Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 3,89

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Die Keltin.
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Die Keltin. [Taschenbuch]

William V. Crockett , Joachim Peters
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das römische Reich steht im Zenit seiner Macht. Nur im kalten, unwirtlichen Norden von Britannien gelingt es den Legionen nicht, die Kelten von Kaledonien zu unterwerfen. Immer wieder schaffen es die keltischen Stämme, sich zu bewaffnen und erfolgreich Krieg gegen die ihnen verhassten Römer zu führen. Darum lässt Kaiser Antonius einen unüberwindlichen Schutzwall bauen. In diesen kriegerischen Zeiten wachsen die Geschwister Neeve und Taranis auf. Neeve ist gerade mal acht Jahre alt, als sie und ihr Bruder mit ansehen müssen, wie ihr Vater, einer der großen Führer der Kelten, von den Römern auf grauenvolle Weise hingerichtet wird. Von diesem Tag an schwören Taranis und Neeve bittere Rache. Zur gleichen Zeit genießen die Kinder eines der mächtigsten Senatoren, Vectis und Sabina, das luxuriöse Leben im glanzvollen Rom. Vectis tritt in die Fußstapfen seines Vaters und wird zu einem geschickten Zenturio ausgebildet. Im Auftrag des römischen Senates soll Vectis in Britannien die Legionen stärken und die aufsässigen Kelten endlich unterwerfen. Und tatsächlich bemerken die keltischen Stämme, mittlerweile unter der Führung von Taranis, dass Vectis für sie eine echte Gefahr bedeutet. Obwohl Taranis nicht einverstanden ist, lässt sich die inzwischen schöne und eigensinnige Neeve von Vectis anstellen: Sie soll, da sie der Gegend kundig ist, für die römischen Legionen Landkarten zeichnen. Eine perfekte Tarnung für Neeve, die natürlich die Pläne der römischen Legionen ausspionieren will. Doch schon bald gerät Neeve in schwere Gewissenskonflikte, denn als sie Vectis im Laufe der Zeit näher kennen lernt, weiß sie, dass er die große Liebe ihres Lebens ist - und ihre Liebe wird erwidert...

Über den Autor

William V. Crockett unterrichtet römische Geschichte an einer Universität in Nyack, New York.

Auszug aus Die Keltin von William V. Crockett, Joachim Peters. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er sah sie, sah ihre Schattenrisse sich vom nächtlichen Himmel abheben, sah sie sich flink durch die regennasse Heide bewegen. Er duckte sich, schaute sich verzweifelt nach einem Versteck um. "Die Götter sind mit mir", murmelte der Junge, doch panische Angst erfüllte sein Herz. Der Wind peitschte die Gräser, Wolken rasten über die fahle Sichel des Mondes. In der Ferne schrie eine Eule, verstummte wieder. Am liebsten wäre er gerannt, wie ein Schatten über das Heidekraut gehuscht. Doch genau darauf warteten sie. Die Angst war ihr Verbündeter. Er würde es nie bis zum Wald schaffen, nicht einmal zu dem Ginster, der am Waldrand wucherte.

Sein Vater hatte ihn nach dem alten keltischen Himmelsgott Taranis benannt, aber als er nun ausgestreckt auf dem regennassen Heideboden lag, erschien ihm sein ruhmreicher Name wie bittere Ironie. Auf offenem Gelände saß er in der Falle.

Er biss sich auf die Lippe. Warum nur war er nicht im Schutz der Bäume geblieben? Dann hätte er das Drama, das sich nun in der Ebene abspielte, aus sicherer Entfernung verfolgen können, statt selbst zum Beteiligten zu werden. Er wollte nicht sterben. Nicht hier in der einsamen Heide. Er lag nun auf dem Bauch und wand sich, als wollte er sich in die Erde graben. Sein Atem ging stoßweise, während er versuchte, sich mit Heidekraut zu bedecken, und er riss und zerrte an den Zweigen der Sträucher, bis seine Hände bluteten. Er musste mit der Landschaft verschmelzen wie ein Tier. Wie oft schon war er ganz dicht an einem Hasen vorbeigegangen, ohne ihn zu sehen, hatte das Tier erst bemerkt, wenn es aus seiner Deckung aufschreckte und in wilder Panik um sein Leben zu rennen begann. Aber es wäre pure Dummheit, ausgewachsenen Männern davonrennen zu wollen. Taranis blieb keine andere Wahl, als sich still zu verhalten. Die kleinste Bewegung würde die Soldaten auf ihn aufmerksam machen, die jetzt über das Moor ausschwärmten.

Sie kamen näher. Mit regennass glänzenden Rüstungen, die kurzen Schwerter gezogen, durchstreiften sie lautlos die nächtliche Landschaft. Ein Blitz tauchte das Moor in ein gespenstisches Blau. Ein Soldat stockte im Schritt, wandte sich der flachen Mulde zu, in der Taranis lag, den das blanke Entsetzen packte. Er drückte sich noch fester an den Boden. Über seinem Kopf surrten Stechmücken, von denen sich etliche auf seinem schweißnassen Nacken niederließen. Der Stumpf einer aus dem Boden herausragenden Heidekrautwurzel bohrte sich ihm schmerzhaft in die Rippen. Er schloss die Augen und wünschte sich weit weg.

Es begann wieder zu regnen, und Taranis spürte die kalten Tropfen hart auf seiner Haut und wie sie Gras und Sträucher um ihn herum niederschlugen. Wasser lief ihm übers Gesicht, tropfte ihm vom Kinn. Der Regen störte ihn nicht. Er vermittelte ihm vielmehr ein Gefühl der Sicherheit, wie ein Mantel, der ihn einhüllte. Unweit von ihm knackte der Zweig eines Heidekrautstrauchs. Er riss die Augen weit auf, aber außer geknickten Zweigen, die sich im Nachtwind bewegten, sah er nichts. Rechts von ihm schlug jemand auf einen Strauch, dann noch einmal. Danach war es wieder still, nur das gleichmäßige Prasseln des Regens war zu hören. Der Soldat war nahe, sehr nahe sogar. Taranis schauderte. Er wagte kaum, seine Augen zu bewegen, weil er fürchtete, dass selbst diese Bewegung den Krieger, der über ihm stand, auf ihn aufmerksam machen würde. Er sah immer noch nichts, versuchte noch einmal, die Dunkelheit zu durchdringen. Plötzlich teilte ein schmutziger Lederstiefel die Heidezweige, spritzte ihm Wasser ins Gesicht, trat keine zwei Handbreit vor seinen bebenden Lippen auf. Taranis konnte die Riemen des Soldatenschuhs genau erkennen und den keuchenden Atem durch den Wind und den Regen hören.

Er erwartete jeden Augenblick, dass ein Schwert seinen bebenden Körper durchbohrte und ihn aufspießte wie eine Schlange auf einen spitzen Stock. Er war zwölf Jahre alt und damit ein Erwachsener, und als solcher hatte er es mit den Soldaten Roms zu tun. Sie waren gründlich und gnadenlos und stellten nie einen Befehl in Frage. Bis drei Meilen vor ihrer Grenze war ihre Aufgabe immer dieselbe: durchsuchen und töten. Streifen säuberten regelmäßig das Gebiet von Eindringlingen, für sie war Taranis auch ein solcher Eindringling.

Der Feind stand fast schon auf ihm; wie lange konnte es da noch dauern, bis der Soldat nach unten schaute? Selbst in diesem Dunkel würde ein einziger Blick genügen. Sein Rücken kam ihm vor wie der Kiel eines gekenterten Bootes.

"Au!", schrie der Soldat plötzlich auf, beugte sich zu Taranis hinunter und schlug sich einen Käfer von der Wade. Er murmelte noch irgendetwas, bevor er sich umdrehte und in der Nacht verschwand, um zu seinen Kameraden jenseits des Moores zurückzukehren.

Volle zehn Minuten lang lag Taranis noch wie tot da, wie ein Ast, wagte sich nicht umzusehen oder auch nur zu bewegen. Der Regen hatte aufgehört, und in der Luft hing der intensive Duft von Heidekraut. Vorsichtig stand er auf und suchte das Gelände, auf dem die Römer gerade noch gewesen waren, ab. An der nördlichen Grenze des flachen Moores registrierte er eine Bewegung; eine schattenhafte Gestalt streckte den Kopf hinter dem Stamm eines efeubewachsenen Baumes hervor. Taranis stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Es war sein Bruder. Eston kam direkt auf ihn zugelaufen, sich beim leisesten Geräusch vorsichtig umschauend.

"Ich dachte schon, sie hätten dich erwischt", flüsterte Eston aufgeregt.

"Schhh ..." Taranis legte den Zeigefinger an die Lippen. "Darüber reden wir später." Er suchte die Heide und die fernen Berge ab, zu denen die Römer weitergezogen waren. "Die Berge da sind höher, als sie aussehen, und bald wird es hell." (...) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

‹  Zurück zur Artikelübersicht