Ein Hörbuch, das eine Gesamtspiellänge von 295 Minuten aufweist und dabei nicht einmal den Wunsch nach einer Unterbrechung aufkeimen läßt? Der ultimative Genuß für Genießer der deutschen Sprache findet im sonoren, fast an sich selbst erstickenden Bariton von Harry Rowohlt seinen nicht mehr zu überbietenden Höhepunkt. Die Zentralheizung wird zum offenen Kamin, das Sofa zum knorrigen Schaukelstuhl und die Tasse Tee verwandelt sich in eine Pint Frischgezapftes, wenn Herr Rowohlt die Stimme erhebt. Die Geschichte von Milo, der bemitleidenswerten Hauptfigur inmitten einer Horde grundirischer Charaktere, zieht jeden Cosmopoliten, der auch nur einmal seinen Finger am Globus auf die grüne Insel gesetzt hat, tief in ihren Bann. Mit nie vermuteter Bandbreite an Stimmlage, Dialekt und Tonalität wiegt Rowohlt den Hörer von einem audiophilen Rausch zum nächsten, als befinde dieser sich in einer Nußschale auf einem Ozean mit weltuntergangswürdingem Wellengang: Ein Brief des Papstes wird vorgetragen als hätte Woytila den Ostblock nie verlassen, die Inderin Gupta säuselt ihre Meinung in bestem Pidgin-German und wer jemals den russischen Dichter Glossowitsch mit der Stimme Rowohlts sprechen hat hören, der denkt verklärend an die Zeiten des eisernen Vorhangs zurück, als man froh war, daß zwischen uns und "ihnen" eine undurchdringliche Grenze vorhanden war. Kurzum: Die perfekte CD für jeden, der Max Goldt auf Lesungen zu langweilig, Benjamin von Stuckrad-Barre zu hektisch und Wiglaf Droste zu musikalisch fand. Ihre Ohren werden Ihnen auf ewig Dankbarkeit erweisen und Sie werden fortan mit dem beruhigenden Gewissen leben können, die beste Investition Ihres Lebens getätigt zu haben - zumindest was Hörbücher angeht.