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Die Kinder der Killing Fields: Kambodschas Weg vom Terrorland zum Touristenparadies - Ein SPIEGEL-Buch
 
 
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Die Kinder der Killing Fields: Kambodschas Weg vom Terrorland zum Touristenparadies - Ein SPIEGEL-Buch [Gebundene Ausgabe]

Erich Follath
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (9. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421043876
  • ISBN-13: 978-3421043870
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 219.979 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Erich Follath
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Dreißig Jahre nach Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha verhandelt ein Sondertribunal seit Anfang des Jahres in Phnom Penh ihre Verbrechen. Mindestens 1,7 Millionen Menschen und damit knapp ein Viertel der Bevölkerung fielen dem Terrorregime der fanatischen Kommunisten zum Opfer, die das ostasiatische Land regelrecht zurück in die Steinzeit zu katapultieren trachteten.

„Tiefe Dunkelheit wird sich über die Menschen dieses Volkes legen. Das Land wird regiert werden von Barbaren, die keine Religion kennen. Und überleben werden nur die Stummen und die Tauben.“ So lautet eine Jahrhunderte alte Prophezeiung, die mit dem Regime von Pol Pot und seinen Schergen grauenhafte Wirklichkeit wurde. Systematisch entvölkerten sie die Städte, erschlugen Geschäftsleute, Bildungsbürger, Künstler und Intellektuelle, die sie im Zweifelsfall an der Brille identifizierten, rotteten ganze Familien aus oder – was auf das selbe hinauslief – zwangen sie zur Fronarbeit auf die Reisfelder, wo sie sich unter erbärmlichsten Bedingungen zu Tode schufteten. Meterhoch türmten sich stellenweise die Gebeine der Abgeschlachteten im blutigen Schlamm der berüchtigten „Killing Fields“. Nach knappen vier Jahren war der Spuk vorbei und nichts mehr so wie zuvor.

Kenntnisreich zeichnet der Spiegel-Korrespondent Erich Follath das dunkelste Kapitel in der Geschichte Kambodschas nach und beleuchtet die Praxis der Vergangenheitsbewältigung. Er lässt Mitläufer, Opfer und Hinterbliebene zu Wort kommen, spürt aber auch einstigen Tätern, Massenmördern und Folterknechten nach. So spricht er etwa mit Familienmitgliedern von Pol Pot und sogar dem greisen König Norodom Sihanouk, einer der schillerndsten Figuren in der Geschichte Kambodschas. Eine schlüssige Erklärung für das Grauen muss Follath letztendlich ebenfalls schuldig bleiben. Aber eines wird bei der Lektüre seines glänzend geschriebenen Buches klar: Die Aufarbeitung der Geschehnisse hat selbst drei Jahrzehnte danach gerade erst begonnen. – Arnold Abstreiter

Pressestimmen

Follath ist einer der brillantesten Schreiber der deutschen Presse, er verfasst Reportagen und Analysen, die in dieer Sachkenntnis und mit diesem Einfühlungsvermögen äußerst selten sind." Peter Scholl-Latour

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C.
Format:Gebundene Ausgabe
Kambodscha ist ein Land, in dem eines der monströsen Verbrechen in der Geschichte der Menschheit im 20. Jahrhundert stattgefunden hat, neben dem Holocaust, stalinistischen Verbrechen, dem Völkermord an den Armeniern und Ruanda. Insgesamt ca. 1,7 Kambodschaner wurden in 3/8/20 (3 Jahren, 8 Monaten, 20 Tage, jeder in Kambodscha weiß, was mit diesem Zahlencode gemeint ist), in den Jahren 1975 bis 1979 von den Roten Khmer ermordet. Auffällig ist nicht nur das Motiv, die brutalst mögliche Schaffung einer kommunistischen Bauerngesellschaft, einer Art Steinzeit-Kommunismus, sondern auch der Umstand, dass sich Gewalt, Terror und Mord in erster Linie gegen das eigene Volk richteten (was im Zusammenhang mit anderen Völkermorden eine Ausnahme darstellt). Das Buch schildert einige Facetten des Grauens, der Killing Fields, des Gefängnisses Tuol Sleng in der Hauptstadt Phnom Penh.

Zugleich ist Kambodscha ein Paradies, ein Land friedfertiger Menschen, voller Naturschönheiten und Spiritualität. Wer würde nicht gerne einmal Angkor Wat sehen, eine der erstaunlichsten Zeugen menschlicher Kultur, zeitgleich zum europäischen Hochmittelalter errichtet?! Eine unvorstellbar schöne Architektur, ein Stadtplan des 13. Jahrhunderts von der Größe Berlins im 21. Jahrhundert. Kambodscha - also ein Widerspruch zwischen Paradies und Hölle?!

Diesem Widerspruch ist Erich Follath, langjähriger Asien-Korrespondet des Spiegel, auf der Spur. Das Buch ist hauptsächlich ein Reisebericht aus heutiger Sicht. In Kambodscha findet zurzeit das UN-Tribunal gegen die Verantwortlichen des Völkermords statt. Indes sind die Wunden, die der Verlust von rund einem Fünftel der kambodschanischen Gesellschaft in den 1970er Jahren geschlagen hat, noch längst nicht verheilt, nicht zuletzt deshalb, weil hauptsächlich Bildungseliten ausgerottet wurden. Das lässt der Autor an vielen Stellen spüren, zugleich zeigt er eine tiefe Sympathie für die Kambodschaner, Empathie für das erlittene Leid, aber auch Begeisterung für das in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Land.

Follath hat ein sehr spannendes Buch geschrieben, er hat viele Gespräche geführt, er zeigt Abgründe auf, wenn es etwa um die Opfer, damals häufig Kinder, geht, um die zahlreichen Narben des Völkermords. Ganz typisch im Spiegel-Stil ist der erzählende, exemplarische Stil. Es soll Leute geben, die den Spiegel deshalb nicht lesen mögen. Wer aber viele interessante Aspekte der heutigen kambodschanischen Gesellschaft kennen lernen will, sollte dies in Kauf nehmen. Relativ wenig schlägt Follaths ansonsten Asien/Tibet/Buddhismus-unkritische Haltung durch (und das ist auch gut so!)

Zugleich bietet es wenig Antworten. Wie kam es zu diesem Verbrechen? Wer gegen wen? Wer war Nutznießer? Was für ein System war Schuld an der Emordung von fast 2 Millionen Menschen? Hier sollte man keine Erwartung an das Buch aus fachwissenschaftlcher Sicht richten. Follaths impressionistishe Reise bietet wenig Neues. Da bleibt Ben Kiernans leider nur in Englisch erhältliche Darstellung das Standardwerk. Aber das war auch nicht Follaths Absicht. Für alle Kambodscha-Interessierten: Ein absolut lesenswertes Buch!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
>>Erich Follath ist einer der brillantesten Schreiber der deutschen Presse,..<< So ein Satz auf dem Einband eines Buches weckt bei vielen Lesern eine abwartende Haltung. Doch das Lob Peter Scholl-Latours ist nicht uebertrieben. Im Gegenteil.

Follaths Werk ist weder ein Reisebericht, noch ein Sachbuch, sondern eine grosse, in einen bestechend einheitlichen Rahmen gegossene Collage aus Berichten kambodschanischer Menschen. Der Leser erfaehrt, oberflaechlich betrachtet, nicht allzuviel ueber diejenigen Details, die sich auch im Baedeker nachlesen lassen, nichts ueber das Nationalgericht Prahoc, und auch nichts darueber, worin sich die Erbfeindschaft zwischen Vietnamesen und Kambodschanern gruendet (was wohl kein Sachbuch auslassen koennte). Follath oeffnet auf eine eigene, originelle und sehr einfuehlsame Weise dem Leser eine Art Fensterchen zur Seele der Menschen, die hier zu Wort kommen.

Schon gleich zu Beginn faellt auf, wie gut dieses Buch aufgebaut ist.

Die neun Kapitel bilden drei grosse (nicht benannte) Abschnitte, die etwa so aussehen:

I: Die Opfer (1. Kapitel)
II: Der Khmer Rouge Horror und seine Drahtzieher (2. - 5. Kapitel)
Ueberleitung (6. Kapitel)
III: Die Kinder der Killing Fields (7. und 8. Kapitel)
Schluss (9. Kapitel)

Im ersten Teil sprechen einige der wenigen Opfer, die dem Foltergefaengnis S-21 und den Killing-Fields entkommen konnten (1. Kapitel). Das zweite Kapitel widmet sich der Pfahlwurzel des Khmer Rouge Horrors: dem Glanz des Khmer Reiches von Angkor, wobei der Autor den Verlauf eines Tages (13. November 1295) Revue passieren laesst. Die folgenden drei Kapitel gehoeren den oft eigenartigen Wahrnehmungen der >>Entscheidungstraeger<< der entsprechenden Zeit, sowie deren Angehoerigen, die der Erinnerung am liebsten entfliehen moechten: Nordom Sihanouk (3. Kap.), dem Bruder von Pol Pot (4. Kapitel), sowie zweien der vor dem Tribunal Angeklagten (Duch und Khieu Samphan) im 5. Kapitel.

Es bleibt die Frage nach der Verteidigung eines solchen Verbrechens. Eine Antwort liefert das verstoerende Kapitel 6, in dem der nicht unumstrittene Anwalt Khieu Samphans Jacques Verges zu Wort kommt und das in den letzten Teil ueberleitet, der den eigentlichen Kindern der Killing Fields gehoert (7. und 8. Kapitel). Die Berichte der eindrucksvollen Persoenlichkeiten Somaly Mams und Soth Soms sind der beklemmendste Teil des ganzen Werkes; der Titel des Buches kann nicht besser gewaehlt sein. Hier zeigt sich dem Leser das wahrscheinlich unvorstellbare Bild eines traumatisierten Volkes (jede Familie hat Angehoerige im Khmer Rouge Horror verloren!), dem die Entgiftung des Geistes erst allmaehlich gelingt. Die Kluft zwischen den vorangegangenen Kapiteln kann nicht einschneidender sein.

Das letzte Kapitel (Die Zukunft - Fraeulein Pol Pot mag nicht erinnert werden), in dem die Welten noch einmal aufeinander prallen, ist eine stilistische Meisterleistung Follaths. Die letzten zwei, sehr kurzen Saetze haben eine Leuchtkraft, die ihresgleichen sucht!

Der einzige kleine Wermutstropfen: Es haette mich gefreut, wenn Follath wenigstens einen kleinen Verweis (z.B. im Anhang) auf seinen kuerzlich verstorbenen Kollegen Dith Pran uebrig gehabt haette, der die Bezeichnung Killing Fields gepraegt hat, dessen Schicksal viele Leser aus dem bedeutenden Film *Killing Fields* aus dem Jahre 1984 kennen werden --- und der sich --- wenn auch auf eine etwas andere Weise als Somaly Mam --- an dem Wiederaufbau des normalen Lebens durch eine bedeutende Stiftung sehr verdient gemacht hat (The Death and Life of Dith Pran).
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tempel, Terror, Trauma 30. August 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Die Leser, die glauben, dass unfassbare Grausamkeit im vergangenen Jahrhundert beispielhaft nur an Namen wie Hitler oder Stalin zu koppeln sei, denen sei das vorliegende Buch eindringlich empfohlen:
Erich Follath hat die in unserer Gesellschaft mittlerweile eher wenig und bei vielen Bevölkerungsteilen auch unbekannte Zeit der Terrorherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha aufgearbeitet. Er schildert dies anhand der Biographien der Hauptverantwortlichen aus dieser Zeit, in der ein Genozid am eigenen (!) Volk durch die Errichtung eines sogenannten Steinzeitkommunismus im Land des mit Angkor Wat größten sakralen Bauwerks der Erde verübt worden ist.

Eine große Frustration, die den Leser mit diesem Buch erfasst, besteht darin, dass das erst jetzt (!) tagende internationale Kambodscha-Tribunal in Phnom Penh, die meisten Massenmörder nicht mehr verurteilen kann. Der "Bruder Nummer 1", Pol Pot, selbst ist mittlerweile eines wahrscheinlich (?) natürlichen Todes gestorben. Seine noch übrig gebliebenen, d. h. von der Justiz gefassten Komplizen (leider nur eine Handvoll) haben - entgegen jedem gesunden Menschenverstand - womöglich Aussicht auf relativ milde Strafen. Diesen Punkt besonders betonend führt der Autor dem Leser die aus humanistischer Sicht beschämend ruhmreiche Vita des französischen Advokaten Jacques Vergès vor Augen, der skrupellos selbst Adolf Hitler verteidigt hätte.

Als absoluten Antipol zu diesen dunklen Gestalten des Landes rundet Follath sein Buch u. a. mit der Lebensgeschichte von Somaly Mam ab, die sich bedingungslos dem Kampf gegen die Prostitution in Kambodscha verschrieben hat.

Ein wenig irritierend ist der Titel bzw. Untertitel des Buches. Es handelt es sich nicht um einen Reiseführer (im eigentlichen Sinn). Und es stehen auch nicht primär die "Kinder der Killing Fields" im Fokus des Buches, sondern das immer noch andauernde Trauma einer vor mehr als 30 Jahren zutiefst gequälten Nation und ihrem frustranen Versuch der Verarbeitung eines abartigen kommunistischen Experiments, welches in seiner Unmenschlichkeit ebenbürtig zu den Taten der o. a. Jahrhundertverbrecher steht.
Einzig die Zahl der Opfer ist eine andere, doch relativ gesehen übersteigt diese das Vorstellbare: Von 1975 bis 1979 wurde ein Viertel der Bevölkerung exekutiert - vor der Kulisse eines der schönsten Länder der Erde.

FAZIT: Das Buch sei all denjenigen empfohlen, die glauben, dass sie die Talsohle menschlicher Abgründe bereits kennen.
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Vor 22 Monaten von BesserLeser veröffentlicht
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Vor 23 Monaten von Gromperekaefer veröffentlicht
Von Tempeln und Mördern
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Veröffentlicht am 11. März 2009 von Barbara Hoffmann
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