Der bekannte Historiker Alexander Demandt hat hiermit einen übersichtlichen, klar strukturierten und nie langweiligen Überblick über die antike und neuere Geschichte der Kelten vorgelegt. Von 120 Seiten geht es auf 100 Seiten um das antike Keltentum - das Volk, die Lebensweise, die Begegnungen mit den Römern, insbesondere natürlich Caesar. Diese Kapitel sind knapp, aber luzide; Demandt findet sogar Gelegenheit, die Entstehung des Pergamonaltars nach den Keltenkriegen Eumenes' II zu erwähnen. Aus archäologischer Sicht interessant ist die Besprechung des Begräbnisses von Hochdorf, an dem die Stellung der Fürsten aufgezeigt wird. Es fehlt auch nicht an ethnologischen Informationen zu Germanen und Kelten und deren Unterscheidung. Nebenbei erfährt man viel über sprachliche Wurzeln, sogar die Herkunft der sieben Zwerge wird en passant erwähnt...
Das letzte Viertel des Buches handelt von der Rezeption der antiken Kelten. Der Autor zeigt die Begeisterung für die antiken Kelten seit dem Humanismus auf und damit die Wurzeln heutiger Kelten- und Druidenromantik bis hin zu Asterix und Obelix.
Besonders positiv ist der elegante, niemals oberlehrerhafte Stil. Sogar die eigene biographische Verbindung des Autors zum Thema wird deutlich: Es macht Freude, dieses Büchlein zu lesen!