Herausforderung, passt garantiert in keine Genre-Schublade und hat - so betont es der Autor - über Jahre hinweg Form angenommen.

Das mag dann auch so manchen Bruch erklären, von dem in anderen Rezensionen die Rede ist und die eine Bewertung zwischen 4 und 5 Punkten angemessen erscheinen lassen: Der epische Ansatz hält leider nicht immer das, was er verspricht - aber das ist stets eine Geschmacks- und Auslegungssache. In erster Linie soll ein Buch spannend unterhalten und die Leser in die Story ziehen - und das schaffen die "Kinder der Schattenstadt" jenseits dessen mühelos.

Dabei spannt Haubold einen weiten Bogen: Er beginnt im Zweiten Weltkrieg und endet in einer nahen Zukunft, in der die Welt durch Krieg und Terror aus den Fugen geraten ist. Gerade hier liegt eine der Stärken dieses Buchs - ohne zuviel vom Inhalt zu verraten.

Hinzu kommt eine sentimentale aber niemals nostalgische Note, die sich um Kindheit, erste Liebe und Jugend in Ostdeutschland dreht - bis zum Einberufungsbescheid, der unter Freunden alles verändert. Und so sind es gerade die leisen Töne, die diesen Roman - bei aller Action und Dramatik - auszeichnen und von der Massenware abheben.

Das Buch liest sich flüssig und bewegt sich zielsicher auf ein Finale zu, das bis zur letzten Seite Überraschungen bereit hält. Und eines machen die "Kinder der Schattenstadt" in jedem Fall: Appetit auf mehr.
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