Mir hat der Film gut gefallen. Das Besondere ist hier, dass die Juden-Deportation einmal aus der Perspektive der französischen Kollaboration heraus beleuchtet wird. Kein Wunder also, dass dieser Film genug Diskussions-Stoff liefert und sich auch von anderen Filmen dieses Genres somit unterscheidet.
Die schauspielerische Leistung ist ebenso eine Stärke, der Spannungsbogen verbleibt insgesamt zwar nur eher mittelmässig, dafür aber beinhaltet der Handlungsstrang eine große Portion Dramaturgie und Emotion, was sich auch als Qualität bezeichnen lässt. Spannende Wendungen, die dem Film einen Höhepunkt geben könnten gibt es so ansich nicht, die Handlung verläuft soweit nach klassischen Mustern.
Was ich nicht ganz verstehe, ist es, dass man dem Film den Titel "Die Kinder von Paris" gibt. Es führt leicht in die Irre. Natürlich, die Judenkinder spielen eine recht große Mit-Rolle dabei, aber zentral geht es hierbei darum, die Deportation ganzer Judenfamilien darzustellen, wo Eltern von ihren Kindern getrennt und anschliessend gen Osten deportiert werden. Ein so zentrales Thema wie ich dachte, nehmen die Kinder hier jedenfalls nicht ein, jedoch sorgt die Trennung der Kinder von ihren Eltern für die größte Dramaturgie. Aber wie gesagt, es wird das Zerreissen der Familien gezeigt - das ist das Schwerpunkt-Thema.
Etwas seltsam wirken die Szenen, wo Hitler im Kreise seiner engsten Vertrauten wie z.B. Himmler oder auch Eva Braun auf dem Berghof gezeigt werden. Das wirkt alles etwas übertrieben, gekünstelt oder fast schon komödienhaft, jedenfalls nicht so passend zur sonstigen Ernsthaftigkeit welche der Film vermittelt.
Insgesamt ein Film zum Thema Holocaust, welcher auf Anwendung bzw. Darstellung körperlicher Gewalt sich noch vergleichsweise zurückhält, die Härte des Filmes liegt mehr in der psychologischen Wirkung - eben der Trennung von Familien.
7/10 Punkte