In diesem Frühling hatte ich das große Glück, durch eine Freundin die Katzenkrimis von Lilian Jackson Braun kennen zu lernen. Bei den ersten beiden Bänden habe ich geschmunzelt, nach dem 3. Band war ich süchtig, nun lese ich bereits Nr. 25 und möchte diese wunderbare Leseerfahrung gern weiter geben.
Die kleinen, verhältnismäßig unblutigen Kriminalgeschichten der Reihe spielen eigentlich nur am Rande eine Rolle. Tragend sind die vielen kleinen Geschichten um die reizenden und skurrilen Bewohner von Moose County, ca. 400 km vom Rest der Welt entfernt. Die Figuren sind so perfekt und feinsinnig gezeichnet, dass man am Ende glaubt, jeden Einzelnen davon sofort auf der Straße erkennen zu können. Besonders liebenswert ist die Hauptperson, Jim Qwilleran, Qwill genannt, ein ehemaliger Polizeireporter, neugierig, humorvoll, attraktiv und genussvoller Liebhaber von gutem Essen. Durch ungewöhnliche Umstände gelangt er zu großem Reichtum, der in allen folgenden Erzählungen auf eine Weise verteilt wird, dass man nicht genug von diesen Geschichten bekommen kann. Mit ihm zusammen leben seine bemerkenswerten Katzen Koko und Yum Yum, Katzenliebhaber werden von den humorvollen und gekonnten Charakterbeschreibungen hingerissen sein. Auch sonst spielen Tiere und die Natur eine große Rolle in den Büchern. Die ruhige, fast zärtliche, aber keinesfalls langweilige Schreibweise lässt einen aussteigen aus dem Alltag. Machen Sie sich das Vergnügen und reisen Sie mit mir nach Moose County, 400 km hinter dem Rest der Welt, lernen Sie Qwill, seine Freundin Polly und natürlich Koko und Yum Yum kennen. Ich versichere Ihnen, Sie werden nach dem Lesen ein Stück glücklicher sein.
Mechthild Ringel